Anscheinend war es doch gut, dass wir die Nacht im Motel verbracht haben. Heute morgen war das Wetter nämlich alles andere als motivierend.

Entsprechend entspannt war dann auch der Start in den Tag. Blouse und Crush hatten gestern Abend außerdem schon beschlossen heute einen Zero einzulegen. Zum einen um ruhiger nach Pearisburg (und von dort zu den Trail Days) zu kommen. Zum anderen, um Blouse’s Knöchel eine Chance zur Erholung zu geben. Heute morgen hat sich dann Picky kurzfristig ebenfalls für einen Zero entschieden. Und aus Two Fingers und Two Sticks Entscheidung heute doch zu wandern wurde ein „vielleicht machen wir drei Meilen“. Ich wollte aber unbedingt los. Gut also, das Tangient die gleiche Strecke machen wollte wie ich.
Allerdings gab mir der ruhige Vormittag trotzdem die Chance, an diesem besonderen Tag mit einer ganz besonderen Person zu telefonieren: alles liebe zum Muttertag!
Der Weg aus der Stadt hat sich aber als schwer und langwierig erwiesen. Zum Glück hat uns dann Blue einen Hitch zum Trail Head gegeben. Sie hat Anfang des Jahres mit Ihrem Hund Mayhem einen Thru-Hike gestartet, musste ihn aber wegen einer Verletzung Ihres Hundes abbrechen und hat sich jetzt hier mit Ihrer Tramily (Trail Family) getroffen.

Am Trail Head habe ich an einige alte Bekannte getroffen, die heute alle in die Stadt wollen. Um 13:35 konnte ich endlich los laufen. Und da war es zum Glück auch gerade trocken.

Insgesamt war der Weg heute sehr einfach. Flach, nur wenige einfache Anstiege und wenig Steine oder Wurzeln. Allerdings alles nass und matschig.



Und dann, keine drei Stunden später, habe ich schon wieder eine Grenze überschritten. Die 600 Meilen sind geschafft!

Allerdings kam es dann so, wie es ja irgendwann Mal kommen musste. Und es war ja klar das es ausgerechnet an dem Tag passiert, an dem ich auf weiter Flur ganz alleine unterwegs bin: eine Schlange! Und diesmal keine Kleine! Ich war so flott unterwegs, das ich fast über sie weg gesprintet wäre. Allerdings war Ihr wohl kalt, da sie sich kein Stück gerührt hat. Also bin ich todesmutig näher ran, habe ein Foto geschossen und sie danach weiträumig durch das Grün neben dem Trail umlaufen. Die ganze Zeit über mit der Gewissheit, dass da auch noch andere lauern konnten.

Von da an sah für mich jeder dunkle Stock erstmal nach einer Schlange aus.
Um kurz vor 18h war ich am Shelter, in dem ich diese Nacht auch wieder schlafen werde. Immerhin ist für diese Nacht wieder Regen angesagt. Und nach und nach hat sich der Shelter dann auch gefüllt.

Und auf besonderen Wunsch hin hier noch ein Foto von meinem Bear hang, also der Art, wie ich mein Essen nachts sichere. Das ist eigentlich Recht einfach. Zuerst wird ein Stein an das eine Ende eines Seils geknotet und über einen Ast geworfen. Anschließend wird der Stein entfernt und das Seil am Karabiner des Essenssacks befestigt. Dann wird das andere Seilende durch den Karabiner geführt und der Sack wird ganz bis zum Ast hochgezogen. Dann knüpft man über Kopfhöhe eine Schlinge, steckt einen Stock hindurch und lässt den Sack wieder runter. Das ist dann die Mäuse und Bären sichere PCT-Methode. Dabei achtet man darauf, dass der Foodbag ausreichend weit weg vom Stamm ist und keine andere Äste in der Nähe sind. Und der Baum selbst selbstverständlich weit genug vom eigenen Nachtlager ist.
Das war nicht so gut zu verstehen? Dann gibt es jetzt hier einen Videolink: https://youtu.be/f75FGeKrhMM
