Das war eine kurze Nacht. Ich habe zwar schon um 18h die Augen zu gemacht, wirklich geschlafen habe ich aber kaum. Und um 23:30 klingelte auch schon mein Wecker. Um 0:05 haben wir uns an die Besteigung von Mount Whitney gemacht, mit dem Ziel, bei Sonnenaufgang oben zu sein.
Mount Whitney, das ist der höchste Berg der kontinentalen USA. Das bedeutet, außer Alaska, Hawaii und Co. Mit 4.421m Höhe ist das schon ziemlich beeindruckend. Und dadurch ist er selbstverständlich auch der Höchste Punkt der gesamten Sierra Nevada.
Mit unserem Ziel waren wir nicht alleine. Ich schätze, das 30-40 Leute den gleichen Plan hatten. Das hat man später am Berg gut an den Stirnlampen gesehen.

Der Anfang war noch normaler Anstieg und rollender Trail. Und im Tal würden wir mit Schneeschmelze auf dem Trail und zu Beginn des Aufstiegs mit Schneefeldern konfrontiert. Das wich später einem steinigen Weg mit vielen Serpentinen, der uns schnell an Höhe gewinnen ließ.
Mir war ziemlich schnell klar, dass ich es nicht zum Sonnenaufgang auf den Gipfel schaffen würde. Als Oats und Moon dann gefragt haben ob es OK wäre das sie schneller vor gehen, da habe ich natürlich ja gesagt.
Für mich war der Spaß allerdings um 3:30 vorbei. Mir ging es schon etwas länger nicht so toll. Und während ich zu Beginn noch gedacht habe meine Übelkeit wäre Hunger geschuldet, war die plötzliche explosive Übelkeit, zusammen mit Kopfschmerzen, vermutlich doch etwas anderes. Bei 4.100m Höhe schlug die Höhenkrankheit zu. Ich habe Turmeric, die zum Glück etwas langsamer und noch in meiner Nähe war, zugerufen was los ist und das ich mich an den Abstieg mache.
Und wirklich, ziemlich schnell ging es mir wieder besser. Trotzdem bin ich weiter abgestiegen. So konnte ich den Sonnenaufgang vom Berghang aus bewundern.



Um 7h war ich wieder am Camp. Und ich bin nur noch in mein Zelt geklettert (nachdem ich es wieder aufgebaut habe, da ich beide Wanderstöcke mit hatte) und bin nahezu sofort eingeschlafen. Meine Beine waren da wie Pudding.
Gegen 11h sind nach und nach die anderen eingetrudelt. Gemeinsam haben wir gefrühstückt. Gegen 12:30 haben wir uns alle nach und nach auf den Weg zu unserem heutigen Ziel gemacht.
Wobei mein Abschied sich immer mehr verzögert hat. Ständig kam jemand neues an den ich kannte, mit dem ich mich noch unterhalten musste. 😅

Mein Ziel für heute lag in 7,8 Meilen Entfernung, plus eine Meile zurück zum Trail. Und die 580 Höhenmeter waren eigentlich fair verteilt. Aber jeder Aufstieg tat weh und ich musste viele Pausen machen, um Luft zu schnappen. So langsam merke ich die Anstrengungen der letzten Tage schon.





Dafür haben die Ausblicke schon einiges wieder wett gemacht.


Als besondere Herausforderung gab es heute noch drei Flussüberquerungen. Und die ersten beiden waren auch super locker.


Und dann, direkt vor der Campsite, kam Tyndall Creek. Zum Glück hat Magic Mike uns ein paar gute Tipps gegeben und hat Turmeric auch geholfen rüber zu kommen. Das war eine ganz ordentliche Strömung!


Im Anschluss haben wir schnell unsere Zelte aufgebaut, etwas gegessen und den nächsten Tag besprochen. Morgen geht es nämlich über Forrester Pass. Das ist der höchste Punkt auf dem PCT und unser erster richtiger Pass in der Sierra.

Und damit der Schnee morgen früh noch fest ist, werden wir schon um 5h starten. Juhu. 😉