PCT 2024 – der Permit Prozess

Allgemeines

Im Gegensatz zum Appalachian Trail braucht man für den Pacific Crest Trail, kurz PCT, mehr Vorbereitung. Der PCT führt durch einige Bereiche, welche reglementiert sind. Dafür benötigt man sogenannte Permits (Genehmigungen).

Grundsätzliche gibt es drei Möglichkeiten an die, bzw. das notwendige Permit zu kommen:
1. Das „Schirm-Permit“ der Pacific Crest Trail Association, kurz PCTA
2. Das beantragen einzelner Permits
3. Das kombinieren der ersten beiden Optionen

1) Das Schirm Permit der PCTA

Das Permit der PCTA ist unglaublich komfortabel, denn man braucht nur ein einziges Permit, welches für die Gesamte Reise gültig ist. Zumindest so lange man nur von Süd nach Nord oder umgekehrt wandert. Alles weitere bedingt dann wieder Option 3.

Einen Haken hat dieses Permit jedoch: es ist maximaler emotionaler Stress! Denn in der Haupt Saison werden von der PCTA lediglich 50 Permits je Tag ausgegeben. Und das (zu Beginn) lediglich an zwei definierten Terminen. Am ersten Termin im November werden 35 Permits, im Januar dann die letzten 15 vergeben. Wer hier kein Permit erhält, muss sich mit Option 2 behelfen.

Vor dem Termin muss man sich VOR dem großen Permit Day auf der Portal Seite der PCTA registrieren.

Am Tag vor dem Tag der Tage erhält man eine Email mit seiner persönlichen, zufälligen Login Zeit. Vorher bleibt einem dann nichts anderes über, als auf der Seite mit der Übersicht der verfügbaren Permits zuzuschauen, wie die Termine sich füllen. Der Zeitslot für die Permits ist von 10:00 – 15:00 Pazifischer Zeit. Und 14:01 ist kein guter Slot …

Als ich mich endlich einloggen durfte (morgens um 6am aus einem Hotel in China), da war mein Wunschtermin bereits vergeben. Also habe ich den 17.05.2024 gewählt mit der Absicht, das PCTA Permit mit regionalen Permits (siehe Option 3) zu kombinieren.

Im zweiten Termin hatte ich dann deutlich mehr Glück und konnte einen Termin am 22.04.2024 ergattern.

Um den ganzen Prozess noch spannender zu machen, wird JEDES einzelne Permit reviewt und manuell freigegeben. für eine Erlösung, wenn man diese Mail erhält:

Das so erhaltene Permit muss drei Wochen vor dem Starttermin ausgedruckt und in Papierform mitgeführt werden. Ein Horror für jeden Gram-Jäger. 😉

2) Regionale Permits

Während das PCTA Permit sehr komfortabel (von dem ganzen Prozess Heckmeck abgesehen) ist, sind die regionalen Permits relativ einfach. Denn so wirklich viele braucht man nicht. Und an der ein oder anderen Stelle muss man einfach nur flexibel sein

Eine der besten Auflistungen für das Beantragen der regionalen Permits gibt es auf der Website von Triple Crown Outfitters in Kennedy Meadows South, dem Tor zur hohen Sierra Nevada. Ich werde hier darauf verzichten den Text einfach zu übersetzen oder in meinen eigenen Worten neu zu beschreiben.

3) Die Kombination aus 1+2

So, warum jetzt auch noch diese Kombination hier? Mein Wunsch Startdatum war der 15.04.. Wie von nahezu allen anderen auch. In der ersten Runde habe ich den 17.05. gewählt. Warum? Man kann neben dem Startdatum auch den Startort frei wählen. Ich habe daher Agua Dulce gewählt. Das ist ca. 440 Meilen den Trail hoch. Also ca. 4 Wochen weit entfernt. Und in den ersten 700 Meilen benötigt man nur für den Cleveland National Forest ein Permit. Und das auch nur, falls man „wild“ campen möchte und nicht auf ausgewiesenen Camping Plätzen übernachten möchte. Also sehr zu verschmerzen.

In der zweiten Permit Runde habe ich den 22.04. als Termin gewonnen. Daher habe ich meinen Startpunkt auf Meile 77.1 verlegt. So bleibt mir immer noch die Wahl, ob ich das Permit im CNF beantrage oder nicht.

Weitere Permits

Zusätzlich werden noch weitere Permits benötigt. Welche das sind, dass kann auf auf dieser Seite der Pacific Crest Trail Assoziation (PCTA) nachlesen werden: https://permit.pcta.org/docs/overview/
Neben einigen lokalen Permits, welche man einfach „beantragt“ in dem man beim Betreten des jeweiligen Bereichs einen Zettel ausfüllt, benötigt man vor allem das California Fire Permit und das Canada PCT Entry Permit.

Fazit

Dieser ganze Permit Prozess ist der pure Wahnsinn und Stress. Gerade der erste Permit Day und das warten darauf, das man sich einloggen kann. Ich glaube ich bin um 50 Jahre gealtert. Und das ohne Grund, denn auch ohne das PCTA Permit kann man den Trail gut wandern.

Im Vergleich zum Appalachian Trail ist somit deutlich mehr Vorbereitung notwendig. Und das zusätzlich zu dem restlichen Wahnsinn: B1/B2 Visa das ich schon habe, Krankenversicherung kündigen, Sabbatical Vertrag Auslandskrankenversicherung, Garmin InReach Rettungsvertrag, Ausrüstung, Training, Anreise, und Hotelunterkünfte.
Allerdings führt der PCT auch durch sensible und sehr schützenswerte Ökosysteme. Der Versuch also, eine Übernutzung zu reduzieren macht also vermutlich durchaus Sinn.

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