Wie soll man eine Nacht beschreiben, in der jede Stunde hupende Züge nur geschätzte 30m neben dem eigenen Zelt her fahren? Am besten gar nicht… Daher war ich um 7:35 wieder unterwegs.


Zuerst einmal führte der Trail durch Boiling Springs hindurch. Die anderen haben in der Stadt noch gefrühstückt, darauf hatte ich aber keine Lust.

In Boiling Springs ist auch das ATC Mid-Atlantic Regional Office. Quasi eine kleine Ausgabe der Version in Harpers Ferry. Nach der Nacht war mir aber nicht nach einem Besuch.

Die 13 Meilen danach sahen im Guidebook zu einfach aus, als das es war sein könnte. Aber tatsächlich, es war die ganze Zeit über flach, es lagen keine Steine in Weg und der Trail ließ sich wunderbar bewandern. Einmal von den sehr matschigen Stellen am Anfang abgesehen. 😉 Die meiste Zeit über ging es am Susquehanna River entlang oder durch Felder hindurch.



Nach ungefähr zwei Stunden haben Two Fingers, Fireball, Five O’Clock und ich uns zufällig gleichzeitig getroffen. Und ich hatte eine Idee: Fireball und Five O’Clock wollten schon länger Ihren ersten Marathon wandern. Also warum nicht heute? Viel einfacher wird es wohl nicht werden. 😉 Alle waren einverstanden und das Ziel stand fest: vier Meilen weiter als geplant, direkt nach Duncannon hinein.



Meine Verpflegung für heute war zum Glück auch gesichert. Immerhin war von der Pizza von gestern noch die Hälfte über. Die ist über den Tag (zusammen mit weiteren Snacks) dann verdampft.

Kurze Zeit später wollte der Trail (oder mein Schutzengel?) mir wohl noch eine ganz persönliche Nachricht überbringen. Ein Herz, nur für mich. 😅

Und manchmal fragt man sich, wie manche Dinge mitten in den Wald kommen …


In der zweiten Tageshälfte wurde der Trail wieder „normaler“, und es gab auch wieder Anstiege.

Und die letzten Meilen wurden sogar noch richtig steinig.

Vor allem der letzte Abstieg (wobei der sogar noch einen total sinnlosen und steilen Aufstieg beinhaltete) war extrem steil, steinig und anstrengend.






Am Ende des Abstiegs gab es noch eine kleine Trail Magic, in Form von gekühlten Getränken. So konnten wir mit einem kühlen Bier auf unseren Marathon anstoßen. Das tat extrem gut! Auf dem Weg ins Hostel haben wir noch mit viel Glück im Liquor Store „Vorräte“ einkaufen können. Eigentlich hatte der Laden nämlich gerade geschlossen – als der Besitzer unsere halb verdurstete Horde 😉 aber gesehen hat, hat er uns zu Liebe kurz wieder aufgemacht.
Um 19h waren wir am Doyles Hotel und haben eingecheckt. Das Gebäude ist von 1880, was für Amerika schon extrem alt ist. Und ganz ehrlich, in jedem anderen Urlaub würde ich hier nicht übernachten, ja noch nicht mal tot über den Zaun hängen wollen…

Da die Küche schon um 19:30 die letzte Bestellung aufnimmt, haben wir nur schnell unsere Sachen aufs Zimmer geschmissen und sind zum Abendessen wieder runter. Und wen treffen wir da? Hope. So haben wir in größerer Runde gemeinsam zu Abend gegessen.



Die Dusche danach war zum abgewöhnen. Nach dem Duschen habe ich mich gefragt, was denn da so tropft. Durch die fast offene (!) Decke konnte ich den Grund dann sehen: der Ablauf des Bades im Stockwerk darüber tropfte. Bäh.
Eigentlich sah der Plan für uns alle vor, früh schlafen zu gehen. Wir waren zwar alle kurz auf dem Zimmer, haben den Plan aber doch schnell über den Haufen geworfen: wir haben uns auf der Veranda getroffen und ein paar Bierchen getrunken und in 5 O’Clocks Geburtstag rein gefeiert.