Ich habe das Feuerwerk gestern natürlich nicht mehr erlebt. Dafür habe ich richtig gut geschlafen und habe mich heute morgen deutlich frischer gefühlt. Es war also dich die richtige Entscheidung früher zu stoppen. Aufgestanden bin ich um 5:30, gestartet um 6:30.

Die ersten 2,5 Meilen durfte ich den Abschnitt von gestern fertig stellen. Dabei ging es rollend abwärts.



Nun begann der Aufstieg zu Tinker Knob. Das Muster der Aufstiege hier in NorCal ist immer das gleiche. 400-500m nach oben, danach entweder eine Kammwanderung oder der Abstieg in ein Tal.





Der Weg nach Tinker Knob war eine Kombination aus beidem. Eine wunderschöne Kammwanderung, bei der es wieder rollend ging.




Am Ende des Abstiegs lag Donner Pass, und nur 0,2 Meilen davon entfernt Donner Ski Ranch. Und da gibt es echtes Essen! Klar also, das Twins und ich hier aufgeschlagen sind.


Nach einiger Zeit kamen auch Oats und Phil’s Crew an. Twins und ich sind dann zu den anderen an den großen Tisch umgezogen. Und so habe ich die größte Hitze hier Ausgesessen. Erst um 15h bin ich weiter gezogen. Phil’s Crew will heute nur noch 3 Meilen machen, was mir zu wenig ist. Und Twins bleibt auch, da er sich ziemlich schlapp fühlt und sein Knie immer noch Probleme macht.
Die Donner Ski Ranch ist übrigens sehr Hiker freundlich. Oder geschäftstüchtig. 😉 Jeder Hiker der sein Permit vorlegt, bekommt ein großes Bier ausgegeben. Bei der Hitze war mir nicht danach, also habe ich meins mit der Runde geteilt.

Draußen hat mich fast der Schlag getroffen. Mindestens 36 Grad. Also ist es perfekt, das ich noch 11 Meilen und 700 Höhenmeter wandern möchte. 😅
Das Stück zurück zum Donner Pass waren gerade einmal 0,1 Meilen. Und dieser Pass ist ein ganz besonderes Stück amerikanischer Geschichte. 1846 ist hier die Donner Expedition von einem Schneesturm erwischt worden, was am Ende dazu geführt hat, das es zu Kannibalismus gekommen ist …

Auf dem ersten Trail Stück habe ich mich dann gefragt, was ich mir da angetan habe. Komplett ohne Schatten in der prallen Sonne.

Zum Glück wurde das aber schnell besser und Wald verschaffte mir Schutz vor der direkten Sonne. Was nicht heißt, dass ich weniger geschwitzt hätte.


Einzig in dem Tunnel unter der Interstate 80 war es wunderbar kühl. Da hätte ich bleiben können.

Der Nachmittag hatte zwar auch kurze, steile Abschnitte, im großen und ganzen ging es aber eher konstant nach oben.
Unter anderem führte mich der Trail an der Peter Grubb Hut vorbei. Eigentlich eine Ski Hütte, und im Sommer ein sehr luxuriöser Shelter. Solche Schutzhütten sind eine absolute Anomalie auf dem PCT.

Während des Aufstiegs hat mich ein anderer Hiker überholt. So schnell, das ich fast das Gefühl hatte zu stehen. Und ich kam mir schon richtig langsam vor. Da habe ich drei junge Wochende Wanderer überholt, und habe die genau so stehen lassen. Alles eine Frage der Perspektive.
Und heute Nachmittag habe ich wirklich Gas gegeben, da ich einigermaßen zeitig am Ziel sein wollte.


Das hat auch gut funktioniert. Um 19:15 waren die 11 Meilen geschafft und ich am Creek.

Beim Zelt aufbauen haben mich nur ein paar Mücken umschwirrt. Während des Wasser filterns waren es Schwärme.

Deshalb gibt es heute wieder ein kaltes Abendessen im Zelt.