Tag 7 23.04. Scissors Crossings (77,3 Mi) – Tentsite (94,4 Mi) – 17,1 Mi

Übernachten ein Amerikaner, ein Däne, ein Neu Seeländer und ein Deutscher in einem Hotelzimmer … Normalerweise fangen Witze so an. Auf dem Trail ist das alltägliche Vielfältigkeit. Eigentlich war die Nacht auch ganz gut. Mal von Sunfish’s schnarchen, der lauten Klimaanlage und der schwer in meinem Magen liegenden Pizza abgesehen.

Nach dem Aufstehen war das Wetter sehr ungewöhnlich: kühl und neblig.

Um 5:30 klingelte der Wecker und um 6:30 standen wir an der Straße und versuchten eine Rückfahrtgelegenheit zum Trail zu bekommen. Nach 30 Minuten hat das auch funktioniert und wir konnten zu zwei weiteren Hikern in den Wagen von dem Trail Angel „Professor“ einsteigen. Damit waren wir 5 Hiker, 5 Rucksäcke und ein Fahrer in einem Kleinwagen. 😅

Die heutige Etappe ist für mich etwas besonderes. In den ersten 14,3 Meilen (22,9km) gibt es keine Wasserquelle. Entsprechend vorbereitet bin ich mit 6L Wasser (plus Vorräte für 5 Tage) gestartet. Puh, ganz schönes Gewicht.

Wer im Tal übernachtet, aber in den Bergen wandern möchte, der muss etwas dafür tun. In meinem Fall war das ein Aufstieg über 300Hm, der bei weitem schlimmer aussah, als er am Ende war.

Nachdem der erste Aufstieg geschafft war, lag plötzlich so ein komisches Geräusch in der Luft. Und siehe da, ein Kampfflugzeug flog UNTER uns im Tal durch. Also weniger als 300m über dem Boden. In San Diego ist die Navy Ausbildungs-Station für Top Gun Piloten (ja, die aus dem Film). Und die üben hier wohl

Und nur wenig später sprang mir etwas ins Auge – und ich zurück. Meine zweite Klapperschlange. Die wollte sich diesmal nicht bewegen. Und auf Grund der Körperhaltung habe ich mich dazu entschieden, sie auf der Hang anstatt an der Bergseite zu umgehen.

Kurz danach haben ein paar der anderen Pause gemacht. Und ich nach dem Schreck auch erstmal. Da war dann der größte Teil des Vormittags bis zum Wasser auch schon geschafft.

Mein Zwischenziel, ein Wasser-Cache, also Wasser, das von Trail Angel für Hiker bereitgestellt wird. Pro Person gibt es ein Limit von 3L.

Diejenigen, die mehr Wasser brauchen oder möchten, die müssen noch 0,3 Meilen weiter gehen. Dort ist eine Wasserquelle, die aber im Sommer trocken sein kann.

Da mein Camp heute Nacht wieder trocken ist, also keine Wasserquelle hat, habe ich voll aufgeladen. Ganze 6,5L habe ich auf den letzten Meilen geschleppt. Und was waren die schwer! Als Ausgleich gab es allerdings noch schöne Ausblicke und Rückblicke.

Um 16:40 war ich am Camp. Durch die Höhe, die Lage am Hang und da hier nur Büsche, keine Bäume, wachsen, ist es ziemlich windig. Das kann eine interessante Nacht werden…

Durch die Höhe hat man aber auch einen schönen Blick ins Tal.

Nach dem gemeinsamen Abendessen haben wir uns noch den Sonnenuntergang angeschaut.

Danach haben wir uns schnellstens in unsere Zelte verzogen. So als die Sonne untergeht, wird es schnell kalt. Und mit dem Wind zusammen heute nochmal extra.

Ich bin schon auf diese Nacht gespannt.

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