Das war eine ziemlich kalte Nacht. Aufgewacht bin ich um 5:45, eingewickelt in meinen Quilt wie in einen Burrito, mit dem Kopf komplett vergraben darin. Außerdem hat mich irgendein Nager diese Nacht mehrfach geweckt, da er mich wohl sehr interessant fand. Wieder auf dem Trail war ich um 6:40. Mit langer Hose und Regenjacke gegen den Wind.

Ob es die Nacht war oder die letzte Woche oder aber das steilere Terrain in Washington. Ich habe mich heute ziemlich dahin geschleppt. Außerdem war ich müde und mein rechtes Knie tat weh. Entsprechend langsam bin ich voran gekommen.




Dabei war die Aussicht richtig gut. Und der Trail ging zwar steiler aufwärts, aber immer noch fair.
Das alles hat mir auch bei einer Entscheidung geholfen. Anstatt die nächsten Tage richtig hart zu pushen und schon am 21. am Snoqualmie Pass zu sein um von da mit Vollgas weiter zu Stevens Pass zu sprinten, um meinen Zeitplan einzuhalten, werde ich es langsamer angehen lassen und kürzere Tage wandern und die Zeit mehr genießen.





Während einer meiner Pausen bin ich mit einem Sobo ins Gespräch gekommen, Johannes aus Dresden. Und während wir sprechen, kommt eine weitere Deutsche um die Ecke, Johanna. Johanna und Johannes, durch Zufall gleichzeitig auf dem Trail. Irgendwie witzig.




Obwohl heute Montag ist, war eine unglaubliche Menge an Dayhikern unterwegs. Und obwohl ich nicht daran geglaubt habe, habe ich doch auf Trail Magic am kommenden Parkplatz gehofft.
Und tatsächlich, als ich ankam gab es Trail Magic. Und was für welche! Stumbles ist den PCT letztes Jahr gewandert und hat jetzt mit Ihrer Freundin richtig aufgefahren. Zwei Burger, drei Donuts, zwei Colas, diverse Snacks und 2,5 Stunden später bin ich weiter gewandert.


Von da aus waren es noch 10 Meilen bis zu meinem Ziel. Und es ging ganz ordentlich hoch. Aber da Twins zu mir aufgeholt hat (oder ich zu Ihm?), sind wir den Nachmittag zusammen gewandert. Und beim Reden ist uns das beiden glaube ich deutlich leichter gefallen.




Je höher wir kamen, desto kühler wurde es. Außerdem sind wir durch eine Burn Zone in einer Wolke gewandert. Ziemlich speziell.



Um 19h sind wir an der Campsite angekommen. Die Wolke hängt nur etwas höher, und es war schon gut kühl. Nach und nach sind auf Madame V und Flow sowie Frannie und Matt angekommen. Bevor es zu kalt und dunkel wurde, haben wir alle zusammen zu Abend gegessen.


Mal schauen wie diese Nacht wird.