Heute morgen bin ich richtig schön erholt wach geworden, um 6:15 aufgestanden und war um 7:25 schon wieder unterwegs. Die ganze Nacht über hatte es durchgängig genieselt, und das sollte auch fast den ganzen Tag über so bleiben.

Der Trail verlief anfangs sehr freundlich und einfach mit geringer Steigung. So waren die etwa 2,5 Meilen bis zum Washington Monument schnell geschafft.


Das Washington Monument befindet sich auf dem Gipfel von Mount Vernon. Und am Weg stehen Infotafeln, die über das Leben von Washington informieren. Dieses Washington Monument hier ist übrigens älter als das in DC.


Kurz danach führte der Trail über eine Fußgängerbrücke über die I-70. Hier habe ich den Trail vor vier Jahren das erste Mal in echt, wenn auch nur aus dem Auto, gesehen.

Weiter ging es durch den stetigen Nieselregen, über Wiesen und Park ähnliche Wege. Wobei der Regen im Wald fast nicht auffällt. Es ist zwar alles nass, aber durch das Blätterdach kommt fast nichts durch.


Allerdings änderte der Untergrund sich langsam.


Nach diesem kurzen Zwischenspiel und einen Abstieg später, wanderte es sich wieder leichter. Da ich inzwischen schon über 12 Meilen gewandert war, kam mir das sehr entgegen.



Schon fast entspannt folgte der Aufstieg zum Raven Rock Shelter. Hier wäre die letzte Möglichkeit gewesen, die Nacht in einem trockenen Shelter zu verbringen. Denn für die Nacht sind starke Gewitter angesagt. Aber mit solchen Wetteraussichten wird der Shelter noch voller. Nein, da schlafe ich lieber alleine im Zelt und trage morgen ein nasses Zelt.

Und langsam aber sicher nährte ich mich Pennsylvania immer mehr. Pennsylvania ist verrufen als „Rocky Pennsylvania“. Und Maryland gab sich die größte Mühe, seinem Nachbarn da in nichts nachzustehen. Nasse und glitschige Steine, ein teilweise unsichtbarer Trail und schon 20 Meilen auf der Uhr. Da wurde ich nicht nur langsamer, sondern langsam auch müde.

Zur Belohnung führte der Trail durch den Pen Mar County Park. Das tolle für Hiker: hier gibt es ganz tolle Sanitäranlagen. 😉 Und nette Aussichten.

Und nur kurz darauf durfte ich Bahngleise überqueren. Die stellen hier nicht nur eine, sondern direkt zwei Grenzen dar: die zwischen Maryland und Pennsylvania (Yiehaw!) und die Mason Dixon Linie. Das ist zum einen die Grenze zwischen den Nord- und Südstaaten (oder Pro und Contra Sklaverei), und zum anderen eine Sprachgrenze. Ab jetzt heißt es nicht mehr Äppalätschian Trail sondern Äppalätschn Trail. 😉 Also ähnlich wie am Eltzer Berg mit Wagen/Wägen (gelle Kollegen 😂).

Eine halbe Meile später war ich um 17:55 an der Falls Creek Campsite. Außer mir war nur noch Pretzel hier. Schöne Zeltplätze, direkt am Bach und auch einigermaßen Wettergeschützt. Mit viel trödeln war ich um 19:40 mit allem fertig und konnte die Beine ausstrecken und in Ruhe noch etwas lesen.


Ich bin schon sehr auf die Nacht gespannt. Hoffentlich wird das Wetter nicht wirklich so übel wie vorhergesagt.