Tag 128: Carlo Col Campsite nach Grafton Notch (1910,7 – 1924,8 Mi)

Ich bin doch nicht so viel gerollt wie ich befürchtet hatte. Anscheinend habe ich genau die richtige Lage gefunden und habe so durchgeschlafen. Um 5:15 bin ich schon aufgestanden, denn bei dem Programm heute wollte ich früh los. Und so war ich dann auch schon um 6:45 unterwegs und hatte 10 Minuten später die 0,3 Meilen hin zum Trail geschafft.

Ohne auch nur die Chance zu haben ein Stück gerade zu gehen, ging es nahtlos bergauf auf Mount Carlo. Die 400 Fuß waren, wie soll es auch anders sein, steil. Allerdings auch nur 0,4 Meilen lang, daher war das Aufwärmprogramm schnell geschafft.

Vom Gipfel folgte ein ähnlich steiler Abstieg mit direkt darauf folgendem Aufstieg auf den westlichen Gipfel von Goose Eye Mountain. Und auch hier mussten einige Höhenmeter überwunden werden. Und bei den fast 4.000 Fuß Höhe war der Gipfel schon wieder fast alpin.

In einem steten Auf und Ab ging es noch über den östlichen und nördlichen Gipfel von Goose Eye Mountain, bevor der Abstieg zum Full Goose Shelter anstand. Der lag nur 4,4 Meilen von unserem Shelter entfernt, trotzdem haben wir fast vier Stunden bis dorthin gebraucht. Für mich kam der Shelter gerade richtig, denn kurz vorher hatte ich mein Wasser komplett aufgebraucht.

Nach dem Shelter war es dann soweit, der Grund für unser aller frühes aufstehen heute: Mahoosuc Notch. Die angeblich härteste und spaßigste Meile des gesamten Appalachian Trails. Diese Meile ist kein Wanderweg, sondern ein Hindernis Parkour. Und es hat tatsächlich eine Menge Spaß gemacht. Allerdings war das mit 1:45h auch meine bisher langsamste Meile. Angenehmerweise war die Temperatur in der Notch sehr angenehm kühl. An einigen Stellen lag sogar noch Schnee oder Eis.

Und direkt nach Mahoosuc Notch kam Mahoosuc Arm. Der angeblich steilste Aufstieg des Trails. Mit 1.600 Fuß über 1,5 Meilen ist das sicher möglich. Im Vergleich der letzten Tage fand ich den Aufstieg aber nicht soo schlimm. Und das obwohl ich inzwischen schon ziemlich müde war.

Gegen kurz vor halb vier war ich dann oben und konnte eine schöne Aussicht genießen.

Und auch schon einmal einen Blick auf Old Speck werfen. Dieser 4.170 Fuß hohe Berg ist Maines dritthöchster Berg und der höchste der aktuellen Gebirgskette.

Auf dem Weg lag dann auch noch Speck Pond, ein wunderschöner kleiner See. Hier habe ich heute zum fünften Mal mein gesamtes Wasser aufgefüllt.

Einen guten Teil diesen Wassers habe ich dann beim folgenden Aufstieg wieder verbraucht. In den letzten Tagen gab es zwar steilere und längere Aufstiege, aber gerade die steilen und langen Steinplatten waren in der Sonne extrem anstrengend.

Und damit war der letzte Gipfel des Tages bezwungen. Ab hier ging es, dem Bergkamm entlang (fast) nur noch abwärts. 2.600 Fuß über 3,5 Meilen. Meine Knie sagen Danke schön.

Um halb acht sind wir im Tal, nahe dem Wanderparkplatz bei Grafton Notch angekommen und haben unsere Zelte auf einem verwilderten Forstweg aufgebaut. Heute ist unsere Gruppe etwas kleiner. Fumbles und Wildcard sind mit Peanut vorgelaufen. Dafür hat sich Endgame heute zu Ding Dong, Reset und mir gesellt. Und kaum hatten wir unsere Zelte aufgebaut, da fing es an zu regnen. Erst leicht, aber eine gute Stunde später zog ein Gewitter über uns her.

Ich war heute so müde, das ich auf ein warmes Abendessen verzichtet habe. Maine ist ja wirklich wunderschön, aber auch unglaublich hart. Gut das die nächsten beiden Tage (hoffentlich!) kürzer werden.

Veröffentlicht in Juli

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