Tag 72 27.06. Tentsite (Mi 1.002,6) – Sonora Pass / Hwy 108 (Mi 1.018,1) > Kennedy Meadows North – 15,9 Mi

Die letzte Nacht war gut, aber zu kurz. Kurz vor 5h war ich schon wach. Aufgestanden bin ich um 5:30, los gewandert um 6:20.

Heute geht es nach Kennedy Meadows North, um dort einen Nearo einzulegen. Zumindest wenn man 15,5 Meilen und 1.240 Höhenmeter einen fast Ruhetag nennen kann. 😉

Die ersten 3,5 Meilen war der Trail nicht einigermaßen flach. Dafür aber von Anfang an Mücken verseucht. Direkt als ich mein Zelt verlassen hatte, sind die Mist Viecher über mich hergefallen.

Danach begann der Aufstieg. Und der wollte irgendwie kein Ende nehmen. Gefühlt kam jedes Mal, wenn ich in Farout nach schaute, mehr Steigung dazu.

Dabei konnte ich den ganzen Tag über beobachten, wie die Landschaft sich veränderte. Die Granit Berge der Sierra wichen mehr und mehr Schotter und „Dreck“ Bergen, die Täler wurden weicher und die Berge im Hintergrund runder.

Mit dem erreichen von Sonora Pass geht die Sierra langsam zu Ende. Nach einer kurzen Übergangszeit folgt das Kaskadengebirge. Das bedeutet den Wechsel vom Granit- ins Vulkangebirge.

Je höher ich kam, desto mehr Bestand der Trail aus Geröll und Schotter. Und umso windiger wurde es. Von manchen Böen wurde ich fast vom Trail geweht.

Der Aufstieg hat sich angefühlt, als würde er nie enden. Was sicher auch daran lag, dass am Ende der heutigen Etappe ein leckerer Burger, Wäsche und eine Dusche auf mich wartet. Denn die Ausblicke waren sagenhaft schön.

Und so wie der Aufstieg zog sich auch der Abstieg ziemlich. Vor allem da hier auch noch ein paar Schneefelder dazu kamen. Der Schnee war aber schön weich, so das ich einigermaßen gut voran kam. Auch wenn ich das ein oder andere Mal etwas gerutscht bin.

Und dann war ich da. Sonora Pass. Das gefühlte Ende der Sierra. Der erste Punkt, ab dem man Eisaxt und Mikrospikes abgeben könnte. Und seine Bearcan. Ein durchaus bedeutender Meilenstein für jeden PCT-Thruhiker.

Am Pass hatte ich richtig Glück. Hier stand Mighty, seines Zeichens Hiker und Mitglied der Florida Trail Association. Von eben diesen Trail hat er auch ausführlich berichtet. Allerdings hat er uns auch kostenfrei nach Kennedy Meadows North mitgenommen. Ein dickes Danke dafür!

Die erste Tat in Kennedy Meadows North, dem Campstore eines Campingplatzes, war es einen Burger zu bestellen. Die zweite, während der Wartezeit die Hände zu waschen.

Als der erste Hunger gestillt war, habe ich mir ein Dorm Bett (also ein Bett in einem Raum mit einigen anderen) gebucht, habe geduscht und Wäsche gewaschen.

Ein Teil der Truppe bleibt hier, ungefähr die Hälfte fährt heute noch zurück zum Trail.

Abends haben Twins und ich mit Magic Mike zu Abend gegessen. Und später kamen noch Moonshine und Noelle dazu. Eine lustige Runde.

Die beiden haben später auch in unseren Raum gewechselt. In Ihrem Raum hat ein Hiker aus unerfindlichen Gründen Würfelhusten gehabt …

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