Letzte Nacht hätte ich ruhig besser schlafen können. Habe ich aber nicht. Es war ziemlich windig und mein Schlafplatz war mehrfach geneigt. Und ich mehrfach wach. Da heute ein, sagen wir komischer, Tag wird, konnte ich zumindest etwas länger schlafen. Aufgestanden bin ich um 6h, los gewandert um 7:40.

Damit startete der 9,4 Meilen lange Weg nach Hikertown.




Um 11:15 bin ich in Hikertown angekommen. Hier habe ich ein wenig Pause gemacht.

Und dann versucht, zu einem der Cafés zu kommen. Aber das eine bietet gerade keine Shuttles an. Und bei dem anderen fährt der Koch. Daher fährt der immer nur dann, wenn alles Essen gegessen ist. Und per Anhalter zu fahren hat schlichtweg nicht funktioniert. Etwas über 2h später kam unsere Shuttle Chance und wir haben im Neenach Cafe etwas gegessen.
Das Sandwich war mit 12$ nicht gerade günstig, dafür aber auch nicht wirklich lecker.


Zurück in Hikertown haben wir weiter ausgespannt. Und haben versucht uns darüber klar zu werden, wie der Plan für die nächsten Tage aussieht.

Danach hieß es warten. Der nächste Abschnitt des Trails verläuft entlang des LA Aquaducts. Dieser Abschnitt ist besonders berüchtigt, da er durch die Mojave Wüste verläuft und es absolut Null Schatten gibt. Wir wollen dieses Stücks daher, wie es die Tradition verlangt 😉, bei Nacht wandern.
Das bedeutet, wir starten mit dem Sonnenuntergang um 19:56 und wandern 17 Meilen bis zur nächsten Campsite mit Wasser.
Das warten hat sich aber irgendwann gezogen. So schön es auch ist auszuspannen, am liebsten wäre ich früher weiter gewandert.
Aber wir haben auf den Sonnenuntergang gewartet. Und der war um 19:56.


Am Anfang hatten wir sehr viel Spaß und gute Laune und haben viele Witze gemacht.
Und dann kamen die Sterne raus. Und wir haben nicht nur Sterne gesehen, sondern auch den Start einer Reihe neuer Starlink Satelliten. Sehr cool!
Das erste Stück sind wir direkt auf der Pipeline gewandert (und haben den Weg daneben ignoriert). Zumindest so lange, bis unser „Weg“ auf einer Wartungsplattform endete.

Ab da sind wir auf dem Trail weiter gegangen. Und dann ging der Vollmond auf. Damit war es so hell, das wir unsere Stirnlampen für den Rest des Weges nicht mehr gebraucht haben.


Nach einiger Zeit hat der lange Tag und das wandern im Dunkel dann doch seinen Tribut gefordert und wir wurden müde. Und wie heißt es so schön? Nach müde kommt doof. Und so wurden unsere Gesprächsthemen… wilder. 😉 Die Frage ob wir in einem deterministischen Universum leben oder nicht war da noch das einfachste.
Kurz vor unserem Ziel ist ein Windpark. Und der hat seinen Namen wirklich verdient. Der Wind auf der letzten Meile war so kalt und hart, das er mich fast umgeweht hat.
Um 2:30 war es endlich geschafft und wir am Cottonwood Creek. Gute Lagerplätze waren eher Mangelware. Der erste Ort an dem ich versucht habe mein Zelt aufzubauen war so windig, dass der Wind mir einen Hering mit einem schweren Stein drauf rausgerissen und 3m weit weg geschleudert. Der alternative Platz war aber schief und krumm. Vermutlich der schlimmste Platz und der schlechteste Pitch bisher.

Mit 26,9 Meilen an einem Tag war das heute mein erster Marathon Tag, also mehr als 42,4km, auf dem PCT!