Als ich heute morgen um 5:40 aufgestanden bin, war ich noch ziemlich müde. Und das obwohl ich ziemlich gut geschlafen habe. Ob das an der Umstellung auf längere Tage liegt oder daran, dass das Gelände wieder anspruchsvoller wird? Entsprechend langsam war ich und bin erst um 7:10 gestartet.

Zum Aufwärmen ging es zuerst 600 Fuß nach oben. Die meiste Zeit über verlief der Trail stetig aufwärts, mit kaum steilen Passagen.

Und es sah nach Regen aus. Alles war grau und die Wolken hingen tief. Außerdem war noch alles nass vom gestrigen Regen.

Nach diesem ersten Aufstieg führte der Weg leicht abwärts. Allerdings war er durch Matsch, Steine und Wurzeln auch anstrengend zu laufen. Und spätestens hier habe ich auch gemerkt, wie sehr mir der Tag von gestern noch in den Knochen steckt. Ich war hungrig wie ein Wolf, dafür aber ziemlich langsam und kam auch nur schleppend voran.


Und gegen 10h fing der Regen dann richtig an. Zuerst nur als Luftbefeuchtung, nach kurzem aber schon handfester Regen. Wirklich unangenehm war das nicht (meine Sachen waren eh alle noch klamm), aber meiner Laune tat das nicht wirklich gut.

Um halb 11 war ich am Congdon Shelter. Hier habe ich im trockenen eine Pause gemacht. Danach bin ich dann zwar nicht munter, bin aber zumindest etwas satter weiter gewandert.



Kurz vor dem Abstieg runter nach Bennington habe ich eine Jugendgruppe getroffen. Und die haben mich vor dem steilen Abstieg gewarnt. Zuerst wollte ich das schon als Bla bla abtun, aber das Guidebook zeigte etwas ähnliches an. Ich durfte mich also freuen… Und die Jugendlichen hatten Recht. Es war wirklich ziemlich steil.

Unten angekommen habe ich die nächste Pause gemacht. Und am liebsten hätte ich schon mein Zelt aufgebaut. Aber nichts da! Immerhin war es erst knapp 13h. Also auf zum nächsten Aufstieg. Und der war zu Beginn schön steil und anstrengend. Für mich hieß das heute, eine gute Stunde Spaß. 🙄 Danach lagen 1.300 Fuß Höhe zwischen mir und dem Tal.


Kurz danach begann die Glastenbury Wilderness. Die rühmt sich damit, den Trail möglichst ursprünglich zu belassen, umgestürzte Bäume nicht zu entfernen und den Weg weniger zu markieren. Das ganze über 6,4 Meilen und während den nächsten 1.200 Höhenfuß.





Schön war es auf jeden Fall. Und man sieht auch deutlich, warum die Berge von Vermont Green Mountains heißen. Der Schlamm dazwischen hat meine Geduld aber schon auf die Probe gestellt.
Anderthalb Meilen vor dem heutigen Ziel war die Wilderness zu Ende. Und ich hätte den ganzen Abschnitt sicher sehr genossen, wäre ich nicht so schlapp gewesen, und hätten meine Füße nicht so weh getan (hatte ich schon erwähnt das ich !dringend! neue Schuhe brauche?). So aber war das ein klassischer Type 2 Fun. 😉

Das letzte Stück ging erst sanft, die letzten Meter steil aufwärts.


Kurz vor dem Shelter bin ich gefühlt nur noch vor mich hingestolpert. Und ich war unglaublich froh, das nur wenige Meter vor dem Shelter ein kleines Bächlein floss. Die Vorstellung jetzt noch 3,5 Liter Wasser für Essen und Nacht den Berg hochschleppen zu müssen, hätte mich heute fertig gemacht.
Um 18:30 war ich endlich am Shelter. Neben mir ist nur Cona, eine andere Hikerin hier. Das liegt entweder daran (was ich hoffe und vermute), das ich gerade zwischen zwei Blasen bin. Oder aber, niemand traut sich hier zu übernachten, da hier letzten Monat angeblich ein Bär ein Zelt aufgerissen und in das Privey eingebrochen ist. Zumindest haben wir uns beim Abendessen gut unterhalten. Sie ist eine AT-Section Hikerin, ist in New York gestartet und will sehen wie weit sie kommt, bis sie wieder Ihren Dienst als Lehrerin auf Hawaii antreten muss.
Naja, all mein Essen und alles was riecht ist in der Bearbox. Mal schauen was die Nacht so bringt.
