Die letzte Nacht war komisch. Eigentlich habe ich ganz gut geschlafen und mein Schlafplatz war perfekt flach. Aber um 2h hat mich irgendetwas geweckt und ich hatte leichte Atemnot. Sehr wahrscheinlich eine Kombination aus zuer Nase und Höhe. Aufgestanden bin ich um 5:50, los gewandert um 6:50.

Am Camp war es noch richtig kühl. Und meine Finger nach dem Wasser filtern eiskalt. Das hat sich aber schnell geändert. Sobald die Sonne raus kam, war mir direkt wieder warm. Und der Aufstieg tat sein übriges dazu. 500m hoch auf über 3.200m Höhe.

Oben am Kamm haben sich die tollen Aussichten auf das Mount Whitney Massiv weiter fortgesetzt. Mit dem Ausblick ging es die nächsten Meilen weiter.


Wenig später öffnete sich die Sicht nach Osten, hinein ins Owen Valley. Üblicherweise ist der See trocken. Durch den vielen Schnee letztes und dieses Jahr war er allerdings gut gefüllt. Eine Aussicht mit Seltenheitswert. Bei der Aussicht haben wir alle eine Pause eingelegt.

Kurz danach war der erste Anstieg des Tages geschafft und 450 Höhenmeter waren überwunden.
Heute morgen im Zelt habe ich mir noch gedacht, was das doch für ein entspannter Tag wird. Nur 20 Meilen mit nur 1.200 Höhenmetern. Dabei habe ich nur die Höhe an sich vergessen. Ich war fast den ganzen Tag auf über 3.000m unterwegs. Der höchste Punkt lag bei 3.529m. Und da wird die Luft wirklich dünner. Wenn einem der Rucksack dann noch auf die Lungen drückt, dann wird das Atmen zur Arbeit!


Außerdem waren wir heute wieder trocken unterwegs. Es hätte zwar Schmelzwasser nach 8 Meilen geben sollen, das war aber ausgetrocknet. Insgesamt lagen so 12,4 trockene Meilen vor uns.
Wobei die ab Mittag gar nicht mehr so trocken waren. Denn es zog sich langsam zu.

Und dann fing es sogar an zu regnen! Naja, erst mal zu nieseln. Aber da ich eh etwas schlapp war, habe ich die Chance für ein Nickerchen genutzt. Die Äste haben mich wunderbar geschützt.

Bis zum Wasser bin ich wieder ohne Regenjacke gegangen. Das habe ich da aber schnell geändert. Denn wenn es in den Bergen nicht nur regnet, sondern auch blitzt und donnert, dann zieht man besser eine Regenjacke über. Wobei wir immens Glück hatten, da wir die ganze Zeit über am äußeren Rand des Gewitters unterwegs waren.


Kalt war der Regen trotzdem. Und ich habe mich schon mit komplett nasser Ausrüstung bei Regen im Zelt gesehen. Das wäre ein Spaß geworden.
Ungefähr eine halbe Stunde vor meinem Camp kam aber die Sonne wieder raus. So konnten meine Jacke und ich unterwegs schon trocken. Und der Rest dann nach Art der Höhlenmenschen, während ich mein Zelt aufgebaut habe.


Chicken Spring Lake ist übrigens wunderschön. Bilder können das gar nicht wieder geben.
