Ich habe letzte Nacht nicht gut geschlafen. Zuerst bin ich nicht gut in den Schlaf gekommen und dann konnte ich nicht durchschlafen. Dazu kommt noch, das genau in meinem Kreuz ein Buckel war. Also bin ich um 5:30 ziemlich müde aufgestanden. Um 6:45 bin ich losgelaufen.

Der Tag starte mit dem härtesten Anstieg des Tages: 900 Fuß über 1,9 Meilen. Das hat mich zwar zum schwitzen gebracht, war aber nach 45 Minuten auch geschafft.

Am Gipfel hätte es eigentlich irgendwo einen Ausblick auf Katahdin geben sollen, den habe ich aber nicht gefunden. Nur eine normale Aussicht. 😉

Danach ging es weiter zur Frühstückspause am Rainbow Stream Lean-to in 7,3 Meilen Entfernung. Und schon nach 2,5 Stunden war ich dort.




Von dort aus haben wir uns zur gemeinsamen Mittagspause auf den Rainbow Ledges verabredet. Auch da soll es angeblich Ausblicke auf Katahdin geben. Dafür musste ich fast die ganzen acht Meilen am Rainbow Lake entlang wandern. Und das bedeutete, Unmengen von Mücken und vor allem Wurzeln. Nahezu überall. Oder Steine. Oder Steine über Matsch. Alles nicht soo schlimm, aber enorm anstrengend für die Füße. Und ich musste mich enorm konzentrieren um mich nicht lang zu legen. Und trotzdem lag ich einmal auf der Nase.


Die Rainbow Ledges waren dann von der Optik her alpin. Sehr schön mit dem Granit, den Pinienbäumen und den Blaubeeren. An unserem Pausenplatz war von Katahdin aber nichts zu sehen. Wir haben schon gewitzelt, das wir ihn gar nicht sehen sondern morgen „nur“ drauf stehen.

Nach einer schönen Pause in der Sonne haben wir uns an die letzten sechs Meilen gemacht und mit dem Abstieg begonnen. Und dann stand er da und war endlich in Sicht – Katahdin! Und vollkommen unverhüllt. 😎

Unsere Freude war riesig! So motiviert sind wir im Gänsemarsch abwärts marschiert. Die sechs Meilen haben wir in knapp unter zwei Stunden geschafft. Und dann, von uns allen unerwartet, stand da plötzlich ein Schild. Das Ende der 100 Miles Wilderness. Die letzte große Prüfung vor dem großen Finale war geschafft. Von dort war es weniger als eine halbe Meile bis zur Abol Bridge und dem dortigen Campstore mit Restaurant. Die Aussicht von der Brücke hat uns aber erst einmal allen den Atem geraubt. Mount Katahdin in seiner ganzen Pracht!


Im Restaurant haben wir uns dann alle mit etwas leckerem belohnt. Mein Bacon-Cheeseburger war nicht besonders gut, dafür aber auch nicht billig. 😉 Im Campstore haben wir dann noch ein paar Snacks für morgen und Hotdogs und Marshmallows für S’mores gekauft. Anschließend sind wir über die Straße zum Abol Pines Campground gelaufen und haben unsere Zelte aufgebaut. Währenddessen haben wir von Ranger John Besuch bekommen, der uns noch ein paar gute Tipps für morgen gegeben hat.
Anschließend haben wir die Hotdogs und S’Mores am Lagerfeuer gegrillt.


Zum Abschluss des Tages haben wir uns noch den Sonnenuntergang von der Brücke aus angesehen, bevor wir alle früh ins Bett sind. Morgen starten wir schon früh, damit wir ausreichend Zeit haben.
Noch 15 Meilen!