24.05.2019 – Tag 61: Cornelius Creek Shelter nach US 501 nach Glasgow (766,6 – 786,7 Mi)

Nach dem Abendessen gestern meinten alle Mücken und Fliegen auf Besuch vorbei kommen zu müssen. Das war mir zu blöd und ich habe doch noch mein Zelt aufgebaut.

Darin habe ich ungestört schlafen können. Zumindest wenn man von den Tiergeräuschen absieht. 😉 Anscheinend hat ein Reh (?) neben meinem Zelt gegrast.
Nachdem ich mein Zelt abgebaut und noch schnell etwas Wäsche gewaschen habe, bin ich um 8:10 los gewandert und habe mich an die Besteigung des Mount Orchard gemacht.

Um 10h bin ich nach einem sehr erträglichen Aufstieg am Gipfel angekommen. Allerdings war das Wetter auch perfekt zum wandern. Bewölkt mit einer leichten Briese.

Apple Orchard Mountain – Federal Aviation Admin Tower

Nur kurze Zeit später folgte die berühmte Trail „Guillotine“.

Und nur wenig später bin ich am Thunder Hill Shelter angekommen. Genau pünktlich zu meiner Frühstückspause.

Thunder Hill Shelter

Bis dahin war der Trail fast wie ausgestorben. Bis auf zwei Section Hiker heute Morgen hatte ich seit gestern Nachmittag niemanden mehr gesehen. Das änderte sich danach aber: eine gefühlte Busladung von älteren Day Hikern. Die haben mir allerdings ein nettes Kompliment gemacht: mein Rucksack wäre doch viel zu klein für einen Thru-Hike. Und da ist echt alles drin? 😎

Die nächsten fünf Meilen verliefen dann leicht rollend und mit sehr angenehmen Boden abwärts zur Petite Gap.

Dort habe ich meine Mittagspause gemacht. Ich wollte gerade weiter wandern, als ein Wagen anhielt und ein Pärchen mit Hund ausstieg. Mit den beiden bin ich schnell ins Gespräch gekommen. Notes ist den Trail in 2015 gewandert. Und Sie ist eine der Redakteurinnen des AWOL. Das ist DAS Guidebook auf dem Trail. Die beiden haben mir außerdem ein eiskaltes Lemon-Bier spendiert. Danke Notes!

Gwen „Notes“

Dann folgte der Aufstieg zum Gipfel des Highcock Knobs. Da es inzwischen warm und schwül geworden war, war dieser recht kurze Anstieg doch ziemlich anstrengend.

Von dort aus folgte ein langer Abstieg zum James River. Von 4.225 Fuß runter auf 695 Fuß. Und die letzten Meter so richtig schön steinig. Meine Füße und Knie sagen herzlichen Dank. 😉 Dazu war es weiterhin ziemlich schwül und warm.

Zum Abschluss ging es am Fluss entlang. Hier durfte ich noch eine Ratsnake verscheuchen. Das war etwas knifflig, da ich nicht wusste in welche Richtung sie sich letztendlich verzieht. Danach ging es noch über die längste Fußbrücke auf dem Trail.

Danach musste ich nur nur noch einen Hitch nach Glasgow bekommen. Gar nicht so einfach. Überhaupt nicht. Ich habe es mindestens eine halbe Stunde lang versucht. Am Ende hat sich ein Pärchen erbarmt, das mich etwas beobachtet hatte. Eigentlich hätten die beiden nämlich in die andere Richtung gemusst. Und sie haben mir sogar noch ein paar Kirschen zum Snacken während der Fahrt geschenkt.

In Glasgow gibt es eigentlich nichts. Allerdings hatte ich heute tagsüber mit 2Fingers geschrieben. Ich hatte gefragt: wo bist Du? Und er sagte, er hätte die Nase von der Hitze und schwüle satt und würde heute in der Stadt übernachten. Wer kann da schon nein sagen? 😉
Ein Restaurant, in dem ich mit Two Fingers zum Abendessen verabredet war, ein Dollar General und: ein freier Shelter mit Dusche! Das ist eigentlich auch schon das komplette Glasgow. Ach ja, und ein Dinosaurier. 😉 Wäre der Dinosaurier nicht, hier wollte ich nicht tot über den Zaun hängen.

Der Dinosaurier in Glasgow
Der freie Shelter in Glasgow

Zum Abendessen waren 2Fingers und ich bei Scotto’s. Ein heißer Burger, kaltes Bier und Klimaanlage – was will man mehr?

Sonnenuntergang in Glasgow
Veröffentlicht in Mai

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