Letzte Nacht hätte ich auch einfach weiter wandern können. Ich konnte erst nicht einschlafen, und als ich endlich weg gedämmert bin, da hat sich ein Nachtfalter zwischen Innen- und Außenzelt verirrt. 😠 Trotzdem bin ich wieder um 5:40 aufgestanden und war um 7h wieder am wandern.

Für die erste Hälfte des Tages war eine flache Ridgeline angesagt. Minimale Höhenunterschiede, nur gelegentlich unterbrochen von Forstwegen oder Bächen. Und im Großen und Ganzen passte das auch und ich bin gut voran gekommen.





An diesem kleinen Bächlein habe ich mich und mein Shirt gewaschen. 10:40 und ich war schon klatsch-nass. Mein Shirt war nach dem Waschen genauso nass wie vorher. Nur etwas sauberer.

Und so war schon um 11:40 mehr als die Hälfte des Tages geschafft und das Städtchen Dalton erreicht. Der Trail führt hier über 1,5 Meilen direkt durch die Stadt.

Und da ich ja eh schon Mal da war😁, bin ich eben links abgebogen und habe einen Stop bei Jacobs Diner eingelegt. Zumindest nachdem ich gemerkt hatte, das ich ein Stück zu weit gegangen war. 😉 Ein leckeres Sandwich, kühle Getränke und anderthalb Stunden im kühlen sitzen – das tat richtig gut. Und mein Wasser konnte ich hier auch noch auffüllen.


Anschließend ging es 800 Fuß hoch und danach wieder oben über den Hügelkamm. Gut gestärkt ging das schnell und ohne Schmerzen. Nur die verdammten Mücken haben mich wahnsinnig gemacht!



So begann nach kurzem auch schon der Abstieg runter nach Cheshire.

Und um 17h war ich schon da. Kaum in der Stadt angekommen, kam ich an einem Haus vorbei, an dem ein Angler gerade aus seinem Auto Ausstieg. Er fragte mich, ob ich ein Thru-Hiker sei. Nachdem ich das bejaht habe, hat er mir ein kaltes(!) Bier geschenkt. Mir gefällt die Stadt schon jetzt.
Danach habe ich am ersten Eisladen im Ort einen Stop eingelegt und mir ein Eis gegönnt. Und den Outfitter im nächsten Ort angerufen. Und der konnte mich kaum 15 Minuten später auch wirklich abholen. 😀 Dort gab es neues Gas für meinen Kocher, neuen Mückenschutz und neue Socken. Passende neue Schuhe hatte er leider nicht. Auf der Rückfahrt hat er mir noch eine kleine Rundfahrt durch die Stadt gegeben und mir gezeigt, wo ich schön baden oder sonstwo weggehen könnte.

Wieder zurück in Cheshire bin ich zur St. Mary of the Assumption Kirche gegangen. Hier dürfen Thru-Hiker umsonst campen. Und ein Dixie gibt es auch. Und eine Steckdose. Also fast der Hiker Himmel. 😉

Nachdem mein Zelt aufgebaut war bin ich 0,8 Meilen zum Dollar General Vorräte kaufen gegangen. Und danach gab es Abendessen bei Dunkin Donuts. Mein Kaloriendefizit von gestern habe ich heute wohl wieder aufgeholt. 😎
Übernachtet habe ich hier übrigens ganz alleine.
Und so im Nachhinein: Ich hatte zwar Geld, Ausweis und Rucksack dabei, alles andere ist aber alleine im Zelt geblieben. Mein Glaube in die Menschheit hat sich in den letzten Monaten eindeutig zum besseren hi entwickelt. Zu Beginn hätte ich das glaube ich kaum gemacht.

Hallo Bilbo,
wenn Du das Tempo beibehältst, dann bist Du Mitte August wahrscheinlich schon am Mt. Katahdin! =D Wahnsinn, was Du mittlerweile täglich an Strecke hinter Dir lässt… Wir sind stolz auf Dich und Du fehlst uns hier!
LG
Cookie
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Hallo Bilbo…
ich denke der Name kommt von den behaarten Füßen… Gib weiter Gas, aber übertreib es nicht. Es soll ja auch noch Spaß machen. Auch uns fehlst Du hier, und natürlich sind wir auch stolz auf Dich. Nur das Verständnis fehlt uns, da Du das ganze ja ohne Fahrzeug machst.
Bis bald.
Pawel und der Rest der Familie
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Hallo Christian,
wir haben in den Nachrichten gehört, dass in Manhattan mal wieder der Strom ausgefallen war – hast Du davon in der „Pampas“ auch etwas mitbekommen?
Toll wie du alle „Unwegsamkeiten“ bewältigst – besonders dramatisch war ja dein Schuhproblem.
Ich wünsche dir, dass auf den „letzten“ Metern/Meilen alles glatt läuft, du gesund und munter bleibst und weiterhin viel Freude hast.
Viele Grüße – ANJA
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Hallo Anja,
Danke für Deine Wünsche!
Die einzigen Ausfälle von denen ich gehört habe, die kamen vom US Präsidenten. 😉
Die Schuhe sind tatsächlich blöd, aber irgendwann finde ich schon neue.
Und der Trail wird immer schöner. Das erleichtert vieles.
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