08.07.2019 – Tag 106: The Hemlocks Shelter nach Mount Wilcox North Shelter (1514,8 – 1536,3 Mi)

Was habe ich letzte Nacht hervorragend geschlafen! Es war richtig schön kühl. So darf das jetzt bleiben. 😉 Um 5:40 bin ich aufgestanden und um 7:05 war ich unterwegs.

Zuerst ging es noch etwas über die Ridgeline, bevor der lange Abstieg ins Tal folgte.

Im Tal angekommen verlief der Trail entlang einiger Felder und durch, Überraschung 😉, Wald. Der Wald war allerdings so unglaublich Mückenverseucht, das ich mir fast den Rucksack heruntergerissen habe, um mein Mückenspray aufzulegen.

Man sieht die kleinen Blutsauger nicht, aber hier gab es wahre Mückenschwärme!

Anschließend gab es wieder einen Catwalk durch einen Sumpf. Zusätzlich zu den tausenden von Mücken habe ich hier noch zwei Schlangen gesehen.

An der Route 7 gibt es einen Antikhändler. Und der verkauft Sodas. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Für solche Gelegenheiten entwickle ich immer mehr einen Riecher. 🙂 Kann natürlich auch gut mit meinem ausgiebigen Guthooks Studium bezüglich Straßenkreuzungen zu tun haben. 😉
Und gut das Fireball und 5 O’Clock da zu mir aufgeholt haben. So konnten wir gemeinsam Pause machen.

Anschließend ging es noch für eine Weile entspannt und flach weiter.

Allerdings war klar, dass das nicht die ganze Zeit so weitergehen kann. Inzwischen liegen die flachen Mid- Atlantik Staaten hinter mir und ich befinde mich in den sogenannten Neu-England Staaten. Und die sind wieder deutlich höher und bergiger. Die nächsten 2,5 Meilen und 1.200 Fuß haben das deutlich klar gemacht. 😉

Oben angekommen ging es über Stock und Stein, bei einem beständigen Auf und Ab weiter.

Hier hätte eigentlich noch im Schatten gefrorenes Eis sein sollen. Dafür war es aber schon zu heiß. 😦

Neben den Höhenmetern hat noch etwas anderes den Tag anstrengend gemacht. Seit dem letzten Shelter (und eigentlich da auch nicht) waren gute Wasserquellen Mangelware. Erst nach knapp 17 Meilen kam die erste vernünftige Quelle. Bis dahin war ich schon fast 8 Stunden unterwegs. Und ich inzwischen entsprechend durstig.

Nachdem mein Tank wieder voll war und ich eine schöne Pause hatte, ging es weiter. Und zwar 1.000 Fuß hoch auf Mount Wilcox.

Das letzte Stück verlief entlang der „The Ledges“.

Und kurz vor dem Shelter gab es noch einen Biberdamm. Unglaublich was diese kleinen Kerlchen so bauen!

Um 17:25 bin ich am Shelter angekommen. Hier wurde ich sehr freundlich von einem jungen Mann empfangen, der hier mit seiner Jugendgruppe campt. Als ich die Gruppe gesehen habe, wollte ich mir schon einen einigermaßen flachen Platz im „Unterholz“ sichern.
Der Jugendleiter hat aber freundlicherweise die guten Zeltplätze und den Shelter für Thru-Hiker frei gehalten. Unglaublich wie freundlich, rücksichtsvoll und „gut erzogen“ diese Jugendgruppe ist! Das habe ich schon ganz anders erlebt!

Nach kurzer Zeit kamen auch Fireball und 5 O’Clock an und wir haben, wahrscheinlich zum letzten Mal, zusammen zu Abend gegessen. Die beiden wollen deutlich später als ich fertig sein als ich und machen dementsprechend ab jetzt mehr kürzere Tage. Vor allem aber auch, da Fireball sich mit den langen Tagen die ich machen möchte, echt schwer tut. Bei 18+ Meilen am Tag fängt es für sie an, keinen Spaß mehr zu machen.
Und ich möchte längere Tage machen. Die Zwei werden mir nur sicher fehlen. 😪 Und so war das zwar ein schöner, aber doch auch melancholischer Abend.
Fireball hatte aus einer Trail Magic eine kleine elektrische Kerze, die sie extra für diesen Moment mit geschleppt hat! Einen größeren Liebesbeweis als für jemanden zusätzliches Gewicht mitzutragen gibt es eigentlich auf dem Trail kaum!

Nach dem Abendessen bin ich mit einem Stein im Magen ins Bett gegangen.

Veröffentlicht in Juli

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