Heute morgen bin ich extra zeitig aufgestanden. Um kurz nach 6h stand ich schon unter der Dusche. Um 7:30 fuhr schon das Shuttle zurück zum Trail und um 7:50 war ich wieder unterwegs.

Und auf den war ich Heute schon sehr gespannt. Denn zum einen war heute der erste Tag für meine neuen Schuhe, zum anderen fing heute der Shenandoah National Park an. Glaubt man den Gerüchten, dann ist dass das gelobte Hiker Land: unendlich viel und zutrauliches Wild, flach, wunderschön und mit kleinen Restaurants direkt am Trail. Zuerst folgte aber eine Registrierung. Für Thru-Hiker ist das durchwandern umsonst. Normale Day-Hiker müssen 15$ zahlen.
Ganz flach ist zwar anders, aber tatsächlich waren die Steigungen heute weniger steil und durchaus angenehm zu gehen. Zuerst ging es hoch auf Bears Den Mountain. Auf dessen Gipfel ist ein Funkturm.




Und auf diesen ersten fünf Meilen haben meine Schuhe und meine Füße sich noch nicht wirklich anfreunden können. Schuhe nach einem halben Ruhetag ausprobieren und mit Gepäck marschieren ist halt was anderes. Aber das hilft auch nicht, also einmal neu binden (was es etwas besser gemacht hat) und weiter geht’s. Wird schon.





Meine Mittagspause habe ich nach ungefähr 10 Meilen am Saw Mill Run Overlook gemacht.

Bis dahin kann ich schon mal festhalten, das die neuen Schuhe bergauf wunderbar sind. Nur auf geraden Strecken und bergab passen sie noch nicht ganz. Aber wenn die Schnürung erstmal passt, und nach fünf Tagen die ersten 100 Meilen durch sind, spätestens dann sind die sicher eingelaufen. 😉

Nur wenig später lag ein Schild am Wegesrand: Trail Magic. Man soll einfach den Kofferraum eines Wagens öffnen und sich bedienen. Wären nicht schon zwei andere dort gewesen, dann hätte ich wohl verzichtet. Und wie wir so dastehen und unsere Sodas genießen, da schleicht sich doch von hinten jemand an uns an. Fast so, als wären wir gar nicht da.

Die kalten Sodas waren genau richtig. Denn inzwischen war es richtig schwül-warm geworden.


Ungefähr sechs Meilen vor dem Shelter habe ich Whitey aus Irland getroffen. Er ist vorgelaufen und hat sich freundlicherweise als Pacemaker verdient gemacht. Denn die neuen Schuhe haben mich ganz schön ausgebremst… Und nebenbei haben wir uns auch noch wunderbar unterhalten.

So gegen kurz nach 16h hat der angesagte Regen zugeschlagen. Vorher hatte es schon ein paar Mal gedonnert, aber ich hatte noch die Hoffnung das der Regen an uns vorbei zieht. Aber nichts da. Für eine gute Stunde hat es wie aus Eimern gegossen. Am Shelter bin ich um 17:25 ziemlich nass angekommen. Der Shelter ist gemauert und hat zwei Etagen. Ziemlich schön. Die Zeltplätze in der Umgebung sind allerdings eher … Suboptimal, um es vorsichtig zu sagen. Schief, krumm und mit vielen Wurzeln und Steinen.


Aber für eine Nacht wird das schon gehen. Nachdem ich schnell mein Zelt aufgebaut und Wasser geholt habe, habe ich am Shelter mein Abendessen gekocht. Und da kam der zweite Regenguss des Tages. Wunderschön mit Blitz und Donner gewürzt.

Irgendwann wurde mir das warten zu blöd. Als es etwas weniger geregnet hat, habe ich schnell meinen Food Bag an den Bear Pole (eine hohe Stange mit Haken oben dran) gehangen und bin in mein Zelt geflitzt. Vorher habe ich aber noch schnell meine Wasservorräte am Regenwasser aufgefüllt. Die Verwandlung in echten Hiker Trash ist vollständig. 🙂
Gerade rechtzeitig, denn vor dem Zelt hatte sich schon ein kleiner See gebildet. Also habe ich noch schnell einen Ablauf gegraben, bevor ich endlich ins trockene Zelt konnte. Mal schauen wie viel und lange es diese Nacht regnen wird.