21.07.2019 – Tag 119: Trapper John Shelter nach Ore Hill Campsite (1766,5 – 1786,0 Mi)

Obwohl ich einen guten und erholsamen Schlaf dringend gebraucht hätte, gab es den diese Nacht nicht. Es war einfach zu heiß. Und so bin ich ziemlich erschöpft um 5:40 aufgestanden. Und nachdem ich meinen alten Bekannten Wildcard heute morgen wieder getroffen und wir uns noch unterhalten haben, bin ich auch erst um 7:10 los gekommen. So viel zum Thema vor der großen Hitze starten.

Aber dafür hätte ich wohl auch viel früher starten müssen. Schon vor 8h war es zu warm und unangenehm schwül. Zum Warmlaufen durfte ich den gestern begonnenen Abstieg fertig stellen. Und die 1,7 Meilen danach gingen ganz sanft nach oben.

Von da aus wurde es steiler und wilder. Als nächstes war die Lambert Ridge an der Reihe. 800 Fuß auf 0,8 Meilen Strecke. Durch die Hitze und die Luftfeuchtigkeit war ich ziemlich platt und meine Beine wie leer. Als ich aber meine erste Pause auf der Ridge bei tollster Aussicht genießen konnte, da war das fast vergeben.

Lambert Ridge

Genauso ging es danach aber auch weiter, hoch auf den 3.229 Fuß hohen Smart Mountain.

Irgendwann nach 11h bin ich am Gipfel angekommen. Und hier ist nicht nur eine Campsite, sondern auch ein Firetower. Die Aussicht von oben war spektakulär und hat schon einen netten Einblick in die nächsten Tage geboten.

Die Aussicht vom Smarts Mountain Fire Tower

Der Abstieg schien zu einem vollkommen anderen Berg zu gehören. Teilweise war es so flach, das kein Gefälle bemerkbar war. Trotzdem waren nach zwei Stunden 1.800 Fuß Höhe verloren.

Am South Jacobs Brook habe ich meine dritte längere Pause des Tages, und meine Mittagspause, gemacht. Schon alleine deshalb, da es hier Wasser in Hülle und Fülle gab. Hier habe ich auch Wildcard und Fumbles wieder getroffen.

Die nun folgende Besteigung des 2.911 Fuß hohen Mount Cube hat im Guidebook relativ einfach ausgesehen. Da steht aber auch nichts über das Terrain. Der Aufstieg und der Gipfel waren wild, steil, schweißtreibend und enorm schön. Und da es sich etwas zugezogen hatte, war es sogar schon fast erträglich.

Und hier passten Aufstieg und Abstieg zusammen. Die Meilen von Mount Cube runter zur NH 25A haben auf dem ersten Drittel viel Aufmerksamkeit verlangt, bevor es flacher und leichter wurde.

Der Abstieg zur Straße dauerte gute zweieinhalb Stunden. Es war 17:30 und der Tag hatte mich schon ganz gut geschafft. Aber ein letzter Aufstieg, hoch auf Ore Hill, stand mir noch bevor. Und das war, zumindest meistens, eine kontinuierliche Steigung. Manchmal durchsetzt mit kleineren Schikanen.

Laut den Kommentaren in der Guide App Guthooks ist die Wasserquelle an der Campsite nicht besonders gut. Daher habe ich mich riesig gefreut, als da auf einmal Trinkwasser am Weg stand. So war ich die letzten 0,6 Meilen zwar vollgepackt etwas langsamer, aber das war das Wasser mehr als wert! Auch wenn mich in den wenigen Minuten des Wasser fassens die Stechfliegen fast gefressen haben! Die Viecher haben sogar durch mein Shirt durch gestochen!

Nach dem Wasser war ich kaum wieder losgelaufen und von der Straßenkreuzung aus wieder „richtig“ im Wald, als ich rechts neben mir etwas gehört habe. Und siehe da, da stand ein Coyote (oder ein einzelner Wolf?). Wir beide haben uns ein paar Minuten gegenseitig angesehen und gemustert. Als ich fast mein Handy in der Hand hatte um ein Foto zu machen, da ist er allerdings im Wald verschwunden. Ein Foto gibt es daher nicht, eine tolle Erfahrung war es trotzdem!

Als ich um 18:50 an der Campsite ankam, da fing es doch tatsächlich leicht an zu regnen! Nach fünf Minuten und wenigen Tropfen war das aber auch schnell wieder vorbei. Und so konnte ich mein Abendessen zusammen mit Wildcard und Fumbles am Lagerfeuer genießen.

Heute hat für mich eine Sache sehr klar gemacht: wenn ich New Hampshire genießen will (und das will ich!), dann muss ich in den nächsten Tagen meine täglichen Meilen nach unten schrauben. Denn das Terrain wird noch anspruchsvoller und die Berge noch höher. Morgen fangen die Whites (White Mountains) richtig an!

Veröffentlicht in Juli

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