Letzte Nacht hat unser Shelter fast Besuch bekommen. Kurz nach Einbruch der Nacht hörte man einen Kojoten heulen. Anscheinend hat er das Lager umrundet. Passiert ist aber nichts.
Nach dem Tag gestern habe ich mir heute früh extra viel Zeit gelassen. Wach war ich zwar schon mit dem Sonnenaufgang um kurz nach 6h, aufgestanden bin ich aber erst nach 7h. Gestartet bin ich um 8:20.

Die ersten vier Meilen ging es stetig aufwärts nach Hump Mountain. Und anfangs konnte man davon sogar noch etwas sehen. Das änderte sich mit zunehmender Höhe aber.





Am Gipfel angekommen war das gute Wetter endgültig vorbei. Die Appalachen, und vor allem dieser Teil der Roan Highlands, gehörten damals (zu Zeiten von Pangäa) zu Schottland. Das sieht man immer noch an der Vegetation. Und am Wetter. 😉 Thomas hat sich direkt heimisch gefühlt.

Dabei war der Nebel (oder die Wolke?) so dicht, das meine Brille fast nutzlos war. Und der Wind hat mich ein paar Mal fast umgeworfen. Komischerweise hat es trotzdem fast allen Spaß gemacht.

Kaum hatte ich die offene Landschaft auf dem Gipfelkamm verlassen, änderte sich das Wetter aber auch wieder schnell und es wurde wieder sehr schön.

Und kurz danach kam ein bemerkenswerter Meilenstein: In den letzten Wochen haben wir dutzende Male die Grenze zwischen North Carolina und Tennessee überschritten. Und heute zum letzten Mal. Da waren’s nur noch 12.😉



Danach waren es auch nur noch knappe drei Meilen bis zur US Bundesstraße 19E. Motiviert durch die Aussicht auf ein leckeres Mittagessen war ich eine Stunde später da. Und da Jerry heute einen Zero in einem nahe gelegenen Hostel nimmt, haben wir uns mit Ihm zum Lunch verabredet. Gerade als er ankam, konnten wir einen netten Herren dazu motivieren uns (per Hitch) in die Stadt zu fahren. Das grandiose Mittagessen gab es dann bei Bob’s Dairyland.

Zum Nachtisch, nach dem Holy Cow Burger, gab es für mich noch ein Eis. 😎 Anschließend konnten wir ohne Angst vor Hunger-Käufen unsere Vorräte für den Weg nach Damaskus einkaufen. Als wir draußen auf dem Parkplatz unsere Einkäufe in die Rucksäcke umgepackt haben, fragte uns ein netter Herr ob er uns zum Trail zurück fahren soll? Da sagen wir nicht nein. Drei Stunden später waren wir wieder am Trail und haben uns von Jerry verabschiedet.
Damit begann der letzte Anstieg des Tages bei wunderschönem Sonnenschein.

Und so langsam kann man auch sehr gut sehen, das der Frühling uns so langsam einholt. Es wird grün und bunt.



Der restliche Weg war mehr oder weniger Flach und führte damit sehr schnell zum nächsten, im wahrsten Sinne des Wortes, Meilenstein: die 400 Meilen sind geschafft!

Und es gibt Tage, da sind zwei noch einer zu wenig. Ungefähr 0,7 Meilen vor unserem heutigen Tagesziel warteten noch die Jones Falls auf uns.

Um 17:50 war das Ziel erreicht. Eine sehr schöne stealth Campsite direkt neben dem Elk River. Die Chance habe ich für ein Bad im Fluss genutzt. Sehr kalt, aber wunderbar erfrischend.

Cate war gestern Abend drei Meilen hinter uns und hat heute leider nicht aufgeholt. Ihre Fuß- und Knieprobleme haben Sie leider zurückgeworfen. Wahrscheinlich übernachtet sie heute im Hostel Station 19E (wie auch Jerry).