So langsam habe ich glaube ich raus, wie stark ich meine Isomatte aufblasen muss. Letzte Nacht habe ich super geschlafen, ohne zu rollen (weil die Matte zu hart ist) oder komplett einzusinken. Zumindest nachdem ich das Dauer gezirpe dieser Grille direkt neben meinem Zelt ausblenden konnte… Aufgestanden bin ich um 6h. Und meine Füße taten nicht mehr ganz so weh, wie gestern Abend. Auch wenn das vielleicht auch nur an den Ibus gestern Abend und heute Morgen lag?
Immerhin konnte ich meine Zehen wieder bewegen. 😉 Allerdings waren sie noch ziemlich geschwollen. Hoffentlich helfen die sauberen und trockenen Socken! Um 7:25 war ich wieder auf dem Trail, dem Ende Pennsylvanias entgegen!

Und der Tag ging so weiter, wie der gestrige aufgehört hat. Steinig. Mal etwas mehr, Mal etwas weniger, aber immer genug um gerade nicht angenehm und aufrecht gehen zu können.



Um halb 10 war ich an der Straße PA33, an der man nach Wind Gap hitchen kann. Und hätte ich nicht kurz vorher mein Hotelzimmer gebucht, ich wäre ehrlich versucht gewesen. Aber so bin ich die 600 Fuß nach oben auf die Ridgeline zurück gewandert.


Und oben angekommen: das gleiche Bild wie vorher.



Ein wenig Abwechslung brachte Wolf Rocks. Ein netter Kletterabschnitt. Auf Grund des schönen Wetters habe ich aber die ganze Zeit damit gerechnet, in der nächsten Sekunde das rasseln einer Klapperschlange zu hören. Glücklicherweise hat sich keins dieser Biester gezeigt. ☺️



Und danach? Steine. Meine Begeisterung kannte keine Grenzen mehr. Inzwischen war es 13h und mehr als die Hälfte geschafft. Und das einzige das mich noch angetrieben hat waren: das Hotelzimmer, Pennsylvania zu verlassen und mich von diesen verdammten Steinen nicht besiegen zu lassen. Mehr als einmal hätte ich mich am liebsten hingesetzt und wäre nicht mehr aufgestanden.



Glücklicherweise gab es doch etwas Abwechslung. Eine alte Forststraße. Die knappe Meile einfach mal gehen zu können tat richtig gut.

Dann war ich am Mount Minsi, dem letzten Berg vor Delaware Water Gap. Von hier aus ging es nur noch abwärts. Zwei Meilen und 600 Fuß die sich gezogen haben wir Kaugummi! Und die voll mit Day Hikern waren!






Und auf einmal war es geschafft: das Ende von Pennsylvania auf dem Appalachian Trails (zumindest der Gebirgsteil)! Juchu!

Das habe ich im Sycamore Grill mit einem leckeren Essen gefeiert. Und als ich gerade gehen wollte, da kommt Oxygen zur Tür herein. Ihn hatte ich das letzte Mal in Pearisburg gesehen.
Oxygen war übrigens derjenige, der die Vorlage für meinen Trailnamen geliefert hat.
Dort hatte er den Trail für ein paar Tage verlassen, um zum Geburtstag seiner Frau nach Hause zu fliegen. Hier ist er nur, da er die letzten 160 Meilen übersprungen hat. Irgendwie ein komisches Gefühl: ich wandere mir (wortwörtlich) die Füße wund und andere pfuschen sich nach Maine. Aber ich bleibe bei meinem Weg. Und nichtsdestotrotz war es ein schönes Gespräch. Und auch schön, immer mal wieder bekannte Gesichter zu sehen, wenn auch nicht immer die gleichen.
Nun aber zurück zum wichtigsten: Der Burger war sehr lecker! 😉

Danach bin ich zum Hotel gegangen, habe eingecheckt, im gegenüber liegenden Convinience Store ein paar Kleinigkeiten gekauft, geduscht und Wäsche gewaschen (noch im Hotelzimmer habe ich eine Zecke auf meiner Kleidung gefunden). Und es einfach genossen die Füße hochzulegen.
Wäsche waschen ist ja immer so eine Sache. Besonders viel Kleidung habe ich ja nicht dabei, und wenn ich alles waschen will, dann bleibt nicht mehr viel Auswahl über. Das gute daran: sieht man jemanden in Regenhose und Daunenjacke durch die Hotelflure schleichen, dann weiß man sofort das es ein Hiker ist.
Als ich so von der Waschmaschine zurück zu meinem Zimmer gegangen bin, habe ich Mama Lion getroffen. Die erste Hälfte des AT ist sie dieses Jahr alleine gewandert, auf der zweiten Hälfte begleitet sie Ihr 10-jähriger Sohn. Und mit dem ist sie vor 4 Jahren den gesamten (2.650 Meilen langen) Pacific Crest Trail (PCT) gewandert. Was mich daran begeistert? Wenn man wirklich will, dann kann man einen Weg finden alles zu schaffen.

Ach ja, heute habe ich die Meile 1293 überschritten. Das heißt, es bleiben noch weniger als 900 über!