Im Shelter zu schlafen war absolut die richtige Entscheidung. Ab Mitternacht fing es an wie aus Eimern zu gießen und hörte auch erst nach dem Aufstehen auf. Und gut geschlafen habe ich auch noch. Das mag daran gelegen haben, das im Shelter niemand (!) geschnarcht hat. Der Regen hat mich etwas ausgebremst, so das ich erst um 8:10 los los gelaufen bin.

Da ich morgen nach Pearisburg will um dort einen Zero zu nehmen und ich nicht erst abends dort ankommen will, ist das nicht so gut. Denn mein Ziel ist knappe 24 Meilen entfernt. Also ein langer Tag mit einem späten Start.
Zum Glück war der Trail heute sehr einfach zu laufen. Nur wenige und moderate Steigungen, meistens Recht einfaches Terrain und angenehme Temperaturen.




Zwischendrin führte der Trail einmal über eine Hängebrücke. Sehr chick, aber auch sehr ungewohnt so zu laufen. 😉

Insgesamt bin ich den ganzen Tag über sehr gut voran gekommen. Das Tempo, um die 24 Meilen in einer akzeptablen Zeit zu schaffen, den ganzen Tag über zu halten, das war allerdings schon anstrengend. Vor allem da das Wetter sich nicht richtig entscheiden konnte. Daher habe ich sicher 20x meine Regenjacke an- und wieder ausgezogen. Und das Regenwetter der Vortage hat auch Spuren auf dem Trail hinterlassen. Teilweise bestand der Weg nur aus Matsch oder war ein einziger Bach.




Meine Mittagspause habe ich nach 15 Meilen gemacht. Eigentlich wollte ich bis zum Wapiti Shelter laufen und dort meine Füße lüften. Als ich aber um 14:20 immer noch nicht da war, habe ich an diesem schönen Teich Pause gemacht. Der Shelter wäre drei Minuten später gekommen. 😉

15 Meilen geschafft heißt, es sind noch neun Meilen übrig. Und zum Abschluss kam dann ein Terrain, wie man es sich für so einen langen Tag wünscht – Nicht! Steine und Wurzeln. Da freuen sich die Füße. Und die leiden eh schon seit Tagen.




Um 18:35 bin ich endlich am Docs Knob Shelter angekommen. Hier waren außer ein paar Section Hikern keine anderen Thru-Hiker. Komisches Gefühl. Die waren aber sehr nett und haben mir direkt etwas Platz im Shelter gemacht. So kann ich morgen früh Zeit sparen und früher Richtung Pearisburg starten.
Nur die Wasserquelle hier am Shelter ist sehr suboptimal. Ein kleines Rinnsaal, gut versteckt zwischen Felsbrocken.

Da es abends doch frisch würde, habe ich mir schnell etwas warmes zu Essen gemacht, bevor ich in meinen warmen Schlafsack gekrochen bin. Den restlichen Abend habe ich mich mit einem der Section Hiker unterhalten.
Ach ja: heute habe ich Meile 625 überschritten. Und die ist für alle Nutzer des metrischen Systems von Interesse. 625 Meilen sind nämlich 1.000km! Wer hätte gedacht das ich Mal so lange an einem Stück wandere?