Letzte Nacht habe ich erstaunlich gut geschlafen. Wenn man davon absieht, das ich mein Kissen 4x neu aufblasen musste. Und ich bei jedem drehen Angst hatte, aus dem oberen Bett zu fallen. Aber sonst war die Nacht gut. 😉 Und ich zumindest trocken. Um 7:40 war ich wieder auf dem Trail. Und die Wettervorhersage hatte ziemlich gutes Wetter vorhergesagt. Auch wenn der Himmel anders aus sah …

Aber der Trail war auch so noch nass genug von gestern.

Um kurz vor 9h fing es leicht an zu nieseln. Als ob ich bis da nicht schon genügend Pfützen ausgewichen wäre …


Und knappe zwei Stunden nachdem ich gestartet war, kam der Höhepunkt des heutigen Tages. Die 1200ste Meile!

Und danach ging der Tag, wortwörtlich, den Bach runter. Denn es fing an zu regnen. Und zwar nicht nur leicht, sondern richtig. Also so richtig RICHTIG. So stark, das binnen kürzester Zeit der gesamte Trail entweder selbst zum Bach wurde oder (noch) tief(er) verschlammt war!
Nach ca. einer Stunde hörte der Regen dann auf. Ich wollte gerade meine Regenjacke ausziehen, da grollte irgendwo hinter mir der Donner. Also ließ ich die Jacke doch noch an. Eine gute Entscheidung, denn der nachfolgende Regen war noch einmal deutlich schlimmer! Das führte dann dazu, das ich mich nur noch auf meine Füße konzentriert habe – und so den abknickenden Pfad übersehen habe. Also 20 Minuten Downhill und anschließend wieder hoch.
Weiter ging es durch Pfützen oder über glitschige Steine weiter.


Beim Umlaufen einer dieser Pfützen bin ich auch noch ausgerutscht. Super. Bei der nächsten Gelegenheit habe ich Pause gemacht, etwas gegessen und mir Musik angemacht. Ach ja, und den Appalachian Trail sowie Pennsylvania ordentlich verflucht! Ziemlich grimmig bin ich weiter marschiert. Und ab da auch wieder durch die (knöcheltiefen) Pfützen, anstatt daran vorbei. Zumindest wurde ich so schneller.


Gegen 14h hat mich dann ein ziemlich erschöpfter Two Fingers eingeholt. Da wir beide schon ziemlich fertig waren, haben wir beschlossen gemeinsam weiter zu wandern. Und vor allem haben wir unser Ziel angepasst: anstatt in dem Shelter in Port Clinton zu übernachten, haben wir beschlossen uns ein Hotelzimmer zu teilen. Das war eine dringend benötigte Motivation!




Gemeinsam haben wir uns durch den Tag und über die Ridgeline gekämpft. Oder gequält. Anders kann man das heute nicht nennen. Zum Abschluss gab es dann noch einen fiesen und steilen Abstieg ins Tal.

Zum Glück war es von dort aus nicht mehr weit bis zur Straße. Und hier hat uns ziemlich schnell ein Angler mit genommen. Und das obwohl wir beide ziemlich verdreckt waren .

Im Hotel waren wir um kurz nach 19h. Nachdem wir als erstes geduscht und unsere Wäsche gewaschen haben, sind wir in den Pub direkt neben dem Hotel. Lecker und günstig. Das Essen hat uns beiden richtig gut getan!
Lustige Anekdote am Rande: als der Barkeeper sah, was wir alles an Essen bestellt haben, da hat er sehr skeptisch geschaut. Als er später die leeren Teller abgeholt hat, da hat er uns seinen Respekt ausgesprochen. 🙂



Um 23h war der Tag endlich zu Ende und wir trocken und glücklich im Bettchen!