Nach dem langen Tag gestern habe ich es heute morgen ganz in Ruhe angehen lassen: ausgeschlafen und dann gemütlich im Schlafsack liegend mein Müsli gegessen. Um 9:10 bin ich los.

Der erste Teil des Vormittags ging noch. Am Rand des Sees gab es zwar auch nasse Stellen, aber alles noch im Rahmen. Nachdem der See aber umrundet und der Aufstieg zu einem kleinen Grat geschafft war ging es hinab ins Tal des Grauens (mein Name, keine offizielle Bezeichnung 😉).

Das ca. 2km lange Tal war ein einziger Schwamm und komplett nass. Teilweise ging mir das Wasser bis zu den Knöcheln. Und um auszugleichen das es gerade nicht regnete kamen dann endlich Mücken dazu. Die Bisse haben zwar nicht gejuckt, aber es waren so viele! Und vor allem die Kamikaze Piloten in Ohren und Nase waren fies.
Nach ungefähr drei Stunden und zu der Zeit schon einigermaßen geschlaucht kam Innajuattog in Sicht, eine der Huts. Die aber a) nicht direkt am Weg und b) auf einem Hügel. Für meine Kaffeepause schied sie daher natürlich aus.
Gut das es hier aber zwei Huts gibt. Und die zweite direkt am Weg liegt. Hier habe ich meinen Kaffee getrunken und nach der Erfahrung des Vormittags auf meine Wasserdichten Socken gewechselt.

Nach der Pause lag das nächste Hindernis vor mir. Und nachdem das gestern doch etwas knapp war, wollte ich es diesmal besser machen. Also bin ich bis zur Mündung in den See vorgegangen und dort über Steine trockenen Fußes auf die andere Seite gehüpft. Hatte schon was von Frogger.

Hätte ich gewusst was jetzt kommt, dann hätte ich die anderen Socken angelassen. Fast der ganze Nachmittag bis zur nächsten Hut war angenehm zu gehen und trocken. Nur die Mücken störten zu Beginn noch etwas. Dafür habe ich mehrere Rentiere gesehen. Damit gleicht sich das wieder aus. 😉
Gestartet hat es mit der Umrundung des Sees an dem die letzte Hut lag und einem Aufstieg auf einen Hügelkamm.



Am Kamm war das laufen unglaublich angenehm. Trocken, keine Steine, gerade und schöne Aussichten. Hier habe ich wieder Rentiere gesehen und mich mit einer 8er Gruppe Dänen unterhalten die nach Kangerlussuaq unterwegs sind.

Nach dem Kamm ging es noch ein wenig höher hinauf. Und mein GPS hat mich verrückt gemacht: mein Track wäre 250m weiter links (und damit im Tal). Aber da hat wohl jemand den ATV Track genommen und aufgezeichnet.
Auch hier war die Aussicht toll. Nur, wer hoch klettert muss auch wieder runter. Und das kam jetzt. Unten war ich ganz gut am schnaufen.



Nun kam der Endspurt des Tages. Und hätte ich vorher eine nette Campsite gefunden, ich hätte Schluss gemacht. So bin ich entlang des Flusses (den ich damit morgen früh direkt überqueren darf) bis zur nächsten Hut gefolgt.


In der Hut übernachtet ein holländisches Pärchen. Denen lasse ich Ihre Ruhe und schlage mein Zelt auf. Dann noch schnell Wasser holen und auch der Tag ist geschafft.