Und wieder habe ich gut geschlafen. Heute bin ich im Gegensatz zu gestern aber etwas früher aufgestanden, um in Ruhe meine Sachen packen zu können. Zum Frühstück gab es wieder Pancakes mit Blaubeeren und/oder Ahornsirup.
Das Shuttle zurück zum Trail fuhr wieder um 8h ab, so das wir um 8:40 weiter wandern konnten.

Der Tag begann mit der Besteigung von Old Blue Mountain. Einem 3.600 Fuß (und damit 2.200 Fuß höher gelegen als die Straße) und 2,8 Meilen entfernten Gipfel. Dabei war die erste halbe Meile mit 700 Fuß Höhenunterschied und das letzte Stück steil, der Rest war angenehm zu laufen.



Der Gipfel selbst war unspektakulär. Vor allem deshalb, da er komplett bewaldet und die Aussicht daher gleich Null war. Zwei Meilen später sah das dann aber anders aus. Hier stand eine kleine Bank und die Aussicht war sehr schön.

Und auch der nächste, etwas tiefer gelegene Gipfel von Bemis Mountain war wieder komplett bewaldet. Aber der Weg dorthin war wunderschön. Mit dem durch die Blätter fallenden Sonnenlicht, einer leichten Briese und dem Vogelgezwitscher war es ein wunderbarer Wandertag.


Und insgesamt war meine Laune heute schon viel besser. Die beiden entspannten Tage haben sowohl meinen Beinen als auch meiner Laune richtig gut getan. Und so konnten mir auch die bewaldeten Gipfel nichts ausmachen. Auch wenn es blöd ist, einen Berg hoch zu steigen und nicht einmal mit einer Aussicht belohnt zu werden. Aber auch bei Bemis Mountain hat sich der Ausblick wieder im Abstieg versteckt. Ein schöner Ort für eine Pause.

Das eigentliche Highlight des Tages war aber der zweite Gipfel von Bemis Mountain. Der war nämlich wieder über der Baumgrenze und wunderschön. Und als zusätzliche Belohnung gab es viele reife und sehr leckere Blaubeeren direkt am Wegesrand.



Noch vor dem zweiten Gipfel hatten wir von ein paar SoBos gehört, das es an der nächsten Straße wohl Trail Magic geben soll. Daher haben wir die Mittagspause ausfallen lassen und sind stattdessen direkt abgestiegen.

Und tatsächlich, unten an der Straße stand eine Kühltruhe mit Getränken und Snacks. Und kurz nachdem wir uns gesetzt hatten, kamen auch die beiden Spender, Geri und Gregg. Vielen Dank an die beiden für die tollen Leckereien, die Freundlichkeit und die super nette Unterhaltung!

Nachdem es die letzten drei Meilen nur abwärts ging, durfte ich nun wieder aufsteigen. 700 Fuß über 0,8 Meilen hoch zur Straße ME 17. Ein ganz schön schweißtreibender Aufstieg.

Und von dort konnte man sehr schön Teile des heutigen Weges sehen.

Von dort waren es noch 3,8 Meilen bis zum Shelter. Bis auf einen kleinen Bumper in der Mitte war der Weg flach und meist einfach zu gehen. Allerdings führte er auch an drei Seen vorbei, was Unmengen an Moskitos bedeutete. Eine echte Plage!



Um 18:35 bin ich am Shelter angekommen. Die Zeltplätze hier sind eher bescheiden, aber ich habe einen einigermaßen guten Platz gefunden. Das Wasser gibt es heute aus dem See. Nicht ideal, aber nach dem filtern ok. Ich habe auch kurz überlegt schwimmen zu gehen. In dem See wimmelt es allerdings von (riesigen!) Blutegeln. Also gibt es heute doch keine Abkühlung. Beim gemeinsamen Abendessen haben wir heute eine Menge Unsinn erzählt und haben viel Spaß gehabt. Und so habe ich mich auch erst um 20:30 in mein Zelt verabschiedet. Morgen wird ein taffer Tag. Aber wenn das Gelände so bleibt wie heute, dann ist das machbar. Und das Ende des harten Süd Maine rückt damit ein großes Stück näher.