ACT: Planungsinfos

Quelle: https://www.facebook.com/groups/arcticcircletrail/

Auf dieser Seite möchte ich relevante Informationen sammeln, um anderen das Nachreisen ggf. zu erleichtern.

Was ist der ACT?

Der Arctic Circle Trail, kurz ACT ist ein ca. 160km langer Fernwanderweg, der ca. 40-50km nördlich des Polarkreises liegt. Er ist der längste Eisfreie Trail Grönlands und führt durch abgelegene und einsame arktische Tundra. Der Trail kann im arktischen Sommer (ungefähr Juni – September) bewandert oder im Winter auf Skiern oder Schneeschuhen befahren werden. Theoretisch gibt es auch die Möglichkeit Ihn per ATV über einen eigenen ATV-Track zu befahren.

Quelle: https://lisagermany.com/trekking-greenland-arctic-circle-trail-summary/

Entlang des Trails gibt es alle ca. 20km einfache Schutzhütten. In diesen kann übernachtet und gekocht werden. Sie sind nicht bewirtschaftet und nur manchmal mit Paraffin-Heizern ausgestattet.

Die Steigungen entlang des Trails sind üblicherweise nicht all zu steil (Ausnahmen bestätigen die Regel) und es gibt keine besonderen technischen Herausforderungen. Lediglich einige Flüsse müssen überquert werden, wozu man das notwendige Grundwissen haben sollte. Das ist besonders früh im Jahr oder nach heftigen Regenfällen relevant.

Entlang des Trails gibt es keinerlei Möglichkeit sich zu Verpflegen oder Abzubrechen. Entsprechende Notfallmaßnahmen und ausreichend Vorräte sollten damit selbstverständlich sein.

Der Trail ist mit Cairns (Steinhaufen) markiert und mal mehr, mal weniger gut zu erkennen. Gerade in extrem sumpfigem Marschgebiet verliert man den Trail schnell aus den Augen. Ein grundsätzliches Maß an Navigationstalent (und GPS, Karte und Kompass) sollte man daher mitbringen.

Wie informiere ich mich?

Es gibt verschiedene Quellen zu unterschiedlichen Themen.

Logistik

Aus Deutschland erfolgt die Anreise am einfachsten über Kopenhagen mit jeder beliebigen Airline. Von dort aus geht es allerdings ausschließlich mit Air Greenland weiter. Läuft man die traditionelle Route von Ost nach West, so ist der Zielflughafen Kangerlussuaq international Airport (SFJ). Der Rückflug erfolgt vom Flughafen Sisimiut (JHS) über Kangerlussuaq wieder nach Kopenhagen.

Die günstigste Übernachtung (mit einem Dach über dem Kopf ist das Kangerlussuaq Youth Hostel. Am billigsten ist die Campsite direkt am Flughafen (mit einfachen sanitären Anlagen). Am luxuriösesten ist das Hotel direkt im Flughafen.

In Sisimiut hat man deutlich mehr Auswahl. Neben dem Youth Hostel Sisimiut und dem BnB Isi4U gibt es noch das Hotel Soma (anscheinend ein Non-Profit das die örtlichen Fischer unterstützt), welches relativ günstig ist und das Hotel Sisimiut, welches hier am komfortabelsten ist.

Bei der Verpflegung muss dringend beachtet werden das man, abgesehen von Pilzen, Beeren und ggf. selbst geangelten Fischen keinerlei Möglichkeit hat nachzuverpflegen. In einigen Huts haben Wanderer zwar Gas und Lebensmittel zurückgelassen, darauf sollte man aber auf keinen Fall bauen. Ich hatte pro Tag ca. 850g und 3.500kcal dabei. Und trotzdem konnte ich den Gürtel täglich enger schnallen…

Das arktische Wetter darf nicht unterschätzt werden und muss bei der Ausrüstungsplanung auf jeden Fall berücksichtigt werden. Schnee ist auch im Sommer keine Seltenheit. Und da das Geländer immer sehr offen ist, gibt es auch wenig Schutz vor Wind und Regen. Wie bei allen Wanderungen ist daher das Zwiebelprinzip anzuraten. Und ich persönlich trage für nachts immer einen Satz Kleidung zum schlafen mit, der mir heilig ist und höchstens bei schönem Wetter außerhalb des Zelts getragen wird. So bin ich sicher das mir zumindest nachts warm ist und ich trocken bin. Ich habe unterwegs niemanden getroffen der trockene Schuhe und Füße behalten hat. Ich würde daher jederzeit wieder mit GTX Trailrunnern laufen. Lieber nasse leichte Trailrunner die zumindest die Chance haben zu trocknen als schwere Wanderschuhe die nass bleiben und noch schwerer werden. Wollmütze, Buff und eine warme Mütze sind neben der sonstigen Regenkleidung Pflicht.

Ausrüstung

Bei der Ausrüstung habe ich darauf geachtet einen guten Kompromiss zwischen Sicherheit, Komfort und Gewicht zu finden.

Meine Big 4 sind nahezu unverändert zum AT geblieben.

Das gleiche gilt für meine Küche.

Auch die Elektronik Abteilung ist fast gleich geblieben. Auf Grund der Tatsache, dass der ACT an keiner einzigen Siedlung vorbei führt, habe ich aus Sicherheitsgründen ein Garmin Inreach Mini 2 hinzugefügt. Ein Notfall Satelliten Kommunikationsmittel. Zu diesem habe ich mir das Notfall-Rettungspaket dazu gebucht. Im Fall der Fälle hätte ein Druck auf die SOS-Taste genügt, um die Luftrettung zu alarmieren. Aus meiner Sicht ist das für jeden Allein-Reisenden auf solch einer Reise klar zu empfehlen.

Hygiene und Organisation haben sich nicht besonders gegenüber anderen Reisen unterschieden. Da der ACT allerdings durch fast komplett unberührte Natur verläuft (von dem ATV-Track abgesehen), habe ich 100% Leave-No-Trace praktiziert. Das bedeutet: 2 Ziplock-Beutel, um auch benutztes Toilettenpapier störungsfrei wieder mitnehmen zu können.

Einer der größten Gewichtspunkte war meine Kleidung. Glücklicherweise habe ich mich dazu entschieden, ein zweites Paar Longsleeves mitzunehmen. Ohne hätte ich zwischenzeitlich sicher sehr gefroren.
Auf die Wasserdichten Socken würde ich in Zukunft verzichten. In der Theorie war das eine schöne Idee. In der Praxis haben auch die 5 Tage Dauernässe nicht überstanden und meine Füße waren nass. Und aus genau dem Grund würde ich auch das nächste mal wieder auf Trail Runner setzen. Die sind wenigstens leichter als nasse Wanderschuhe. 😉

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