Ich habe letzte Nacht geschlafen wie ein Toter. Draußen hat sanft ein kleiner Springbrunnen geplätschert, durch die offenen Fenster kam eine leichte Brise und das Bett war unglaublich bequem. Gestern Abend haben wir noch besprochen es heute ruhiger angehen zu lassen. Also bin ich erst um 7h aufgestanden und habe die Hostel Pancakes gefrühstückt. Zurück auf dem Trail war ich um 9:05.

Nach einem kurzen Straßenabschnitt waren wir zurück im Wald. Und sofort ging es wieder ordentlich nach oben. Insgesamt lagen 1.800 Fuß und etwa drei Meilen zwischen dem Gipfel von Mount Hayes und mir. Und da die Sonne schon gut schien, war es auch schon ziemlich schwül. Schon nach kurzem war ich tropfnass.



Am Gipfel war die erste Pause fällig. Mit schöner Aussicht in der Sonne sitzen. Genau das richtige.

Darauf folgte ein kleiner Abstieg, worauf nahtlos der Gipfel von Cascade Mountain folgte. Und nur kurz danach gab es wieder einen besonderen Meilenstein: die 1.900ste Meile! Die 1.800er sind endlich geschafft!

Nun ging es abwärts. Am Anfang noch friedlich, später ziemlich steil. Das war teilweise eine ganz schöne Plackerei.


Kaum war der Abstieg geschafft, da ging es auch schon wieder nach oben. Am Page Pond vorbei hoch auf eine Ridgeline.


Nach der Ridgeline und dem Abstieg von selbiger stand Mount Success auf dem Programm. Und diesen Gipfel gab es wirklich nicht geschenkt. 1.000 Fuß auf 1,4 Meilen. Klingt nicht schlimm. Allerdings gab es zwischendrin auch gerade Stücke, welche den Aufstieg noch steiler machten. Außerdem wurde das ganze Terrain Stück für Stück wilder.

Um 18h war ich oben. Und von hier konnte ich einen letzten Blick auf die Berge der letzten Tage werfen. Die Whites liegen hinter mir und auch New Hampshire ist fast komplett durchquert.

War der Aufstieg auf Mount Success schon anstrengend, so hat der Abstieg das locker getoppt.


Die Hitze, die Luftfeuchtigkeit, das ständige Auf und Ab sowie die immer weiter fortschreitende Uhrzeit, es war jetzt schon 18:30, waren nicht wirklich motivierend. Ein einziges kleines Schild hat das aber in Sekundenschnelle wett gemacht. Die Grenze nach Maine – der letzte Staat ist erreicht! Yippie a yeah! 😎

Von der Grenze aus waren es dann auch nur noch 0,5 Meilen (+0,3 Meilen, da Off Trail) bis zum Shelter. Maine hat sich allerdings direkt gut eingeführt und uns ein paar knackige Stellen beschert. Von einem … suboptimalen Weg zum Shelter Mal ganz abgesehen. Aber zumindest war der Sonnenuntergang schön. 😉

Um 19:45 war ich am Shelter. Und leider sind die Zeltplätze hier mehr als bescheiden. Das wird für mich eine bewegte, da rollende, Nacht. Das Abendessen gab es dann schon im Schein der Stirnlampen.
Die letzten Tage waren schon lang und knackig. Und Gerüchten zufolge ist das südliche Maine noch härter. 😲 Wir werden sehen. Aber egal was jetzt auch kommt und passiert – die nächsten 280 Meilen schaffe ich jetzt auch noch. Maine ich komme!