Letzte Nacht habe ich hervorragend geschlafen. Das eigene Zelt ist halt doch das Beste! Aufgeweckt wurde ich noch vom Sonnenschein. Nachdem ich aber kurz nach 7h meinen Foodbag geholt hatte, fing es plötzlich an zu Donnern. Und dann kam der Regen. Der ließ kurz danach glücklicherweise schon nach und ich wollte schon anfangen mein Zelt abzubauen, als es stärker nach setzte. Naja, ich hab dann meinen Schlafsack wieder ausgepackt und habe bis kurz vor 9h gelesen. Als Der Regen schwächer wurde, wurde ich ungeduldiger. Mein Zelt habe ich übrigens im Shelter ausgeschlagen und eingepackt, damit ich nicht zu viel Wasser mit schleppen muss.
Um 9:20 bin ich endlich los gelaufen. Da es noch etwas tröpfelte, noch in Regenjacke. Die meisten anderen haben sich, ähnlich wie ich, auch vor dem loslaufen im Regen gedrückt.




Bis zum nächsten Shelter in ca. vier Meilen Entfernung war der Trail ziemlich schlammig und nass. Einen Großteil des Weges bin ich zusammen mit Blue gegangen.
Nachdem der Regen aufgehört hatte, wurde es wärmer. Und ab da machte es für mich dann keinen Unterschied mehr, ob ich eine Regenjacke trage oder nicht. Nass bin ich so oder so. Vor allem wenn es über 800 Fuß nach oben geht. Also habe ich die Regenjacke in (oder besser an) den Rucksack verbannt.

Am nächsten Shelter war ich zwei Stunden später. Schon mal sehr ungewöhnlich. Sonst bin ich schneller, vor allem wenn das Gelände so einfach ist wie heute. Allerdings habe ich eine meiner neuen Einlagen auch mindestens drei Mal gerichtet. Und mein rechtes Schienenbein tut auch immer noch weh. Das hat mich heute ziemlich ausgebremst und mir auch einiges an Freude geraubt.
Als nächstes ging es wieder eine Ridgeline entlang. Und da haben Steine ja schöne Tradition. So war ich die nächsten zwei Meilen nochmals extra langsam.


Danach wurde es aber besser und ich zumindest etwas schneller. Und die passende Musik dazu hat sicher auch geholfen. 😉

Und ungefähr auf der Hälfte der Ridgeline gab es eine schöne Aussicht. Und das bei schönem Wetter!

Darauf folgte ein 900 Fuß Abstieg zum War Spur Shelter. Und beim Abstieg habe ich bei jedem Schritt mein Schienenbein gespürt. Das war wirklich unangenehm.


Am Shelter habe ich eine kurze Pause gemacht, meine Füße ausgeruht und mich gedehnt. Außerdem habe ich hier Ultra kennengelernt, einen Spanier. Er trägt seinen Trailnamen, da er zu Hause Ultra-Marathons läuft. Er hat mir später noch erzählt, das er den Trail in unter 100 Tagen laufen will. Wahnsinn!

Die nächsten 5,8 Meilen zum Shelter sind Ultra und ich auch zusammen gelaufen und haben uns gut unterhalten. Und im Gespräch waren die 1.700 Fuß Abstieg auch gar nicht so schlimm. Etwas geholfen hat aber sicher auch die Trail Magic auf halbem Weg.




Am Shelter war ich dann so spät wie noch nie. Hier gab es aber noch etwas, auf das ich mich freuen konnte (außer dem Bad meiner Füße im Bach): Ultra sagte er weiß was meinem Schienbein fehlt und hat mir eine Waden, bzw. eher Schienenbein-Massage verpasst. Und die hat geholfen! Auch wenn mir das schon ein bisschen peinlich war.
Anscheinend ist ein Schienenbein-Kanten-Syndrom ein typisches Läuferproblem und hängt mit verspannten Knöcheln zusammen. Inklusive Massage und Abendessen war ich um kurz nach 21h im Zelt. Und das Blog schreiben hat mich dann noch bis 21:45 wach gehalten. So konnte ich zumindest das einsetzende Gewitter noch wach genießen. 😉
