09.07.2019 – Tag 107: Mount Wilcox North Shelter nach October Mountain Shelter (1536,3 – 1559,3 Mi)

Und wieder eine schön kühle Nacht in der ich gut geschlafen habe. Aufgestanden bin ich wieder um 5:40 und um 7:05 war ich wieder unterwegs. Vorher habe ich mich aber noch richtig von Fireball und Five O’Clock verabschiedet. Auf dem Trail werden wir uns (nach heute) wohl nicht mehr Wiedersehen. Sie gehen heute nur 16 Meilen und haben morgen einen Nearo. Das ist wirklich sehr schade. Ich mag die Beiden sehr und nette Gesellschaft unterwegs und Abends ist auch immer schön. Und nach über 1.000 Meilen habe ich mich auch ziemlich an die beiden gewöhnt. 😉
Und so bin ich mit Tränen in den Augen und einem Stein im Magen losgezogen.

Auch wenn Abschied nehmen weh tut, es muss doch weiter gehen. Und ich habe mir für heute 23 Meilen vorgenommen, und da muss ich mich schon ran halten um einigermaßen zeitig anzukommen. Die ersten vier Meilen waren schön einfach. Vorwiegend abwärts, gefolgt von einer sanften Steigung.

Schon um 9:15 war ich am Gipfel von Tyringham Cobbler, in fast sechs Meilen Entfernung, angekommen. Und an so einer schönen und einladenden Stelle musste ich einfach eine kurze Pause machen.

Nach einem kurzen Abstieg folgte eine schöne Überraschung: ein kleiner Selfservice Shop. Zu den kalten Sodas konnte ich einfach nicht Nein sagen.
Die Steckdosen waren leider nicht angeschlossen, so das ich meine Akkus während der Pause nicht laden konnte.

Gerade als ich ging, kamen Fireball und Five O’Clock an. Schade, das wäre eine schöne letzte gemeinsame Pause gewesen. Während die beiden sich Ihre Sodas geholt haben, habe ich mich zügig dem ersten richtigen Anstieg des Tages genährt, Baldy Mountain. Dazu führte der Trail wieder einmal über Holzplanken durch einen Sumpf.

Die 1.000 Fuß Aufstieg auf Baldy Mountain waren dann gar nicht so schlimm, wie es vorher im Guidebook aussah. Es gab zwar einige steilere Stellen, die waren aber schnell überwunden. Mag allerdings sein, dass das daran lag, das ich ausnahmsweise Musik auf den Ohren hatte. 😉

Nachdem das geschafft war, folgte ein langer Abstieg runter zum Upper Goose Pond. Und wie das auf dem AT so ist, war der Abstieg wieder mal mit vielen kleinen Steigungen versehen. Hier werden Fireball und 5 O’Clock Ihren Nearo haben. Nach kurzer Überlegung bin ich aber doch weiter.

Der Weg um den See herum war zwar ziemlich flach, allerdings auch ziemlich durchsetzt von Wurzeln und Steinen und allgemein nicht unbedingt im besten Zustand. Das hat mich doch etwas verlangsamt.

Als ich das überwunden hatte, konnte ich mich auch direkt wieder belohnen. Direkt neben dem Trail ist nämlich die Berkshire Lakeside Lodge. Und hier kann man Sodas, Obst und Muffins kaufen. Außerdem durfte ich innen im kühlen sitzen und mein Handy laden.

Der Aufstieg auf Walling Mountain danach war in der Nachmittagshitze zwar anstrengend, gut gestärkt aber schnell geschafft.

Laut Guidebook waren es danach nur noch 5 Meilen bis zum Ziel. Etwas abwärts, teilweise flach um einen Pond herum. Diese Meilen hatten es aber in sich. Vor allem die Kombination aus Wurzeln und Steinen hat meinen Füßen ordentlich zugesetzt.

Umso glücklicher war ich, als ich um 18:05 am Shelter war und mein Zelt aufbauen konnte. Die Kombination aus Hitze, Mücken, dem Abschied von den beiden, Wurzeln, Steinen und vielen Meilen hat mich ziemlich fertig gemacht. Vor allem auch, um endlich diesen lästigen Mücken und Fliegen zu entkommen! Die entwickeln sich zu einer richtigen Plage. Und weiter nördlich soll es noch schlimmer werden!

Neben mir campt heute Abend die „Family Yardsale“. Das sind Mama und Papa mit Ihren beiden Töchtern und dem Jüngsten, Sohnemann „Destroyer“. Mit dem habe ich während dem Zeltaufbau etwas rumgealbert. Die ganze Familie macht genauso wie ich den ganzen Thru-Hike, unterstützt durch Oma und Opa, die sie an Straßenkreuzungen mit Vorräten versorgen.
Und am Shelter war wieder Strech. Obwohl er immer wieder Strecken mit dem Auto überspringt, kann er nur kaum mithalten. 🙂

Danach hatte ich keine Lust mehr zu kochen. Also habe ich nur Wasser geholt (und meine Socken gewaschen – 🤮) und habe danach im Zelt diverse Snacks zu einem Abendessen kombiniert. Morgen komme ich direkt durch zwei Städte, da kompensiere ich die fehlenden Kalorien von heute wieder. 😉

Veröffentlicht in Juli

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