21.06.2019 – Tag 89: Stealth Camp nach Leroy A. Smith Shelter (1254,2 – 1275,3 Mi)

Trotz des starken Regens gestern Nacht habe ich gut geschlafen und war auch schon früh wach. Nur zum aufstehen konnte ich mich nicht motivieren und habe noch lange im Zelt rum gegammelt. Aber vielleicht wollte ich auch einfach nur nicht in die Nass-feuchten Wandersachen?😉 Ich habe lange genug gewartet, dass es während des Zelt abbauens angefangen hat zu regnen. Dumm gelaufen, ich hatte meine Zähne nämlich noch nicht geputzt. Trotzdem habe ich alles eingepackt und bin erst Mal los gelaufen. Die Zähne habe ich beim nächsten Shelter im Trockenen geputzt. Unterwegs war ich um 7:35.

Die etwas über vier Meilen bis zum George W. Outerbridge Shelter waren Pennsylvania Standard: matschig, steinig und recht flach. Manchmal nur eines, häufig beides. Auf dem Weg dorthin hat Warrior Priest zu mir aufgeschlossen und wir haben uns unterwegs gut über dies und das unterhalten.

Ausblick auf Lehigh Gap

Um kurz nach 9h war ich am Shelter, habe eine kurze Pause eingelegt (und meine Zähne geputzt) und meine Regenjacke abgelegt. Dann folgte ein einfacher Abstieg runter zur Lehigh River Bridge. Von dort aus kommt man in ganze drei Städte um Verpflegung zu kaufen. Der Gipfel des Berges im Hintergrund war übrigens das nächste Ziel. Von unten habe ich mir noch gedacht: na, das ist aber eine interessante Steinmuräne. Aber da wird es ja sicher nicht hochgehen. Als ob ich wie ein totales Greenhorn den Trail noch gar nicht kennen würde. 😉

Der folgende Aufstieg kann durch einen Winter Trail umgangen werden. Das kann einen schon nachdenklich machen… Aber ich bin ja nicht hier, um Abkürzungen zu gehen. Also los in den steilen Aufstieg.

Der war aber maximal die Aufwärmübung für die Kletterei danach. Wanderstöcke hindern hier mehr als das sie helfen.

Der Blick auf Lehigh Gap

Das kraxeln hat richtig Spaß gemacht!😎💪 Auch wenn es da oben ganz schön windig war.

Danach folgte eine Umleitung aus Renaturierungsgründen. Die folgenden vier Meilen waren daher ziemlich einfach und boten nur einen netten Blick auf das (eher unschöne) Tal. Aber es tat gut, nicht die ganze Zeit auf jeden Schritt achten zu müssen.
Im Tal wurde früher Zink abgebaut – und das hat das gesamte Grundwasser verdorben. Wasser aus Quellen und Bächen sollte man daher in diesem Abschnitt nicht trinken.

Kaum wieder zurück auf dem Trail war alles wieder wie vorher: Steine.

Und Matsch.

Oder beides.

Und auch wenn das eigentlich gar nicht so schlimm aussieht, so schmerzt das mit der Zeit ganz ordentlich. Irgendjemand hat Mal vermutet, das Trail-Wartung hier bedeutet, die flach liegenden Steine auszugraben und mit der spitzen Seite nach oben wieder einzugraben. Erschwerend kamen meine nassen Schuhe und Socken hinzu. Und so taten mir irgendwann nicht nur Fußsohlen und Fußgelenk weh, sondern einfach alles. Und einige Hotspots oder Blasen haben sich auch angekündigt…

Zum Glück gibt es ja Dinge mit denen man sich ablenken kann. Den besonderen Traditionen auf dem Trail zum Beispiel. So ist an jeder Sommersonnenwende ein ganz besonderer Feiertag. Dieser Tag ist heute und gefeiert wird: Hike naked Day.😎 Bilder erspare ich meiner geneigten Leserschaft, aber: Challenge completed. 😁 Eine ganz besondere halbe Meile, nur in Schuhen, Socken und Rucksack. hihi

Danach habe ich mich weiter geschleppt. Mit Spaß hatte das zum Schluss nichts mehr zu tun. Das einzige was mir die Situation etwas erleichtert ist, das es allen anderen genauso geht. Um 17:40 war ich an der Campsite des Shelters.

Nachdem das getan war brauchte ich noch dringend Wasser. Denn das vorletzte war eine halbe Meile vom Trail entfernt und das vorher war am letzten Shelter! Und auch hier durfte ich 0,4 Meilen nach unten kraxeln und mein Wasser holen. Anschließend habe ich dem Privey beim Shelter noch einen Besuch abgestattet. Und so eine Kletterei hoch zum Thron habe ich bisher auch noch nicht gesehen.
Danach hatte ich die Suppe für heute auch endgültig auf!

Das einzig gute: vor lauter Erschöpfung bin ich irgendwo mit den Meilen durcheinander gekommen. In meinem Kopf stand die ganze Zeit fest, das ich noch mindestens 1 1/2 Tage bis Delaware Watergap habe. Stimmt aber gar nicht! Morgen muss ich noch durchhalten und 20 Meilen schaffen. Dann kommt dort ein wohlverdienter Ruhetag. Und vor allem ist dann dieses verdammte Pennsylvania endlich geschafft. Ich mache drei Kreuze wenn es soweit ist!

Veröffentlicht in Juni

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