Tag 55 10.06. Tentsite (Mi 775,9) – Kearsarge Pass Trail (Mi 790,3) – Kearsarge Pass > Onion Valley Trailhead (+7,5 Mi) – 14,4 Mi

Letzte Nacht war ganz gut. Es war zwar kühl, aber nicht kalt. Der einzige Dämpfer war, das ich gegen 2h wach wurde und hart um Luft ringen musste. Schlaf-Apnoe und schlafen auf fast 3.500m Höhe passen halt nicht so gut zusammen…

Aufgestanden bin ich um 4:10, gestartet um 5:10. Und der frühe Start hatte einen guten Grund. Heute Stand der erste Große Pass auf dem Programm: Forester Pass. Forester ist nicht nur der erste, sondern gleichzeitig auch der höchste Punkt auf dem PCT. Und auf Grund einer besonderen Querung ist er berühmt und berüchtigt. Und das, obwohl auf 4,8 Meilen „nur“ ca. 700 Höhenmeter kommen.

Auf Grund der Uhrzeit und dem Wissen um die Höhe des Passes, und dem damit verbundenen Schnee, bin ich mit langer Hose in den Tag gestartet. Und während ich normalerweise nach wenigen Minuten bereits die Ärmel hoch krempele oder die Beine meiner Zip-Off-Hose abmachen, habe ich heute erst meine Regenjacke und dann meine Handschuhe angezogen. Je höher wir kamen, desto schuppiger wurde es. Wobei die Steigung zu Beginn vollkommen durchschnittlich war.

Aber dann kamen die ersten Schneefelder in unseren Blick und wir konnten erste Blicke auf den Pass erhaschen.

Die linke Kerbe ist Forester Pass

Ab da fing es an spaßig zu werden. Und zwar wirklich. Das queren des unteren Feldes ist ja schon fast Alltag. Aber der Weg zum Pass hoch, der war besonders. Ohne Schnee gäbe es eine Menge Serpentinen. Im Schnee geht es teilweise gerade hoch.

Der berüchtigte Part des Aufstiegs ist das Schneefeld links oben im nächsten Bild.

Von nahem sieht das dann so aus:

Danach waren es nur noch wenige Schritte bis zum Pass. Und der bot grandiose Aussichten!

Nur, wer hoch kommt, der muss auch wieder runter. Und zwar fast 1.500 Höhenmeter über 7,3 Meilen.

Dafür war es auf der Nordseite deutlich wärmer. Und obwohl es beim Abstieg erst kurz nach 8h war, fing der Schnee schon an weich zu werden. Am Nachmittag ist das sicher kein Spaß mehr.

Unten im Tal wurde es grün und schön. Und wir konnten jede Menge Murmeltiere sehen.

Und was kommt nachdem man unten im Tal angekommen ist? Richtig, es geht wieder hoch. Diesmal ca. 400m zum Kearsarge Pass Trail. Der wird uns nämlich in die Stadt bringen.

Von der Abzweigung aus waren es noch 7,5 Meilen bis zum Onion Valley Trailhead, einem Parkplatz. Heute sind das 360m hoch und 840 runter. Übermorgen ist es dann umgekehrt. Nur dass dann der Rucksack wieder voll mit Essen für mehrere Tage ist.

Um ehrlich zu sein, der Weg zu Kearsarge Pass hoch war wirklich schön. Aber ich war einfach nur noch müde.

Der Abstieg ins Tal war einfach, aber lästig. Es hat sich gezogen wie Kaugummi. Und ich konnte nur noch an Eis, Burger und Softdrinks denken.

Aber irgendwann waren wir doch da.

Und wir hatten Glück im Unglück. Es war schon fast 18h, als wir am Trailhead angekommen sind und es waren nur noch wenige Tagesausflügler da. Oats und ich haben von einem sehr netten Pärchen einen Hitch bekommen. Ihr Sohn wandert den Trail gerade und sie haben Ihm und seinem Freund Essen für die nächsten Tage auf den Trail hoch getragen. Das nenne ich Trail Magic!

Wir haben uns zuerst bei der Eastern Sierra Ice Cream Company absetzen lassen. Eis und Milchshake waren super lecker. Aber 5$ pro Kugel sind auch nicht gerade ein Schnapper.

Im Anschluss sind wir zu einem mexikanischen Food truck zum Abendessen gegangen. Hier kamen später auch Moon, Turmeric und Brett dazu. Sie haben ein Shuttle gerufen und kamen noch genau rechtzeitig, bevor die Küche schloss.

Ich habe die letzten Tage so wenig gegessen, das ich nach dem Eis und der halben Portion schon mehr als satt war.

Nach dem Essen haben wir an der Tankstelle noch Snacks und Getränke gekauft und sind zum Campingplatz gegangen, wo wir im Dunkeln unsere Zelte aufgebaut haben.

Morgen legen wir einen Ruhetag ein um uns zu erholen und neue Vorräte zu kaufen. Das ist auch dringend nötig.

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