Tag 132: Sabbath Day Pond Lean-to nach Poplar Ridge Lean-to (1962,2 – 1982,3 Mi)

Es war in der letzten Nacht richtig schön gut. Und das in Kombination mit meiner Müdigkeit hat dafür gesorgt, das ich bis 5h durchgeschlafen habe, ohne einmal wach zu werden. 10 Minuten später bin ich aufgestanden und war um 6:25 schon wieder unterwegs.

Der Tag startete sehr angenehm mit einem sanften und kaum merkbaren Aufstieg hoch zu ein paar Spannungsleitungen. Und danach ging es genau so sanft abwärts. Wobei es zwischendurch immer wieder Mal kurze Stücke gab, die eher zum Klettern waren. Und allgemein war der Trail heute sehr „wurzelig“.

Um 10:45 waren die ersten 9,4 Meilen bewältigt und ich am tiefsten Punkt diesen Tages angekommen, am Sandy River. Bis hierhin hätte es eigentlich schon fünf weitere Wasserquellen geben sollen. Die waren aber alle entweder ausgetrocknet oder so brackig, das man schon sehr verzweifelt sein müsste, um daraus zu trinken. Nach dem Fluss ging es dann aufwärts. Zuerst einmal 2,6 Meilen und ca. 450 Fuß hoch zum Plazza Rock Lean-to.

Dort am Shelter haben wir uns alle für die kommenden Meilen gestärkt. Denn zum einen folgten nun drei ordentliche Gipfel mit einigen Höhenmetern, zum anderen ging es wieder hoch überhalb der Baumgrenze. Und das hieß in den letzten Tagen immer: es wird schön und anstrengend. Auf das Schöne habe ich mich gefreut, auf das Anstrengende eher weniger. Heute war nicht wirklich mein Tag und meine Beine und ich sind ziemlich müde. Und daran hat leider das große Mittagessen auch nichts geändert.

Der erste Berg war Saddleback Mountain, ein 4.120 Fuß hoher Berg, der im Winter bei Skifahrern sehr beliebt ist. Außerdem ist er für uns Nobos ein hinterhältiger Gipfel, da er gefühlte 20 falsche Gipfel hat. Kaum ist man oben, sieht man schon den nächsten Gipfel. Aber schön anzusehen ist es allemal.

Um halb drei stand ich auf den Gipfel. Und hier habe ich auch Cherry-O und Junco wieder getroffen. Und so haben wir mit alle Mann die Aussicht und die Sonne genossen.

Gemeinsam haben wir uns dann an den Abstieg und den direkt darauf folgenden Aufstieg auf The Horn gemacht, einen 3.985 Fuß hohen Berg. Und wie auch schon gestern waren überall wunderbar reife Blaubeeren. 😋

Um zehn vor vier war auch das geschafft und ich konnte eine weitere schöne Aussicht genießen.

Der nachfolgende Abstieg war dann sehr unspaßig. Ziemlich steil, ziemlich steinig und alles in allem unangenehm. Ich war froh als ich unbeschadet unten angekommen bin. Für meine amerikanischen Freunde hat sich der Abstieg aber gelohnt, sie haben eine Menge deutsche Schimpfwörter gelernt. 😉

Nach dem Abstieg ist vor dem Aufstieg. In diesem Fall dem Aufstieg hoch auf Saddleback Junior. Im Gegensatz zum Senior ohne falsche Gipfel, dafür ging es nahezu gerade hoch.

Einen genauso steilen Abstieg später war ich nur noch eine Meile vom Shelter entfernt. Der Trail war Recht schön zu wandern, und so war ich um 17:50 da. Und zum Glück habe ich auch noch eine einigermaßen gute Stelle für mein Zelt gefunden. Im Gegensatz zu den ersten Wochen bin ich allerdings inzwischen auch wesentlich weniger anspruchsvoll. Den Abend haben wir wieder gemeinsam beim Abendessen verbracht, bevor wir uns um kurz vor 20h in unsere Zelte verabschiedet haben.

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