Was für eine Nacht, was für ein Tag! Gestern Abend hatte ich ein perfektes Timing. Kaum hatte ich Wasser geholt fing es an zu regnen und windig zu werden. In der Nacht zog dann wohl ein Sturm durch. Gegen 3h hat es geschüttet und gestürmt wie wild. Aber mein treues Zelt hat ohne Probleme gehalten. 😊 Als der Regen durch war hat es weiter gestürmt. So sehr, das mein Zelt morgens trocken war.
Als ich um 8:05 gestartet bin hat es immer noch eisig-kalt gewindet. Und auch der anstehende Anstieg von 500 Höhenmetern hat mich nicht genug aufgewärmt. Also bin ich recht schnell mit Mütze, hochgezogener Kapuze und Handschuhen gelaufen.



Nach dem die ersten drei Anstiege geschafft waren ging es in einem dauerhaften Auf und Ab weiter. Allerdings mit klarer Betonung auf Auf. Ich habe mich zwischendurch gefragt wo denn die ganzen Höhenmeter her kommen.



Nach etwas unter drei Stunden bin ich an der Ikkattooq Hut angekommen. Da war mir so kalt und ich war so froh aus dem Wind raus zu kommen. Der Kaffee und mein Müsliriegel haben mich zum Glück etwas aufgewärmt.

Eine Sache lag mir heute allerdings auf der Seele: jetzt ging es nämlich abwärts und unten im Tal erwartete mich der Itinneq: der breiteste, tiefste und schnellste Fluss den ich forden muss. Und das Tal rund um ist natürlich auch Marschland und ziemlich nass. Bei den Temperaturen hat mir das schon Sorgen gemacht.



Glücklicherweise wurde es unten im Tal wärmer und der fiese Wind ließ nach. Von einem entgegenkommenden Wanderer hatte ich gehört der Fluss wäre gerade mal Knie tief, also entschied ich mich dazu nur meine Beine abzuzippen und auch Crocs und wasserdichte Socken zu wechseln. Naja, der Fluss war doch tiefer (zumindest dort wo ich gefordet habe. An der tiefsten Stelle war das Wasser hüfthoch und ordentlich stark. Aber zumindest wärmer als erwartet.

Auf dem anderen Ufer habe ich mich abgetrocknet und bin weiter gezogen. Vorher habe ich allerdings noch zwei Inuit Jäger mit Boot gesehen die ein erlegtes Rentier dabei hatten.
Der Weg bis zur Eqalugaarniarfik Hut lief eigentlich ganz gut, zog sich am Ende aber doch was.



In der Hut habe ich das Israelische und das Britisch-Amerikanische Pärchen getroffen und wir haben uns nett unterhalten. Die Israelis bleiben über Nacht in der Hut, die anderen ziehen so wie ich weiter.
Nach der Hut geht es weiter nach oben. Gefühlt müsste ich eigentlich schon auf Himalaya Niveau sein. Blöder ist allerdings, dass es überraschend wenig Wasserquellen und noch weniger Zeltplätze gibt. Und so kämpfe ich mich noch fast 10km weiter bis ich dann endlich einen geeigneten Lagerplatz finde. Um 18:05 bin ich ausnehmend spät am Ziel. Und ich ziemlich durch.



