Letzte Nacht habe ich so tief und fest geschlafen, das ich heute morgen erst von meinem Wecker aufgeweckt wurde. Das ist mir schon lange nicht mehr passiert! Dementsprechend bin ich auch erst um 8:10 los gelaufen. Und das in der Hoffnung, das die kommenden 15 Meilen angenehmer sind, als die der letzten Tage. Wie sich zeigen sollte, stimmte das auch. Wenn man davon absieht, das die letzten 10 Meilen absolut kein Wasser zu finden war.

Die ersten 3,2 Meilen verlief der Trail sehr angenehm. Kaum Wurzeln und fast gerade. Nach weniger als 1 1/2 Stunden war das geschafft. Das war fast so, wie vor diesem Abschnitt zwischen Pearisburg und Daleville.


Danach stand allerdings der Aufstieg zu den Tinker Cliffs an. Einem 0,5 Meilen langen Stück über die Felsen und quasi am Abgrund entlang. 😉 Zusammen mit Dragons Tooth und McAfees Knob bilden die Tinker Cliffs die Virginia Triple Crown. Für viele ist alleine das ein Punkt auf Ihrer Löffelliste.
Und nach den letzten Tagen habe ich das schlimmste befürchtet. Das war es aber nicht. Der Anstieg war zwar steil, aber gut zu laufen. Und das Stück über die Cliffs war sehr schön. Vor allem konnte ich von dort einen Blick zurück auf McAffes Knob werfen.



Wo es hoch geht, geht es unvermeidlich auch wieder abwärts. Wer aber den Appalachian Trail kennt der weiß, das dies einer der wenigen Wege ist, bei denen jeder Aufstieg immer auch noch einige Höhenmeter mit sich bringt. Und auch wenn es heute nicht viele waren, so habe ich doch gemerkt, das mir die letzten Meilen ordentlich in den Knochen gesteckt haben. Und nicht nur mir: Disco und Speedwalker, die ich unterwegs getroffen habe, haben das selbe erzählt. Die Temperaturen heute von knapp 30° und das wenige Wasser kamen da noch dazu.
Durch unsere unterschiedlichen Pausen haben wir den ganzen Tag über ge-„leap-froggt“, uns also den ganzen Tag über immer wieder überholt.

Etwas später habe ich ein ganz besonderes wildes Tier gesehen: meine erste Wilde Schildkröte! Darauf habe ich lange gewartet!

Danach verlief der Trail meist leicht auf und ab, bis er zu einem letzten, steinigen Höhenkamm ging. Der war dann wieder anstrengender zu laufen, aber auch sehr schön. Und ständig flitzen Eidechsen über den Weg. Die Schlangen die ich hier befürchtet hätte, habe ich zum Glück nicht gesehen.
Inzwischen war es schwül-heiß und ich ziemlich ausgetrocknet. Auf den letzten Meilen bis nach Daleville habe ich zur Abwechslung nicht mehr an Essen gedacht, sondern nur noch von mehrfachen Refills von eiskalter Mountain Dew Limonade phantasiert!




Um halb drei war der Abstieg aber doch geschafft, und ich bin zusammen mit Disco und Speedwalker zusammen in Daleville eingelaufen. Und gerade als wir eingelaufen sind, ist Ultra wieder losgelaufen. Er ist heute Morgen (!) hier eingelaufen und hat schon diverse Dinge erledigt.

Nachdem wir uns an der Tankstelle mit Getränken eingedeckt haben (ich mich mit einem 1,5L Refill Becher Mountain Dew, den ich einmal kurz weg geext habe), haben wir uns im direkt gegenüberliegenden Hotel Super 8 eingecheckt. Dort stand duschen, Wäsche waschen und erholen auf dem Programm.
Zum Abendessen sind wir in ein Barbecue Restaurant, das Three Little Pigs, gegangen. Hier ist noch Two Fingers zu uns gestoßen. Nach den Portionen dort war ich Papp satt. Aber lecker war das!
Und für Thru-Hiker gibt es den sehr leckeren Nachtisch umsonst. 😀



Two Fingers wollte eigentlich schon längst die Stadt verlassen haben. Nach dem Abendessen war Ihm das aber doch zu spät. Also schläft er heute Nacht mit bei mir im Zimmer. Hat ja schon fast Tradition. 😉
So haben wir uns dann als Absacker noch zu viert ein paar Bierchen im Hotel geteilt.
Hallo Bilbo! =D
Tolle Bilder, toller Blog! Es macht Spaß Dir auf Deinem Weg zu folgen!
Aber wo ist Smalltalk Slice abgeblieben? Irgendwie haben wir schon sehr lange nichts mehr von Cate gehört? Ich hoffe, es geht ihr gut und sie läuft Euch einfach nur ein wenig hinterher. Ist Thomas noch bei Dir? Wie lautet sein Trailname?
LG und weiterhin viele tolle Erlebnisse!
Gaby
LikeLike
Hallo Cookie😉,
Danke schön!
Small Slice musste aus familiären Gründen den Trail für ca. eine Woche verlassen. Sie müsste heute in Pearisburg ankommen.
Thomas heißt inzwischen Picky, da er mit allem sehr wählerisch ist. Er ist ab Pearisburg schneller gelaufen als ich und muss irgendwo vor mir sein.
Liebe Grüße an Dich und an alle Kollegen zurück!
LikeLike