09.05.2019 – Tag 46: Chatfield Shelter nach Lynn Camp Creek Campsite (541,0 – 561,7 Mi)

Die Nacht im Shelter war gar nicht so schlimm. Es hat zwar ziemlich lange gedauert bis ich eingeschlafen bin, danach bin ich aber kaum wach geworden. Aufgestanden sind wir (wenn einer anfängt, dann werden alle im Shelter von „alleine“ wach) um 6:30. Und da nach kurzer Strecke schon ein Diner auf unserem Weg liegen sollte, habe ich mich auch nur mit einem Cliff Bar als Frühstück begnügt. Um 7:20 ging es los.

Aber schon nach einer Stunde war die erste Pause angesagt, da ein Schild Trail Magic versprach. Bei Meile 542,8 ist nämlich eine alte Schule und ein Siedler Museum. Und in der alten Schule stellt eine örtliche Kirche Trail Magic bereit: kalte Getränke, Obst, Snacks und diverse Verbrauchsutensilien wie Batterien oder Toilettenpapier.

Lindamood School Settlers Museum
Speedracer auf der Schulbank

Die nächsten 2,7 Meilen ging es durch Wald und über Felder direkt nach Atkins herein.

Im Diner haben Blouse und Crush schon gefrühstückt. Sie haben die Trail Magic verpasst und daher einen deutlichen Vorsprung. Picky und ich sind nahezu zeitgleich angekommen. Hier habe ich fast eine Stunde Pause gemacht, in Ruhe gefrühstückt und meinen Handy Akku geladen.

Danach ging es unter der Interstate I-81 raus aus der Stadt und rein in die wunderschöne Landschaft Virginias. Und in den ersten ordentlichen Anstieg des Tages. Wer auch immer die Lüge in die Welt gesetzt hat Virginia sei flach …

Nach diesem Anstieg folgte ein ganz besonderes Weg Zeichen: das erste Viertel des Appalachian Trails ist geschafft! Yippie!

Und keine 100m weiter hat mir der Trail dann ein Geschenk gemacht: Ein fast fotogenes Reh (oder ein Weißwedel Hirsch?).

Nun ging es durch einen immer mehr erblühenden Wald. Und das teilweise ziemlich steil. Die Wegebauer hier in Virginia haben sicher schon einmal etwas von Switch Backs gehört. Aber sie benutzen sie nicht. Das bedeutet, bei einem Anstieg geht es immer gerade den Berg hoch. Das ist zwar kürzer, aber auch deutlich anstrengender.

Da entlang des Trails auch Vieh gehalten wird und der Weg über die Viehweiden führt, gibt es zwischendrin immer wieder kleinere, sportliche Schikanen.

Die sind es aber meist wert erklommen zu werden, da dahinter häufig eine schöne Aussicht wartet.

Kurz vor 17h war ich an meinem heutigen Mindestziel, dem Knot Maul Branch Shelter. Mir war es aber noch zu früh, also bin ich nach einer kurzen Pause und einem Gespräch mit den anderen dort noch 1,4 Meilen zur nächsten Campsite weiter gewandert.

Knot Maul Branch Shelter: Picky und 2Fingers

Ich war schon fast an der Campsite, als ich plötzlich ein Knacken im Gebüsch gehört habe. Als ich dorthin gesehen habe, ist etwas kleines, schwarzes weg gelaufen: ein Schwarzbären Junges! Die letzten Meter habe ich dann singend zurückgelegt, um die Mutter auf mich aufmerksam zu machen (und zu verschrecken). Diese Nacht werde ich ein Auge offen halten. Mein Bärensack hängt auf jeden Fall hoch und sicher.

Lynn Camp Creek Campsite
Veröffentlicht in Mai

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