Die Nacht habe ich etwas unruhig geschlafen. Bei jeder stärkeren Windböe habe ich fest damit gerechnet, das jetzt der Regen einsetzt. Bis auf etwas Nieselregen kam aber nichts. Also beschloss ich, um 5:10 aufzustehen und mein Zelt vor dem angesagten Starkregen im trockenen abzubauen. Allerdings dachte ich, ich könnte doch noch in Ruhe im Zelt frühstücken. Um 5:25 fing der Regen dann an… Also halt doch alles im Regen. Um 6h bin ich dann, noch im dunklen, mit Stirnlampe und im strömenden Regen losgezogen.

Um ehrlich zu sein, hat mich lediglich die Aussicht auf ein ordentliches Frühstück und den morgigen Zero vorangetrieben.
Zwischendurch gab es zur Auflockerung noch Blitz und Donner. Und nach ca. 2 Stunden war ich komplett durchnässt. Komplett. Bis auf die Unterwäsche. Und durchgefroren bis in die Knochen. Wäre das Wetter schöner gewesen, dann wäre das sicher eine sehr schöne Strecke gewesen.
So aber war der Trail zwischenzeitlich mehr Bachlauf als Wanderweg.




Gegen 11:45 war ich endlich in Hot Springs und auf dem Weg ins Smoky Mountain Diner. Für dort hatten wir uns eigentlich alle verabredet. Hier musste ich erst einmal auf einen freien Platz warten. Und anscheinend habe ich in den letzten Tagen einen ordentlichen Duft entwickelt, denn die Bedienung fragte mich, ob ich unbedingt drinnen sitzen wolle oder die Veranda (draußen) auch ok sei … Da ich aber komplett nass und wahrscheinlich sogar fast unterkühlt war, habe ich gewartet.
Die Zeit hätte ich gerne schon genutzt, um mit den anderen (oder zu Hause) zu schreiben, aber mein Handy ist nass geworden und hat sich sicherheitshalber ausgeschaltet. Und mein „Geldbeutel“ (ein Ziplock Beutel) war wohl auch nicht ganz zu, so das mein Geld und mein Reisepass auch nass geworden sind. 😦
Das warten war es aber dann auch wert. Ein sehr leckeres Frühstück und unbegrenzt heißer Kaffee. Super! Kurz darauf kam dann auch Jerry hinzu. Er hatte die gleiche Strecke in 4:10 geschafft. Das Wetter hatte Ihn so geärgert, da ist er einfach durchgesprintet. 😉
Danach sind wir dann ins Hikers Ridge Ministries. Das ist eine privat gesponserte Einrichtung für Hiker. Kaffee, Muffins, Obst und Leckereien, dazu WLAN und vor allem ein trockener Platz im warmen. Und das alles umsonst. Danke dafür! Ich bin immer wieder begeistert von der Freundlichkeit hier! Und selbst Spenden und Trinkgelder werden nicht angenommen, sondern werden für einen guten Zweck gespendet!
Hier habe ich auch Cate getroffen. Sie hatte zwischenzeitlich eine Nachricht von Thomas bekommen, so das wir uns wieder finden konnten.

Durch das schlechte Wetter waren nahezu alle Zimmer in der Stadt ausgebucht. Zum Glück konnte Thomas von unterwegs aber noch ein Zimmer für vier in der Spring Creek Tavern organisieren. Da sind wir dann auch zum trocknen und Duschen als nächstes hin. Mit uns hat noch Jerry mit im Zimmer übernachtet.


Anschließend war es an der Zeit, etwas für Leib und Seele zu tun. Also eine Etage nach unten und ab in die Taverne. Vorher haben wir an der Brücke aber noch die ganzen Wassermassen beobachtet. Und dort haben wir auch Michael, Miranda, Ty und Cherie wieder getroffen. Also sind wir gemeinsam zum Essen. Hier kamen dann Shoelaze, Flying Dutchmen, 2Fingers und Adam dazu. Eine große und sehr lustige Runde.


Und was macht so eine lustige und trockene Gruppe Hiker so früh am Abend nach dem Essen? Richtig: feiern das wir den Regen (und die Smokies) überlebt haben, in der Stadt sind und leben – und ab zum Liqour Store und ein paar Bier holen und gemeinsam feiern. Hier kamen dann noch ein paar andere dazu. Unter anderem Sherpa (mit Blue) und Shock Top.

Und nachdem das erledigt war, sind wir noch ins Creekside Court zu Tanz und Live (Country) Musik. Johnny Cash live – großartig!

Auch wenn der Tag nass und bescheiden gestartet ist, so ist er doch wunderbar geendet. Tolle Leute, eine super Stimmung und viel Spaß. Genauso soll es sein! Ein großartiger Tag und Abend!