Das war eine stürmische und kalte Nacht. Bei ein paar Böen habe ich gedacht, dass mein Zelt zusammen klappt. Es hat aber alles gut gehalten. Und ich war schon gegen vier Uhr wach. Wirklich aufgestanden bin ich aber erst um 4:30, als Sunfish zum aufstehen gerufen hat. Draußen könnte man kaum etwas sehen, da wir direkt in einer Wolke waren. Entsprechend war mein Zelt auch nass und außerhalb meines Schlafsacks einigermaßen kalt. Um 5:20 sind wir, mit Stirnlampen bewaffnet in unsere 24h Challenge gestartet.

Die erste Stunde ging es aufwärts und weiter durch die Wolken hindurch. Zusammen mit dem Wind gar nicht mal so angenehm. 😉



Aber auch das hatte ein Ende. Als die Sonne raus kam, wurde es richtig angenehm. Mich hat zu Beginn nur meine Verdauung zurück geworfen. Innerhalb von 2h habe ich drei Löcher gegraben. Dem bin ich dann mit Immodium zu Leibe gerückt und danach ging es besser.
Nach 3h habe ich die anderen eingeholt und habe mit Ihnen die erste richtige Pause gemacht. Nach dieser Pause bin ich bis Abends mit No Cap zusammen gewandert.










Und auch heute gab es wieder ausgedehnte Burn Zones. Mit der Zeit kann einem das wirklich auf die Laune schlagen.



Gegen 19:30 waren die ersten 32 Meilen geschafft und No Cap und ich am Olallie Lake Resort. No Cap stoppt hier, während ich noch weiter gehe. Da es am Resort aber Wasser und Toiletten gibt, stoppen ich hier auch kurz.
Und wir laufen gerade auf den Campground, da ruft uns jemand zu „Wollt Ihr Kuchen?“. Wir haben das perfekte Timing und bekommen Trail Magic.



Jetzt fängt es an zu dämmern und ich bin gegen 20h wieder auf dem Trail. Die zweite Hälfte des Tages ohne Gesellschaft, dafür mit Musik im Ohr.



Je weiter ich komme, desto anstrengender wird es. Und zum Ende hin bin ich so müde, das mir sogar etwas übel ist.
Am Ende stoppe ich nach knapp 22h und 52 Meilen am Warm Springs River. Das ist ein neuer persönlicher Distanz Rekord. Und ich hätte auch noch weiter gehen können. Die nächste Wasserquelle ist allerdings neun Meilen entfernt, und das wollte ich nicht mehr machen.
Bis hier hin habe ich keine Tiere und vielleicht ein Zelt gesehen. Die campen nämlich alle hier. 🤦♂️ Zum Glück ist mein Zelt klein, so das ich gerade noch einen Platz finde. Beim Zelt aufbauen bin ich so leise wie möglich. Die Luftmatratze blase ich sogar etwas von den Zelten entfernt auf.
Um 3:30 liege ich erschöpft im Schlafsack und schlafe ohne weiteres Abendessen sofort ein.