2008 war ich mi einem Freund in Schweden zum Kanufahren. In dieser Woche haben wir abends am Lagerfeuer viel über Touren gesprochen, die wir gerne mal machen würde. Dort habe ich das erste Mal vom Arctic Circle Trail gehört. Einem ca. 160km langen Wanderweg auf Grönland der mitten durchs Nichts führt, bei dem Flüsse überquert und Essen für viele Tage getragen werden muss. Damals war das entschieden nichts für mich.
Aber nun, mit mehr Erfahrung und mehr Kilometern unter den Wanderschuhen klangst ACT perfekt: Natur, Ruhe, Herausfordernd und nicht zu lang.
Am 04.08. ging es nach langer Planung endlich los. Ich glaube meine Eltern können vorerst keine Erzählungen über Exceltabellen mit Lebensmitteln und Kalorien zu Grammangaben mehr hören. 😉
Zuerst einmal ging es zum Ohligs Bahnhof und von dort mit dem ICE nach Frankfurt. Kurz vor Köln dann der erste Stopp. Äußerst beruhigend wenn der Bahnführer sagt „wir müssen hier stoppen weil etwas passiert ist, mir sagt aber keiner warum“. Gut das ich ausreichend Zeit eingeplant hatte.
Von Frankfurt ging es per Flieger nach Copenhagen. Im Flugzeug hat die Mannschaft Tetris gespielt um noch einen Extra Passagier in der ausgebuchten Maschine mitnehmen zu können. Die 45 Minuten Wartezeit haben mir wenig ausgemacht, in Copenhagen hatte ich ja ausreichend Zeit.
Meine größte Angst auf dieser Reise: das mein Gepäck nicht ankommt. Und was sehe ich als erstes an den Gepäckbändern: Haufen von Gepäck und ein total überfüllter Bereich.

Ich musste zwar etwas warten, aber mein Gepäck kam. So war das erste richtige Zwischenziel um 23:45 erreicht. Jetzt hieß es nur noch auf den nächsten Flieger zu warten – am nächsten Morgen um 9:00. Nachts habe ich auf dem Boden vor einer Steckdose gelegen, mein Handy geladen und auf Sitzkissen und Rucksack geschlafen. Hiker Trash anyone? 😁

Der Flug nach Kangerlussuaq war total entspannt. Zwar gab es auch hier etwas Verspätung, aber alles im Rahmen. Und Dank Zeitverschiebung war ich um 09:40 auch schon da (-4h zu uns). Dort am Gepäckband ging mein Puls dann aber doch hoch: ich habe erst als drittletzter mein Gepäck bekommen. Ohne Gepäck wäre ich verloren gewesen…

Aber so konnte es losgehen. Zuerst einmal 2km zum Youth Hostel. Dort war ich gegen 11h. Checkin ist aber nicht vor 12h. Ich konnte aber im Aufenthaltsraum warten, was absolut ok war.

Nach dem Checkin bin ich wieder zurück zum Flughafen, denn dort hatte ich um 13h eine Verabredung. Vorher habe ich im Supermarkt aber noch ein paar Snacks und vor allem eine Gaskartusche geholt. Damit ist warmes Essen für die Tour auch gesichert.
Um 13h kam der Bus von Albatros Arctic Circle um ca. 13 andere und mich zum Inlandeis zu fahren. Wäre ja schändlich in Grönland zu sein und das auszulassen! Dorthin kommt man über die längste Straße Grönlands (25km lang), die VW damals als Winterteststrecke gebaut hat.

Unterwegs gab es mehre Foto und Erzählstops. Unter anderem an den Resten einer amerikanischen T-Bird.

Neben Aussichten auf einen Fluss mit Schmelzwasser gab es auch andere schicke Aussichten.



Aber das Highlight waren der Russel Gletscher und das Inlandeis!

Und das Inlandeis durfte ich nicht nur von weitem bestaunen sondern auch selber belaufen. Wenn man sich klarmacht wie viel Eis das ist… Und wenn man dann die Eis Dünen sieht und sich vorstellt das Expeditionen über Wochen die Landschaften mit selbstbezogenen Schlitten befahren haben!




Nach 1,5h Hinfahrt und ca. einer Stunde auf dem Eis ging es zurück. Hier mit einigen Stops um Tiere zu beobachten (Rentiere, Polarhasen und Moschusochsen) und um mit netter Aussicht noch einen heißen Kakao zu trinken.

Gegen 18:45 war ich wieder am Flughafen. Und ziemlich durch. Daher gab es in der Cafeteria des Flughafens noch einen Burger mit Fritten bevor es wieder zurück ins Hostel ging.
Dort bekam ich die Info das mein Zimmernachbar noch nicht eingecheckt hätte und ich das Zimmer daher für mich alleine hätte. Soll mir Recht sein. Also noch kurz den Rucksack für morgen vorbereitet, drei Seiten gelesen und gegen 21h bin ich nach über 32h in den Schlaf der Erschöpften gefallen.
Yeeeeeeah ! He is back on the Trail 🥳
Ich freu mich grad richtig, wieder was zu lesen zu haben.
Hab eine tolle Zeit und komm heil wieder.
Liebe Grüße
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