Die letzte Nacht war wie die Nacht davor, nur schlimmer. Um 21h ist der Schnarcher von gestern wieder angekommen und hat wieder in einer Tour durchgeschnarcht. Dazu kommt, das meine Isomatte nicht wirklich für den harten Shelter Holzboden gemacht ist. Als Seitenschläfer heißt das: Aua Hüfte und aua Rücken. Entsprechend schlecht war meine Laune morgens. Daran konnte auch der schöne Morgen nichts ändern.

Gestartet bin ich schon um 8h, die anderen schon früher. Die ersten Meilen war ich ziemlich langsam.



Dann hatte ich das erste Glück des Tages. Eigentlich wollte ich mir die 1,2 Extrameilen (je 0,6 hin und zurück) zu einem Firetower hin schenken. Ein Section Hiker hat mich dann aber überzeugt, das die Aussicht vom Mt. Cammerer Firetower an Meile 233,9 den Weg wert wäre. Und er hatte Recht! Den Weg habe ich ohne Rucksack zurück gelegt. Unglaublich, wie schnell ich sein kann, wenn ich keine 15kg auf dem Rücken habe. 😉




Zurück an meinem Rucksack habe ich mir mein zweites Frühstück gegönnt. Danach konnte der große Abstieg aus den Smokies starten.


Kurz vor dem Ende kommt noch ein ganz besonderer Shelter: Davenport Gap Shelter. Das besondere an diesem Shelter ist, dass er als einziger noch einen Bärenkäfig hat. Früher hatten alle Shelter solche Schutzkäfige. Dann haben einige Intelligenzbestien aber begonnen, Bären durch den Käfig hindurch zu füttern und …

Davenport Gap an Meile 239,1 markiert das offizielle Ende des Great Smoky Mountains National Parks. Hier hatte ich dann das zweite Glück des Tages. Tugboat, ein Freiwilliger Helfer im National Park und Tierbeobachter hat etwas Trail Magic spendiert. Die kalte Cola und die Banane waren super lecker.
Er hat auch eine Geschichte erzählt, die hier kürzlich passiert ist: Ein Day Hiker hat einen Bären gesehen, und wollte ein besonders tolles Foto machen. Also wollte er den Bären füttern. Dabei ist dann etwas von seinem „Köder“ auf seinen Schuh gefallen. Und was hat der Bär gemacht? Den „Köder“ natürlich gefressen. Und dabei hat er den Day Hiker wohl etwas gebissen. Der hat sich dann bei den Rangern beschwert. Und da der Bär einen Menschen gebissen und verletzt hat, musste das Tier „entnommen“ werden. Nur wegen der Dummheit und Arroganz eines einzigen dummen Menschen musste ein Tier unnötig sterben. 😦


Das nächste Ziel sollte eigentlich das Standing Bear Hostel sein, um Verpflegung zu kaufen. Vorher folgte aber an der Pigeon River Brige bei Meile 240,7 das dritte Glück des Tages: Hier hat Dark Horse nämlich ebenfalls Trail Magic veranstaltet. Diesmal gab es für mich einen leckeren Hotdog mit kaltem Bier. Außerdem habe ich Cate hier eingeholt.



Die letzten 1,1 Meilen zum Standing Bear Hostel führten unter anderem unter der Interstate 40 hindurch.

Am Hostel hat uns dann Thomas erwartet. Gemeinsam mit einigen anderen haben wir hier über eine Stunde Pause gemacht, Verpflegung gekauft, kalte Getränke genossen, Akkus geladen und das WLAN ausgenutzt. Die Preise sind super moderat und man könnte gegen kleine Münzen auch heiß Duschen. Insgesamt ein sehr cooler und relaxter Ort, der sehr zu empfehlen ist.

Die letzten 2,1 Meilen führten bei ca. 27° Celsius in Serpentinen (hier: Switch Backs) 1.100 Fuß nach oben. Eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit, die aber nach fast einer Stunde geschafft war. Um 17:10 war das Tagesziel erreicht. Ziemlich gut für insgesamt 14,5 Meilen mit drei langen Pausen.

Vor Ort haben wir einen ziemlich verrückten Mitwanderer (Sunshine: er ist uns bergab entgegengekommen, nachdem er morgens barfuß! den nächsten Gipfel bestiegen hat) getroffen, der uns aber einen ziemlich schönen Zeltplatz gezeigt hat. Mit uns sind außerdem Ting, Blouse und Orange Crush hier.

Dieser Tag hat wunderbar gezeigt, wie ein furchtbar startender, und eigentlich komplett langweiliger Tag am Ende doch super schön und spannend werden kann. Und das allerbeste: ich kann die Nacht ganz entspannt und in Ruhe in meinem Zelt verbringen. 😀