Letzte Nacht habe ich so gut geschlafen und war heute morgen trotzdem so müde. Aufgestanden bin ich erst um 5:25, obwohl ich schon vorher wach war. Los gewandert bin ich um 6:05.

Bis nach Sierra City waren es nur 4,7 Meilen und das meiste davon Downhill.



Einzig die Warnmeldung einer gesperrten Brücke hat mich irritiert. Und auch die Kommentare in Farout waren nicht eindeutig. Also habe ich es riskiert und mir gesagt, dass ich im Notfall einfach quere.
Aber die Brücke war, mehr oder weniger, OK. Ein Stück Geländer fehlte und es war ein Loch auf einer Hälfte der Lauffläche, aber ich bin gut rüber gekommen.


Und dann war ich auch schon am Highway 49, der Straße nach Sierra City. Mitnehmen wollte mich niemand, also bin ich notgedrungen die 1,5 Meilen gegangen.

Der General Store hatte um kurz nach 8h noch geschlossen, also bin ich ins Red Moose Cafe gegangen. Eine sehr gute Entscheidung! Der Besitzer war super freundlich und das Essen mega lecker. Hier habe ich auch Moon, BJ und Marie getroffen und habe mit Ihnen an der Bar gesessen.

Nach dem Frühstück habe ich im General Store meine Vorräte für die nächsten 7 Tage, bzw. Bis Chester gekauft. Die Auswahl war überschaubar und die Preise nicht so günstig, aber ich habe alles bekommen was ich brauchte.

Sierra City ist sehr Hiker freundlich. Das County, vergleichbar mit einem Kreis in Deutschland, hat in eine der öffentlichen Toiletten sogar eine kostenlose, kalte Dusche und schnelles und freies WLAN installiert. Und Steckdosen zum laden gab es auch.

Die kalte Dusche tat richtig gut und meinen Socken hat die Wäsche im Waschbecken sicher auch nicht geschadet. 😉
Im Gespräch mit Sandman habe ich erwähnt, das ich hoffe einen Hitch aus der Stadt raus zu bekommen. Weil, mit vollem Rucksack und bergauf und nicht auf dem Trail und so. Das hat Nordis, die Dame von der Tourismus Info, die dort Ihren Stand aufgebaut hat gehört. Und sie hat mir sofort angeboten mich zu fahren. Vorher habe ich mich aber noch länger mit Ihr und einigen anderen Hikern, darunter Lost und Dobbie, unterhalten.
Zurück am Trail war ich um 12:10. Eine schlechtere Zeit für einen 900m Aufstieg gibt es wohl kaum …
Dabei war das erste Stück einfach. Und langweilig. Serpentinen durch den Wald. 400 Höhenmeter über 3,3 Meilen. Der gesamte Abschnitt sah quasi so aus.

Frisch geduscht, mit gutem Essen im Magen und ausgeruht lief sich das prima. Und ich habe mir schon ausgemalt, das ich heute doch noch 20+ Meilen schaffen würde.
Ja, und dann habe ich den Wald verlassen. Und der Aufstieg aus der Hölle begann. Klar, die Aussicht war super! Aber es ging durch die pralle Sonne, es war inzwischen 14h, ordentlich aufwärts. Über Schotter oder quasi durch Büsche hindurch.





Eine Aufmunterung gab es aber doch. Also neben dem Wissen, das ich diesen Abschnitt nie wieder wandern muss: der 1.200ste Meilenstein!

Was war ich froh, als ich diesen Abschnitt endlich hinter mir hatte. Da lagen zwar immer noch 200 Höhenmeter vor mir, die lagen aber zumindest zum Teil im Schatten. Der Anstieg hat mich ziemlich fertig gemacht.



Danach ging es wieder 500m nach unten. Zum Glück nicht ganz so steinig wie der Weg nach oben.



Bis dahin hatte ich mein Tagesziel schon etwas nach unten korrigiert, zu einem Campingplatz mit Wasser und Toiletten. #Prioritäten 😉
Und kurz vor dem Ziel gab es sogar noch Trail Magic! Was hat die Cola geschmeckt!

Der Campingplatz hält eine Campsite frei für Thru-Hiker. Und ich dachte schon, ich hätte die ganze Site für mich, da kam Choker an. Wir haben dann, wie zivilisierte Menschen, am camping Tisch zusammen zu Abend gegessen.


