Als ich heute morgen aufgestanden bin, da war der Tag schon gebraucht. Keine Ahnung warum. Gestartet bin ich um 8:35. Und diesmal sogar als aller Letzter.

Zu Beginn ging es leicht aufwärts auf Little Rock Knob. Dabei war es, wie den ganzen Vormittag über, bewölkt und eher kühl.


Danach ging es abwärts zu Hughes Gap, wo eine schöne Überraschung wartete. Silver Linings hat hier anlässlich seines zweiten Thru-Hiking Jubiläums ein viertägiges Trail Magic Event mit seinen Freunden veranstaltet.


Gut gestärkt mit Bratwurst und Spiegeleiern begann der lange Anstieg auf Roan Mountain. Dieser ist mit 6.190 Fuß einer der höchsten auf dem Appalachian Trail. Die 6,1 Meilen haben knappe 3 1/2 Stunden gedauert.





Auf dem Gipfel stand früher ein Hotel, durch dessen Mitte die Grenze zwischen Tennessee und North Carolina führte. Das war deshalb wichtig, da in einem Staat Alkohol illegal war, im anderen nicht. 😉

Knapp unterhalb des Gipfels liegt der Roan High Knob Shelter. Der höchste Shelter auf dem Trail. Und kurz danach warnt das Guidebook: NoBo’s watch! Turn west off the wide treadway! Das war für mich eine ganz besondere Premiere auf dem Trail: ich bin hier nämlich falsch (bzw. Nicht) abgebogen. Das hat mir 40 Minuten extra Abstieg und nochmal 45 Minuten extra Aufstieg beschert. Passt zum Tag heute.

Wieder oben angekommen war ich aber auch schnell wieder unten und damit an Carvers Gap. Dort habe ich meine Mittagspause gemacht. Das waren in Summe sicher 2,5 Meilen extra.

Nach der Pause sollte dann theoretisch der letzte Aufstieg des Tages folgen. Oben habe ich Blouse und Orange Crush getroffen, die gestern mit Crush’s Onkel gewandert sind. Und die Ausblicke dort an Round Bald waren auch sehr ansehnlich. Unter anderem auch, da das Wetter inzwischen wesentlich schöner geworden war.



Und als wären die Extrameilen vom Vormittag nicht genug gewesen, habe ich hier auch noch einmal eine Abbiegung übersehen. Das wäre eigentlich gar nicht schlimm gewesen, da es nur eine halbe Extrameile zu einem Aussichtspunkt gewesen wäre. Da ich aber davon überzeugt war auf dem richtigen Weg zu sein, bin ich dann den Grat weiter gewandert, bis es nicht mehr weiter ging. Und wieder 1 1/2 Stunden (und vermutlich nochmal 2,5 Meilen) extra. Meine Laune könnt Ihr Euch sicher gut vorstellen…



Wieder zurück auf dem Trail lagen noch 3,5 Meilen vor mir.

Knappe zwei Stunden später war ich am Shelter, wo sich die anderen sich dann herzlichst lachend meine Geschichte angehört haben. Für heute habe ich die Nase voll! Naja, zumindest weiß ich jetzt, das ich auch 20+ Meilen Tage gut schaffen kann.
