Tag 62 17.06. Tentsite (Mi 860) – Trail to VVR (Mi 879,9) > VVR Ferry (+1,5 Mi ) > Vermillion Valley Resort – 19,9 Meilen

Das erste Mal bin ich diese Nacht wach geworden, als mein Nachbar um 4:40 sein Zelt abgebaut hat. Bis dahin habe ich geschlafen wie ein Stein. Aufgestanden bin ich um 5:00, gestartet um 5:50. Und damit begann das Rennen gegen die Uhr.

Zuerst stand die Überquerung von Seldon Pass auf dem Programm. Und das Begann mit einem 480m Aufstieg über 1,8 Meilen. Ziemlich steil. Und danach war ich wach. Bis mir richtig warm wurde hat es allerdings noch etwas gedauert. Im Wald und im Schatten war es doch kühl. Und Schwitzen und Wind sind dabei nicht die beste Kombination. 😉

Nachdem der erste Anstieg geschafft war, haben die anderen nach und nach aufgeholt. In der Sonne haben wir uns unterhalten und aufgewärmt. Danach begann der Sturm auf den Pass. Und der war größtenteils Schneefrei.

Erst kurz vor dem Pass gab es vereinzelte Schneefelder.

Und dann war ich auch schon oben auf Seldon Pass. Mit 3.326m Höhe im Vergleich zu den letzten Pässen nicht besonders hoch. Die Aussicht war es trotzdem wert.

Blick auf Seldon Pass

Auch der Abstieg war nur wenig verschneit, so dass der schnell geschafft war.

Jetzt einmal eine kleine Geschichte aus dem Alltag eines Thru-Hikers: am Pass habe ich einen Proteinriegel mit Koffein gegessen. Das Koffein bin ich wohl nicht mehr gewohnt, so dass das eine … durchschlagende Wirkung hatte. Jeder Pups wurde zur Gefahr. Ich hatte schon die Stelle gesehen, an der ich mich erleichtern wollte. Nur habe ich dahin geschaut, nicht auf den nassen und rutschigen Trail. Da bin ich ausgerutscht. Und vor erschrecken habe ich los gelassen. 🤦‍♂️Danach habe ich meine Unterhose wechseln dürfen…

Nach dieser Eskapaden ging es weiter bergab, hin zu Bear Creek. Das ist eine der berüchtigten Flussüberquerungen in der Sierra. Kommentare sprechen von Brusthohem Wasser bei jemandem mit 1,8m Körperhöhe. Zum Glück waren wir schon um kurz nach 11h am Fluss, so dass das Wasser noch überschaubar hoch und die Strömung nicht zu stark war. Mit jeder Minute konnten wir aber sehen wie der Pegel stieg.

Bear Creek

Das Schuhe und Füße trocknen nach der Querung hätte ich mir schenken können. Kurz danach kamen noch einige weitere. Über manche konnte ich balancieren, über andere nicht.

Die nächsten vier Meilen ging es noch weiter runter ins Tal. Da wir, vom Pass abgesehen, die ganze Zeit unter 3.000m unterwegs waren, ging das auch ziemlich flott.

Dann folgte der nächste Aufstieg, 300 Höhenmeter in 2,5 Meilen. Und so viele Serpentinen auf so kurzer Strecke habe ich bisher wohl noch nicht auf dem Trail gesehen. Bei dem Aufstieg bin ich ziemlich gut ans schnaufen gekommen.

Oben angekommen habe ich kurz Pause gemacht, durchgeschnauft und mir die Meilen für den Rest des Tages angesehen. Wir wollten die Fähre zum Vermillion Valley Resort um 16:45 nehmen. Jetzt war es 14:10 und es lagen noch 5,7 Meilen vor mir. Da das ziemlich knapp war, habe ich tief durchgeatmet, den Kopf gesenkt und bin los. Und habe richtig Gas gegeben.

Kurz nach 16h war ich am Anlegeplatz für die Fähre. Geschafft. Hier konnte ich wieder zu Atem kommen.

Bei der Fahrt mit dem Pontonboot „durfte“ ich ganz vorne sitzen. Dabei bin ich ganz ordentlich nass geworden. Die Fahrt über Lake Thomas Edison hat ca. 30 Minuten gedauert.

Angekommen haben wir eine Überraschung erlebt. Die Truppe mit der ich die ersten Wochen unterwegs war, war auch hier. Außerdem ist heute Whizzers 30ter Geburtstag. Und der ist ordentlich gefeiert worden.

Anschließend haben wir den Abend am Lagerfeuer ausklingen lassen.

Ein ganz schön erlebnisreicher Tag für mein zweimonatiges Trail Jubiläum.

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