Heute morgen wäre ich am liebsten liegen geblieben. Ich war um 6:40 immer noch wie erschlagen und todmüde. Aber es hilft ja alles nichts. Wie hat Disco kürzlich gesagt? Dieser Milchshake bestellt sich nicht von selbst. 😉 Also die übliche Morgenroutine durchgeführt und um 8h war ich unterwegs.

Als ich aber erst Mal unterwegs war, da lief es wie am Schnürchen. Ich hatte beste Laune, habe gesungen (zum Glück hat mich niemand gehört 😂) und ich hatte richtig Spaß. Die Aussicht auf das heutige Ziel war einfach zu toll. Und anfangs war der Trail äußerst zahm und flach.


Der mittlere Teil wurde aber doch noch etwas steiniger. Aber das gilt hier in Amerika wahrscheinlich als normaler und guter Wanderweg.😉 Und mit einem so gut wie leeren Essenssack, und damit leichtem Rucksack, war das auch nicht mehr wirklich schlimm. Heute war einfach alles schön.


Und dann kam sie endlich: die finale Grenze, das letzte Mal Virginia! Endlich! Yippie! Schön war es ja (meistens). Trotzdem ist es wunderbar, das dieser Staat endlich vorbei ist!
Zur Begrüßung von West Virginia durfte, wie schon oft in der letzten Zeit und Virgina allgemein, das Lied „Country Roads“ herhalten. 🙂


Anschließend folgte der Abstieg ins Tal. Das war teilweise nett steil.

Und unten wartete der Shenandoah River. Und Harper’s Ferry war in Sicht. Da hatte nicht nur ich ein Tränchen im Auge. Hope, die ich auf der Shenandoah River Bridge getroffen habe, war ebenfalls sichtlich gerührt.

Danach war es nur noch ein Katzensprung bis nach Harper’s Ferry und dem Hauptquartier der ATC, der Appalachian Trail Conservancy. Und wen treffe ich kurz davor? Junco und Cherry-O! Wir haben uns alle riesig gefreut. Die beiden werde ich in den nächsten Tagen hoffentlich wieder einholen.
Bei der ATC habe ich mich als Thru-Hiker registriert und habe mein Jahrbuch Foto gemacht. Es ist ein unglaubliches Gefühl hier zu stehen und dieses Foto zu machen!
Auf Grund der Lage und der Zentrale der ATC in Harpers Ferry gilt das hier als inoffizieller Halfway Point. Ich habe so viele Bilder von Hikern hier gesehen, und jetzt stehe ich selbst hier. Wahnsinn.
Drinnen habe ich mir die Bilder des aktuellen Jahrgangs angesehen und mir das AT-Museum im inneren angeschaut. Hier habe ich auch noch einen anderen Deutschen getroffen (dessen Namen ich leider vergessen habe). Er will den Trail in unter 100 Tagen laufen, da er rechtzeitig zum Geburtstag seiner Mutter wieder in Deutschland sein will. Und aktuell ist er dazu wohl gut auf Kurs.


Dafür es bis hierhin geschafft zu haben, musste ich mich natürlich belohnen. Und auf eine Pizza hatte ich mich schon lange gefreut. Umso besser hat sie dann auch geschmeckt!

Der nächste Weg führte ins Quality Inn, mein Hotel für heute und morgen. Ein ganzes Zimmer nur für mich. Echter Luxus! Hier im Hotel habe ich auch Mama Lion getroffen. Vor ein paar Jahren ist sie den PCT mit Ihrem damals 6-jährigen Sohn gelaufen. Und aber hier begleitet der sie auch wieder auf dem Rest des AT. Mich hat sie als Thru-Hiker erkannt, da ich in Regenhose und Daunenjacke aus dem Waschraum zurück kam.
Nach einer sehr ausgiebigen Dusche und nachdem meine Wäsche aus der Waschmaschine zurück war bin ich zum Outfitter gegangen, um mir (schon wieder) neue Schuhe zu kaufen. Unterwegs habe ich mir auch noch ein Eis gegönnt. Bis dahin war es allerdings eine knappe Meile zu gehen. Ohne Rucksack ging das aber recht schnell.

Und nachdem die Schuhe gekauft waren, brauchte ich noch Snacks für die Zeit in der Stadt und Vorräte für die nächsten Tage. Also bin ich ungefähr 1 1/2 Meilen zum nächsten 7-Eleven gegangen. Und anschließend voll bepackt wieder zurück ins Hotel. Da war dann die nächste Dusche fällig. 😉 Im Supermarkt hätte ich fast geschafft einen Hitch zu bekommen (mit traurigem Hundeblick: gibt es irgendeinen schnellen Weg zurück in die Stadt? Die Einkäufe sind so schwer). Leider hat sich niemand erweichen lassen.
Abends war ich mit einem Arbeitskollegen hier aus den Staaten und seiner Freundin zum Abendessen verabredet. Danke für den schönen Abend!


Hallo Bilbo!
Unglaublich wie weit Du schon gekommen bist! Und Danke auch für Deine kurze Bergfest-Mail an uns Kollegen. :-*
Du fehlst uns auch!
LG
Gaby
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Nils will wissen wie du ins Internet kommst…und will das du den Bart abrasierst 😉
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Sag Ihm einfach das liegt daran, das sein Onkel berühmt ist. 🤣
Und der Bart kommt ab – aber erst zu Hause!
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