Tag 126: Pinkham Notch nach Gorham / Rattleriver Hostel (1872,6 – 1893,7 Mi)

Die Nacht in Sweetfishs Haus war sehr entspannend. Aber auch sehr kurz. Um 5h war wecken angesagt und um kurz nach 6h waren wir schon unterwegs. Der erste Zwischenhalt war das Rattleriver Hostel in Gorham. Hier haben wir unsere Rucksäcke ausgeladen und nur das nötigste mitgenommen. Der Trail führt nach 21 Meilen nämlich genau hier vorbei. Also perfekt für einen Slackpacking Tag. Anschließend ging es weiter zur Pinkham Notch. Hier haben wir den Wagen abgestellt und waren um 7:40 zurück auf dem Trail.

Heute geht es durch, oder besser über die Wildcats. Und die zeichnen sich durch einige besonders steile Aufstiege und forderndes Terrain aus. Von uns hat heute trotz der leichten Rucksäcke niemand daran geglaubt, einen leichten oder kurzen Tag zu haben. Und der erste Aufstieg hoch auf Wildcat Peak D und der dortigen Seilbahn hatte es mehr als in sich: alleine 800 Fuß in den ersten 0,4 Meilen und insgesamt über 2.000 Fuß. Zum warm werden ziemlich ordentlich!

Um 9:15 waren die drei Meilen hoch auf den Gipfel geschafft. Und die Aussicht von oben war sehr schön. Und solche Ausblicke gab es zur Belohnung den ganzen Tag über. Ein echter Lichtblick.

Zwei Meilen weiter nördlich wartete nach einigen Hohenwechseln Wildcat Peak A. Mit 4.442 Fuß Höhe der höchste der vier Gipfel.

Anschließend führte mich der Trail zur Carter Notch Hut, zum Wasser auffüllen und für eine kleine Snackpause. Die Hut liegt an einem kleinen See. Und den hat Mutter Natur echt gut hinbekommen! Bis hierhin waren sechs Meilen geschafft, allerdings auch schon fünf Stunden.

Nach der kurzen Pause standen 1.500 Fuß hoch auf Carter Dome auf dem Programm. Auch dieser Aufstieg war steil, aber auch Recht einfach zu bewerkstelligen.

Eine weitere Stunde später war auch dieser Gipfel bezwungen. Und inzwischen hatte es sich etwas zugezogen. Für heute Nachmittag war auch Regen angesagt. Und von uns war niemand darauf aus, diese Meilen im Regen zu wandern. Entsprechend kurz ist die Pause auf dem Gipfel dann auch ausgefallen.

Und auch wenn (heute) noch nicht so viele Meilen hinter mir lagen, die ständigen Höhenwechsel haben sich über die Dauer schon bemerkbar gemacht.

Die meiste Zeit bin ich heute mit Reset gewandert. Er hat sich mit dem Tag heute etwas schwer getan. Und ganz ehrlich hat mir die Gesellschaft und unsere Gespräche auch gut getan und den Tag etwas leichter gemacht.

Nach dieser kurzen Pause folgte der Abstieg zum Fuß von Mount Moriah. Von hier waren es noch 10 Meilen bis zum Hostel. Und es war bereits 16h. Und jetzt wo die Aufstiege leichter wurden, wurden die Abstiege steiler und anspruchsvoller.

In einem Sprint sind wir hoch auf Mount Moriah. Am Himmel hingen schon dunkle Wolken und weiter hinten hörte man Donnergrollen. Am Gipfel hat Ding Dong auf uns gewartet. Sie wollte sichergehen das Ihr Vater sicher über den Gipfel kommt.

Der nun folgende Abstieg war sehr durchwachsen. Zuerst leicht und flach, dann steil und rutschig. Das es anfing zu regnen machte die Sache auch nicht besser.

Ungefähr drei Meilen vor dem Ziel wurde der Trail dann endlich leichter zu laufen, so das wir besser voran kamen. Das war auch dringend nötig, denn es wurde dunkel. Aber so ist das Thema Nachtwanderung für mich auch abgehakt. 😁

Um 20:20 sind Reset und ich am Hostel angekommen. Ich war fix und alle von dem Tag. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob das nicht der bisher härteste Tag auf dem Trail war. Im Hostel haben wir dann alle schnell geduscht und unsere Wäsche gewaschen, bevor wir Pizza bestellt haben. Da wir so viele sind, haben wir ein ganzes Haus für uns bekommen. Und morgen werden wir alle es etwas ruhiger angehen lassen.

Und ab jetzt sind es weniger als 300 Meilen bis nach Katahdin!

Veröffentlicht in Juli

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