15.07.2019 – Tag 113: Peru Peak Shelter nach Clarendon Shelter (1663,0 – 1686,3 Mi)

Seitdem es nachts wieder kühler ist, schlafe ich deutlich besser. Und die kühle Luft und das Rauschen des Baches waren einfach super. Und dazu noch der schön weiche Waldboden!
Und so bin ich gut erholt auch schon um 5:30 aufgestanden, habe mich um 6:45 verabschiedet und bin los gewandert.

Bei der Verabschiedung habe ich mich endgültig wie ein echter Thru-Hiker gefühlt, da mich die Szene an eine Stelle in „Laufen. Essen. Schlafen.“ von Christine Thürmer erinnert hat. Während die anderen im Camp noch tief geschlafen und maximal die Ersten gerade aufstehen, bin ich schon mit allem fertig und unterwegs. Fühlt sich gut an. 😉

Die erste halbe Meile führte mich zu der Campsite, zu der ich eigentlich wollte. Gut das ich das nicht gemacht habe. Da war nämlich alles belegt. Dafür war der See sehr schön.

Die nächsten Meilen waren flach und schön zu wandern. Allerdings glaube ich dem Guidebook ab jetzt noch weniger, als ich es eh schon tue. Auf einmal kam da nämlich ein ziemlich steiles Stück, das da gar nicht hätte sein dürfen.

Die vier Meilen danach ging es bergab, hin zum Little Rock Pond, durch sonnendurchfluteten Wald und entlang eines hübschen Baches.

Der See war richtig toll. Und direkt dort war auch eine Campsite. Wäre es später gewesen, dann hätte ich hier wohl gelagert. So hat es „nur“ für eine schöne Pause gereicht.

Little Rock Pond

Vom Wasser aus ging es nun hoch zu den Steinen, der Ridgeline genannt White Rocks. Und dort oben gibt es zwei Steingärten, die angeblich von Appalanesischen Gnomen erbaut wurden. Gnome habe ich nicht gesehen, dafür waren die Steingärten aber super.

Und da oben war es so wunderbar friedlich und entspannt, das ich direkt die nächste Pause gemacht habe. Einfach wunderschön. Und die Verbindung aus Steinmännchen und sonnendurchflutetem Wald (ohne Mücken!) war einfach nur magisch!

Anschließend ging es wieder bergab, bevor direkt danach der Aufstieg auf Bear Mountain (schon wieder einer…) anstand. Und der war mit 1.100 Fuß schon ganz ordentlich. Und das ganz ohne steile Abschnitte.

Nach einem kurzen geraden Stück kam der Abstieg. Und der hatte es teilweise ganz schön in sich.

Im Tal wartete eine Brücke über den Mill River. Ich habe kurz überlegt ob ich hier ein Bad nehmen soll, mich in Anbetracht des anstehenden Anstiegs aber dagegen entschieden. Und außerdem wollte ich inzwischen auch eigentlich nur noch ins Camp und etwas relaxen.

Das Bad wäre sicher schön gewesen. Allerdings wäre es nach fünf Minuten auch schon wieder hinfällig gewesen. 500 Fuß auf 0,4 Meilen. Das war steil und anstrengend. Diplomatisch ausgedrückt.😉

Dafür gab es oben wenigstens noch eine kleine Aussicht auf den Rutland Airport.

Blick auf den Rutland Airport

Um 17:50 bin ich am Shelter angekommen. Und auch hier gibt es wieder einen kleinen Bach in der Nähe. Perfektes Hintergrundrauschen in der Nacht, und super zum Waschen und Füße kühlen.

Clarendon Shelter

Dafür das ich heute mit über 23 Meilen einen langen Tag hatte, hat es sich doch nicht so angefühlt. Vermont ist wirklich unglaublich schön, da kann ich auch gerne Mücken, Fliegen und steile Anstiege vergeben.
Auf einen Abendessen am Shelter hatte ich heute aber keine Lust mehr, also habe ich am Zelt gegessen.

Veröffentlicht in Juli

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