Wenn es nachts doch nur etwas kühler wäre. Heute morgen war meine Isomatte fast nass. Und da es heute noch heißer werden soll, bin ich schon um 5:40 aufgestanden und war schon um 6:50 unterwegs.

Wie auch schon gestern durfte ich zur Aufwärmübung erst einmal aufsteigen.

Die nächsten Meilen ging es entlang der Ridgeline auf und ab (gefühlt mehr auf als ab). Und schon kurz nach 7h war es unglaublich warm. Hätte es jetzt geregnet, ich hätte nicht viel nasser sein können. Das klingt immer nach einer Platitüde, ist aber wirklich so. Shirt, Hose, Unterwäsche – einfach alles war komplett nass und durchgeschwitzt. Vor dieser Tour hätte ich nicht gedacht das ich SO schwitzen kann.





Zum Mittagessen war ich mit Fireball und 5 O’Clock zum Mittagessen verabredet. Dazu haben wir uns an der US7/CT112 verabredet. Hier steht ganz nah am Trail, bei einem Gebrauchtwagenhändler, ein Soda Automat.
Und nur um das mit dem Schwitzen noch einmal aufzugreifen: mein Handy war so voll geschwitzt, das ich erst ein trockenes Tuch finden konnte um das Touch-Display trocken zu wischen, damit ich es wieder benutzen konnte.
Eiskalte Cola – super! Danach sind wir gemeinsam die etwas mehr als eine Meile zum Mountain House Diner gewandert. Dort gab es für mich ein sehr leckeres Johnny Cash Skillet.


Und auch nach dem Essen sind wir noch zusammen weiter gewandert. Der Weg entlang des Housatonic River war wie gestern schon schön flach und sehr angenehm zu laufen. Und das war auch gut, denn es wurde immer wärmer.


Der Trail führte unter anderem auch an den Great Falls lang. Hätten nicht noch 12 Meilen vor mir gelegen, wäre ich sicher schwimmen gegangen.

Aber irgendwann musste der flache Trail doch zu Ende gehen. Der Aufstieg danach war mit 1.000 Fuß zwar lang, aber nicht besonders steil.

Oben an der Ridgeline angekommen kündigte sich Besuch an. Das angesagte Gewitter wütete schon in der Ferne.

Eine Viertelstunde später war es das Gewitter auch bei mir angekommen. Und wie! So nahe war ich Donner und Blitz selten zuvor im Leben. Nur etwas von mir entfernt habe ich gesehen wie ein Blitz eingeschlagen ist!
Gut das ich schon wieder von der Ridgeline abstieg. Sonst hätte ich mir etwas überlegen müssen. Das war echt nicht schön!
Der Regen war dann so stark, das mein Handy sich in den Recovery Modus zurück versetzt hat. Für die nächsten 5 Stunden war es nicht nutzbar.
Und deshalb gibt es leider auch kein Foto von der Meile 1.500. Schade, aber trotzdem Juchu!
An der Meile 1.500 haben Fireball und 5 O’Clock zu mir aufgeholt. Die beiden sind den Blitzen wohl noch näher gekommen als ich und wollten dem Gewitter diese Nacht aus dem Weg gehen. Keine dumme Idee, denn unser Ziel Shelter liegt auf einer Ridgeline und soll bei gutem Wetter eine tolle Aussicht haben. Das heißt, bei schlechtem Wetter ist er sicher ziemlich exponiert…
Wir haben uns gemeinsam für eine Nacht in der Stadt entschieden. Salisbury ist zum Glück nur 0,5 Meilen vom Trail entfernt.
Das erste Hotel nach der Stadtgrenze sah dann auch gut aus. Mit 400$ die Nacht aber nicht unsere Kragenweite. Allerdings hatten zwei Damen, die in die dortige Bar wollten, Erbarmen mit uns klitsch nassen Hikern – und haben uns spontan ein Bier spendiert. Danke! Die Freundlichkeit der Leute hier entlang des Trails ist echt unglaublich! Gerade dann wenn es echt nicht toll ist, dann bringen die Menschen doch einen Lichtblick!
In der Zwischenzeit haben wir uns ein Hotelzimmer organisiert. Zum Glück war noch ein(!) Zimmer in der ganzen Stadt frei. Und das hat auch noch zwei Betten.😁
Da das Hotel nur eine knappe Meile entfernt war, haben wir beschlossen zu Fuß dorthin zu gehen. Unterwegs hatte aber jemand Mitleid mit uns, und hat uns mitgenommen und am Hotel abgesetzt. Einfach so, ohne das wir auch nur versucht hätten zu hitchen. Und das genau rechtzeitig, denn gerade da fing es wieder an zu regnen. Und schon wieder diese unfassbare Freundlichkeit!
Im Hotel haben wir erstmal geduscht und unsere Sachen getrocknet. Merke: nasse Wandersocken kann man wunderbar trocken bügeln. 😅
Zum Abendessen sind wir zum Mexikaner gegenüber gegangen. Nicht schlecht, aber auch nicht billig.
Zurück im Hotel hat mein Handy dann auch endlich wieder funktioniert. Puh, noch Mal Glück gehabt!
Und übrigens: nur noch 700 Meilen!