Auch heute morgen hat uns der Trail wieder mit schönem Wetter begrüßt. Und obwohl heute wieder knapp 15 Meilen auf dem Plan standen, habe ich mir Zeit gelassen und bin erst um 8:40 gestartet. Die Ruhe morgens macht sich für mich eigentlich immer bezahlt. Und die meisten hole ich im Laufe des Tages auch wieder ein.

Nach einem kurzen Anstieg verliefen die nächsten Meilen schon ungewohnt flach. Teilweise sogar durch Graslandschaften. Aber sehr schön.



Danach folgte für kurze Zeit wieder ein steiniger Abschnitt.

Kurze Zeit später habe ich zu Sherpa und seiner Hündin Blue aufgeschlossen und wir sind einige Zeit zusammen gelaufen. Ungefähr 3,7 Meilen nach dem Shelter sind wir an der Shelton Graveside angekommen. Das sind Gräber von im Unabhängigkeitskrieg gefallenen Soldaten. Der jüngste war wohl erst 13 Jahre alt.

Das nächste Zwischenziel war der Flint Mountain Shelter. Bei dem schönen Wetter, ohne Steigung und nur mit leichtem Gefälle sind die Meilen schnell dahin geschmolzen. Heute lief es echt wie geschmiert.



An dem Shelter habe ich auch meine erste richtige Pause des Tages eingelegt. Und vor allem die Entscheidung getroffen, das noch drei Meilen entfernte Laurel Hostel aufzusuchen und mir Pizza und Cola zu gönnen. Mit der Motivation vor Augen habe ich den Weg dorthin in weniger als 1 1/2h Stunden geschafft und war somit pünktlich bis zur Mittagszeit da.
Das Hostel wird von „ländlichen Amerikanern“ (um nicht Hillbilly zu sagen) geführt. Ein echt fieser Akzent, übernachten würde ich dort auch nur im Notfall wollen, aber sehr freundlich und gute Freunde. Und immerhin konnte ich so meine erste auf einem Gasgrill zubereitete TK-Pizza genießen. Und ein Eis. 😎 Danke an Cheery-O und Junco, die auf mich gewartet und übersetzt haben. Eigentlich waren die beiden schon durch und wollten schon wieder weiter, haben dann aber wohl die Panik in meinen Augen gesehen, da ich echt fast nichts verstanden habe. 😉


Hatte ich eben noch geschrieben daß es heute läuft wie geschmiert? Ja, da kannte ich den jetzt folgenden Aufstieg auch noch nicht. Fast zwei Stunden Aufstieg über vier Meilen und 1.600 Fuss. Mein Elend hat einen Namen: Jacobs Ladder! Sehr schön, aber extrem Schweißtreibend! Mein Shirt hat jetzt wieder Batik-Muster…



Die Abkühlung in den diversen Bächen habe ich dann auch sehr genossen. Aber danach folgten ja immer noch 2,2 Meilen. Und die haben sich schon gezogen. Die hohe Geschwindigkeit des Vormittags in Verbindung mit Temperaturen bis zu 27° haben sich doch bemerkbar gemacht.


Um 16:55 war ich endlich am Shelter. Zur großen Freude aller ist die Wasserquelle hier 0,5 Meilen vom Shelter entfernt. Also noch eine Extrameile.

Beim Abendessen haben wir dann unsere Pläne für die nächsten Tage besprochen. Donnerstag Nacht und den ganzen Freitag soll es wieder regnen und Gewittern. Aber ich glaube wir haben da einen tollen Plan ausbaldowert. 😎 Danach folgten noch Gespräche über Autos, Sport, Waffen und Politik und alle mögliche. Sehr lustig.
