14.07.2019 – Tag 112: Stealth Camp nach Peru Peak Shelter (1644,2 – 1663,0 Mi)

Und wieder eine wunderbare Nacht. Der weiche Waldboden, mit einer Decke aus Piniennadeln, ist einfach nur toll. Aufgestanden bin ich wie immer in letzter Zeit um 5:40 und um 7:10 war ich wieder auf dem Trail.

Mein erstes großes Zwischenziel für heute war Manchester Center. Eine Kleinstadt in 8,7 Meilen Entfernung. Dort wollte ich zum Outfitter, neue Schuhe kaufen, meine Vorräte aufstocken (ich habe die letzten Tage schon „zu viel“ gegessen und zu wenig Essen über) und vor allem eine große Pizza essen!

Bis zur US Route VT 11 & 30, verlief der Trail ganz sanft auf und ab und war super zu laufen, so das ich hervorragend voran kam. Auf halbem Weg habe ich einen Herrn getroffen, der gerade Trail Maintenance (also Wartung) betrieb. Er hat mir erzählt, das er vor 47 Jahren auch einen Thru-Hike gemacht hat. Und das er insgesamt der 80te war, der das geschafft hat! Wahnsinn! Alleine dieses Jahr haben jetzt schon über 80 Personen gefinisht.

Gegen halb 11 war ich an der richtigen Straße. Empfang hatte ich keinen, also schied UBER aus und ich musste hitchen. Und es dauerte fast 15 Minuten bis jemand hielt. Und der konnte mir auch nur eine Fahrt bis fast in die Stadt anbieten. Aber besser als nichts. Und so musste ich nur eine knappe Meile und nicht 5,4 Meilen gehen.

In der Stadt angekommen bin ich zuerst zu Manchester Pizza essen gegangen. Eine 18″ Peperoni Pizza. Die Hälfte zum sofort Essen, die andere Hälfte als Abendessen und Proviant für morgen.

Beim Essen ist mir aufgefallen, welcher Tag heute ist. Es ist Sonntag – und da hat der Outfitter geschlossen. Also schon wieder keine neuen Schuhe für mich. 😪 Anschließend bin ich zum Convinience Store nahe zum Restaurant gegangen. Ziemlich überteuert, aber für das wenige was ich brauche gerade noch ok. Der Hitch zurück fing schon wieder an zu dauern, so das ich schon ein Shuttle rufen wollte. In genau dem Moment hielt ein Wagen und nahm mich den ganzen Weg zum Trailhead mit zurück. Um 13:10 war ich wieder zurück auf dem Trail.

Und sofort begann der Aufstieg auf Bromley Mountain. Drei Meilen und 1.400 Fuß. Die Steigung war zwar konstant, dadurch aber auch wenig steil.

Um 14:20 war ich auf dem Gipfel. Und bei schönem Wetter und toller Aussicht habe ich erstmal Pause gemacht.

Aussicht von Bromley Mountain

Der folgende Abstieg nach Mad Tom Notch war zu Beginn steil, später dann nett lang gezogen.

Unten angekommen gab es Trail Magic in Form von Wasserkanistern. Genau passend. Denn nach der Pizza und dem damit verbundenen Durst sowie den Meilen danach war mein Wasser fast alle.

Danach folgte der Aufstieg nach Styles Peak. Und die 900 Fuß hatten es in sich. Ordentlich steil, mit vielen Wurzeln und Steinen. Ich war so mit schwitzen beschäftigt, das mir fast nicht aufgefallen wäre, wie schön es trotzdem war. 😉

Über eine kleine Ridgeline ging es weiter zum Peru Peak.

Der letzte Abstieg war zu Beginn wieder steil. Nach der Hälfte des Abstiegs hat sich das aber auch gelegt.

Kurz vor 18h war ich am Shelter und eigentlich wollte ich noch eine halbe Meile weiter zur nächsten Campsite. Die Hiker hier am Shelter haben mich aber gewarnt, das eine große Gruppe Boyscouts schon auf dem Weg dorthin ist. Also habe ich mich für die Ruhe hier und einen schönen Zeltplatz direkt neben dem Bach entschieden. Das Rauschen ist einfach entspannend.

Wie sich beim Abendessen herausgestellt hat, wandern die meisten hier den 280 Meilen langen Vermont Long Trail. Der verläuft die ersten 100 Meilen parallel zum Appalachian Trail und beginnt genau an der südlichen Grenze von Vermont. Und die meisten sind erst 10 Tage unterwegs. Lustig zu hören, das hier die gleichen Gespräche und Geschichten kommen und die gleichen Unsicherheiten da sind, wie bei mir/uns am Anfang.
Und als ich meine Pizza zum Abendessen ausgepackt habe, da haben die anderen glaube ich etwas gelernt. Zumindest dem Sabbern nach zu schließen. 😉

Veröffentlicht in Juli

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