Ich habe geschlafen wie ein Baby. Anscheinend war ich richtig müde, ich bin nämlich kein einziges Mal aufgewacht. Aufgestanden bin ich heute erst um 5:40, und um 7h habe ich mich auf den Weg gemacht.

Um 7h waren die Temperaturen noch sehr angenehm und es war leicht bewölkt. Sehr angenehm. Und laut Guidebook sollte es die ersten fünf Meilen nur leicht abwärts gehen. Was soll ich sagen? Das war eiskalt gelogen. Im folgenden Abstieg waren mindestens fünf kleinere, dafür aber ziemlich steile Aufstiege versteckt. Da ich immer noch müde war, war das noch einmal extra anstrengend.



Nur gut das heute direkt drei Möglichkeiten nahe am Trail liegen, die Snacks verkaufen. Die erste, die On the Edge Farm schon nach vier Meilen. Zuerst wollte ich die Farm überspringen, bin dann aber doch hingelaufen. Um kurz vor 9h war ich da. Die Farm öffnet allerdings erst um 10h. Und vorher war das Trinkwasser abgedreht und das Dixie abgeschlossen. 😪 Also zurück und ohne Eis weiter wandern.

Danach zeigte sich dann auch, was heute für ein Tag werden sollte: ein heißer Tag mit hoher Luftfeuchtigkeit und ständigem Auf und Ab. Ein PUDD (Pointless Up and Down Day). Dabei war das Muster meist das gleiche: ein steiler Aufstieg durch den Wald, gefolgt von einem grasigen und dadurch ziemlich schwül heißem Gipfel und einem steilen Abstieg runter zu einem Bach.




Gut das nach acht Meilen und drei Wiederholungen die Pomfret Road kam. Von hier aus war es nämlich nur ein Katzensprung zur Back Porch. Ein Thru-Hiker Ehepaar hat hier ein Haus gekauft und verkauft auf der Veranda jetzt kalte Getränke, selbst gebackenes und selbstgemachte Eis Sandwiches. Und hier habe ich zugeschlagen. Im Schatten auf der Veranda sitzend habe ich zwei Sodas, einen riesigen Brownie und ein Eis Sandwich vernichtet. Danach war ich voll und es ging mir besser.


Und die Energie sollte ich auch gut gebrauchen können. Direkt nach der Pause kam ein Anstieg über eine halbe Meile und 700 Fuß. Und das inzwischen in der Mittagshitze. Danach ging es ,wie heute nicht anders zu erwarten weiter: beständig hoch und runter. Nach 13 schweißtreibenden Meilen stand ich auf dem Gipfel von Thistle Hill. Theoretisch sollte es von hier aus nur noch leicht rollend abwärts gehen.




Aber Pustekuchen. Auch in diesem Abstieg waren steile Stücke nach oben versteckt. Aber irgendwann war ich doch kurz vor dem finalen Abstieg ins Tal. Und was steht da plötzlich! Eine Bank mit schöner Aussicht. Also habe ich hier noch eine ausgiebige Pause gemacht. Und da es hier außerdem Empfang gab, habe ich auch kurz mit zu Hause telefoniert. Etwas Aufmunterung nach diesem schweißtreibendem Tag habe ich gebraucht.


Im Tal durfte ich ungefähr zwei Meilen an einer Straße lang wandern.


Für die letzten 2,5 Meilen durfte ich wieder in den Wald und aufsteigen. Und das hat sich dann doch etwas gezogen.


Um 18:50 habe ich den Shelter erreicht. Und da war ich ziemlich erschlagen und von Mücken zerstochen. Mein Zeltplatz ist ziemlich hübsch, dafür ist die Wasserquelle nicht wirklich toll. Aber es hat gereicht, um meine Füße zu kühlen und mich und meine Beine etwas zu waschen. Und das war auch beides dringend nötig.
Um 19:40 war ich mit allem so weit fertig, das ich in mein Zelt kriechen konnte. Da habe ich auch mein kaltes Abendessen gegessen. Auf etwas warmes hatte ich heute keine Lust. Neben dem weiteren Vorteil, im Zelt mückensicher zu sein.

Wandern bei den Temperaturen ist nicht wirklich etwas für mich. Morgen soll es noch wärmer werden und zwischendurch soll es regnen. Wenn das stimmt, dann wird das morgen ein Tag in der Waschküche.