13.07.2019 – Tag 111: Goddard Shelter nach Stealth Camp (1622,9 – 1644,2 Mi)

Hätte ich letzte Nacht schon gewusst, was hier nachmittags passiert war, dann hätte ich wohl nicht so gut geschlafen, wie ich es getan habe. Wie ich heute im Laufe des Tages erfahren habe, wurde der „Problembär“ gestern von einem Ranger erlegt. Er war zu sehr an Menschen und Ihr Essen gewohnt und hat seine Scheu vor den Menschen dadurch verloren. Und wurde so für die Menschen zu einer Gefahr. Weil also einige Menschen dumm gehandelt haben, musste der Bär sterben. Die Park Ranger waren wohl ziemlich sauer. Zu Recht.

Ich bin um 5:40 aufgestanden und habe den Shelter um 7:05 verlassen. Da war es noch neblig und kühl.

Nach 10 Minuten war der erste Gipfel des Tages erklommen. Hier hätte ich gestern fast gecampt. Da waren eine paar schöne Zeltplätze. Allerdings wurde auch genau hier der Bär erlegt…
Auf Grund des Nebels habe ich auf die Besteigung verzichtet. Schade, das wäre sicher ein toller Ausblick gewesen!

Glastenbury Mountain Lookout Tower

Die nächsten vier Meilen ging es mehr oder weniger abwärts. Und nach etwa einer Stunde hat mich Cona eingeholt, die Wandererin die gestern auch am Shelter war. Wir sind von da an den restlichen Tag über zusammen gewandert und haben uns dabei gut unterhalten.

Nach etwas unter zwei Stunden waren wir am Kid Gore Shelter. Die Bärengeschichte stand hier im Shelter Logbuch. Das haben wir während unserer kurzen Pause gelesen. Am Shelter, Richtung Süden, hing auch ein Schild, das der Goddard Shelter geschlossen gewesen wäre. Gut dass das vor und am Shelter nicht hing …
Und anschließend führte der Trail erst 500 Fuß nach oben, bevor es weiter bergab ging. Dabei war der Trail schön zu wandern.

Gegen Mittag waren die ersten 12 Meilen geschafft und wir waren an der Black Brook Bridge angekommen. Ein wunderschöner Platz für eine Pause. Der Nebel war inzwischen komplett verschwunden und die Sonne schien angenehm warm und nicht zu heiß. Und hier habe ich auch meine ersten echten SoBos getroffen. SoBos, oder auch Southbounder thru-hiken den Trail von Nord nach Süd und starten entsprechend später. Katahdin wurde dieses Jahr erst am 15. Juni geöffnet. Vorher lag noch zu viel Schnee und es war zu gefährlich.

Cona auf der Black Brook Bridge

Nur kurz nach der Brücke war ein Parkplatz. Als wir darauf zugingen habe ich noch gesagt, was für ein wunderbarer Ort für Trail Magic. Und tatsächlich, als wir an einem der Autos vorbei gingen, an dem drei Day-Hiker gerade Ihre Sachen zusammen packten, fragte einer: Seid Ihr Thru-Hiker? Wollt Ihr etwas zu essen? Das war von den dreien sicher nicht geplant, aber wir wurden mit Sandwiches, Obst und Snacks versorgt. Wir haben später vermutet, alles was über war und/oder die Jungs finden konnten. Die drei sind übrigens alle ehemalige Thru-Hiker. So oder so war das super nett von den dreien und die Snacks waren echt lecker und taten sehr gut!

So gestärkt konnte die Besteigung von Mount Stratton erfolgen. Und der sieht im Guidebook wirklich einschüchternd aus. 1.700 Fuß über 3,8 Meilen.

Da hat mich das Guidebook aber vollkommen umsonst unruhig gemacht. Der Aufstieg war zwar lang, aber weder steil noch besonders anspruchsvoll. In unter zwei Stunden war das geschafft.

Oben angekommen wartete , neben unzähligen nervenden Fliegen, ein Aussichtsturm mit einer feinen 360° Aussicht.

Stratton Mountain Lookout Tower
Bilbo und Cona auf dem Stratton Mountain Lookout Tower

Und einige der Day Hiker hatten Ihren Hund dabei, der natürlich betreut werden musste, während die Besitzer oben auf dem Turm waren. 😀 Habe ich eigentlich schon mal erwähnt das ich a) mich jedes Mal riesig freue hier auf dem Trail einen Hund zu sehen und b) ich meinen Hund extrem vermisse?

Nach einer schönen Pause in der Sonne haben wir uns an die letzten Meilen des Tages und den damit verbundenen Abstieg gemacht. Der war ähnlich wie der Aufstieg, lang aber fair.

Und dann war auch schon wieder Zeit zum Abschied nehmen. Cona übernachtet heute in einem Shelter am See. Ich wollte noch zwei Meilen weiter und einen besonderen Meilenstein überschreiten. Auf dem Weg dorthin lag der Stratton Pond und der Eingang in die Lye Wilderness. Und ab da wurden die Meilen etwas matschiger. Wenn der Matsch so bleibt, kann ich damit aber gut Leben.

Und dann, nur 0,2 Meilen von meinem Stealth Camp entfernt, lag dann die Meile 1.644. Klingt nichtssagend, oder? Damit sind aber 3/4 des Weges geschafft! Jippieh! 😁

Um 18:05 war ich am Camp. Direkt hinter einer Brücke über einen Bach. Nachdem mein Zelt aufgebaut war, habe ich hier mein Wasser gefiltert und währenddessen schön meine Füße gebadet. Neben mit war noch ein junges Ehepaar mit Ihrem Baby da.

Ich hoffe, die nächsten Tage werden so schön wie heute. Schönes Wetter, ein angenehmer Trail und eine wunderschöne Natur.

Und das wandern heute mit Cona hat mir echt gut getan. Ich glaube, das hat mich endgültig aus meinem „Loch“ nach der Trennung mit Fireball und Five O’Clock raus geholt.

Veröffentlicht in Juli

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